Voraussichtlich bis Ende 2012 muss der Rat der Stadt Oldenburg entscheiden, welche Position die Übermorgenstadt im Planfeststellungsverfahren (Abschnitt I) zum Bahnausbau für den Jade-Weser-Port vertritt. Die Kosten eines Ausbaus der Bestandsstrecke oder alternativer Umgehungstrassen sind – neben wichtigen immissionsschutz- und umweltschutzrechtlichen Fragen, die in einer separaten Machbarkeitsstudie zur Ermittlung konfliktarmer Korridore für Eisenbahnumgehungstrassen untersucht werden – von nicht unerheblicher Bedeutung.
Am Montag, 17. September, stellte die Stadtverwaltung ihre vom Rat beauftragte, nunmehr ergänzte Kostenschätzung im Verkehrsausschuss öffentlich vor.
Stadtbaurätin Gabriele Nießen dazu:
„Da uns für die Bestandsstrecke keine belastbaren Zahlen von der Bahn vorgelegt wurden und für die zwei skizzierten Umgehungstrassen in einem so frühen Planungsstadium viele Kostenpunkte ungewiss sind – ich nenne hier nur die Kriterien von Grunderwerb und Entschädigungen, der Untergrundbeschaffenheit oder des Ausgleichs für Eingriffe in Natur und Landschaft – können diese drei Kostenschätzungen letztlich nur grobe Näherungen sein. Vergleichswerte mit anderen Ausbaustrecken der Bahn bestätigen unsere Ergebnisse aber. Eines lässt sich deshalb nicht in Abrede stellen: Die Kosten für Grunderwerb, Entschädigungen und für bauliche Herausforderungen sind beim Ausbau der Bestandsstrecke zwangsläufig geringer, und zwar nicht nur geringfügig.“
Die vorgenannte Kostenschätzung geht davon aus, dass die Stadt Oldenburg finanziell nur dann beteiligt werden kann, wenn sie an bestehenden Kreuzungen von Straßen mit der Bahn oder Wasserstraßen Änderungen selbst veranlasst. Insofern kommt der Frage, ob und wann nach dem Bau einer Umgehungstrasse die bestehende Hunteklappbrücke außer Dienst gestellt werden könnte, eine herausragende Bedeutung zu. Weiterhin beschränkt sich die Studie auf steuerfinanzierte Investitionskosten, nicht auf die Folgen notwendiger Unterhaltung. Überdies fehlen in der Expertise aus Zeitgründen notgedrungen auch volkswirtschaftliche und gesellschaftliche Kriterien, etwa veränderte verkehrliche Wartezeiten, kürzere Wege für Bürgerinnen und Bürger, eine Entlastung der Umwelt wie auch Fragen der Lebensqualität.