Kennen Sie das? Sie sind Teilnehmer einer Tagung und fragen sich, warum bei den Pausengetränken Kaffeesahne stets in Mini-Portionen in aufwendiger Plastikverpackung angeboten wird. Oder wieviele der bunten Hochglanzbroschüren werden wirklich gelesen? Und wie schnell wird ein billiger Werbekugelschreiber zu Plastikmüll!
Spätestens seit der Konferenz der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung im Jahr 2002 in Johannesburg gehört die umweltgerechte Ausrichtung von Konferenzen und anderen Veranstaltungen zum internationalen Standard.
Ob es die Vermeidung von teuren, abfallintensiven Portionspackungen für Konfitüre oder Kaffeesahne ist oder die Bereitstellung von kühlem Leitungswasser in Karaffen anstelle von Kaltgetränken in kleinen Flaschen, Fahrradrikschas statt Limousinen, die Bereitstellung von Leihfahrrädern für Kongressteilnehmer, Faire Beschaffung, die Verwendung von saisonalen und umweltschonend transportierten Lebensmitteln, die Eindämmung der Papierflut z. B. durch E-Mails statt Papierbriefen, doppelseitigen Druck von Papier, Minimierung der Zahl der verteilten Handouts sowie Rücknahme von ausgelegten Foldern, Broschüren und Konferenzmappen, die Vermeidung unsinniger Gastgeschenke, Handouts und kurzlebiger Werbegeschenke - die Liste der möglichen Maßnahmen ist lang und das Potential für die Nachhaltigkeit riesig.
Als ein Beitrag zur nachhaltigen Stadtentwicklung empfielt das Agendabüro, bei der Planung von kleinen und großen Veranstaltungen den „Leitfaden für die nachhaltige Organisation von Veranstaltungen“ des Bundesumweltministeriums als Arbeitshilfe für die umweltgerechte und sozial verträgliche Vorbereitung und Durchführung zu verwenden.
Hier findet man wertvolle Anregungen zu den Themen Mobilität, Veranstaltungsort und Unterbringung der Teilnehmer, Energie und Klima, Beschaffung von Produkten und Dienstleistungen, Catering, Abfallmanagement, Umgang mit Wasser, Gastgeschenke, Kommunikation und Soziale Aspekte.
Der Leitfaden enthält neben den theoretischen Grundlagen sehr viele Hinweise für die praktische Umsetzung, etwa die Arbeitsblätter (eine Art Checkliste) im Anhang.
Der Leitfaden kann hier » heruntergeladen werden (pdf, 342 kB).
Vielleicht machen Sie einen Anfang mit dem Ausschank von Oldenburg-Kaffee (ökologisch hergestellt und fair gehandelt), den die gleichnamige Agendagruppe herausgebracht hat und nun schon seit Jahren erfolgreich vermarktet.