Aktuelle Kolumne - Stadt Oldenburg
Aktuelle Kolumne

Kolumne des Oberbürgermeisters (14. August 2014)

Oberbürgermeister Gerd Schwandner. Foto: Thorsten Ritzmann
Foto: Thorsten Ritzmann

Liebe Oldenburgerinnen und Oldenburger,

bestimmt haben Sie es in Ihren Kalendern besonders dick markiert: Am 28. September steht die Oberbürgermeisterwahl an. Bis dahin sind es nur noch wenige Wochen. Trotzdem ist von einem Wahlkampf in engerem Sinne nicht viel zu sehen. Schlagabtausche? Harte Bandagen? Bisher Fehlanzeige. Der Wahlwettbewerb (das passt besser als „Wahlkampf“) fällt eher durch gepflegte Ruhe auf. Was ja nicht schlecht sein muss.

Aber warum ist das so? Sind sich die Kandidaten zu ähnlich? Oder fehlt ihnen der Mut zum Streit? Ich glaube nicht. Es liegt nicht an den Personen, es liegt an der Situation. Das Oldenburg des Jahres 2014 eignet sich kaum zu Dramatisierungen, Skandalisierungen oder zu extremen Positionierungen. Es läuft einfach viel zu gut, um sich ganz weit vom Status Quo abzuheben. Das hieße nämlich, die aktuelle Lage aufs Spiel zu setzen – und das kann niemand wollen.

Wir sollten uns das hin und wieder bewusst machen: Unserer Stadt geht es sehr gut. Wir erzielen Rekorde im Gewerbesteueraufkommen. Wir haben die kommunalen Kassenkredite vollständig getilgt. Wir haben ein rasantes Bevölkerungswachstum. Die Arbeitslosenquote hat sich gut entwickelt. Wir sind inhaltlich stark für die Zukunft positioniert. Wir liegen in vielen bundesweiten Rankings ganz weit vorn.

Mir geht es dabei nicht um die Urheberschaft. Die spielt keine Rolle. Wichtig ist, dass wir alle – gemeinsam – Oldenburg in Bewegung versetzt haben. Unsere Stadt hat in den letzten Jahren eine hohe Dynamik entwickelt, die ihr sichtlich gut tut – und die empirisch zu belegen ist.

All das macht es für die Kandidaten sicher nicht leichter. Wenn die einzige politische Option ist, alles „noch besser“ zu machen als zuvor – dann ist das weder innovativ noch exklusiv und ist daher kaum für markante Positionen geeignet. Aber wie gesagt: Das muss nicht schlecht sein. Für den Unterhaltungswert eines Wahlkampfes ist das zwar ein Nachteil – für Oldenburg aber ein großes Kompliment. Und das heißt: ein Kompliment für Sie – die Bürgerinnen und Bürger. Denn Sie sind es ja, die hinter all den guten Nachrichten stehen. Und dafür danke ich Ihnen herzlich!

Letztlich freue ich mich sehr darüber, dass wir statt eines heißen Wahlkampfs nur einen freundlichen Wettbewerb haben – in dem nicht gestritten, sondern zugestimmt wird – in dem man nicht das Meiste ändern, sondern das Meiste weiterführen will – und in dem nicht die großen Gegensätze, sondern die kleinen Unterschiede den Ausschlag geben. Das bedeutet nämlich im Umkehrschluss, dass wir auf einem guten Weg sind – und dass wir immer noch volle Fahrt haben.

Keiner weiß heute, wer am 28. September die Nase vorn hat. Eines ist aber mehr als wahrscheinlich: Die Erfolgsgeschichte der Stadt Oldenburg wird noch weitergehen. Und dafür nehme ich auch gern einen unspektakulären Wahlwettbewerb in Kauf.

Ihr
Gerd Schwandner