Alljährlich in den Sommermonaten sind sie wieder unterwegs – und fliegen ins Bewusstsein der Bürgerinnen und Bürger: Hornissen, Wespen, wildlebende Bienen und Hummeln sind auf Nahrungssuche und bauen ihre Nester auch im besiedelten Bereich.
Dies ist jedoch kein Grund zur Panik. Mit der Einhaltung einfacher Verhaltensregeln und mit etwas Toleranz gegenüber diesen für den Naturhaushalt sehr wichtigen Tieren, die zur größten Insektenordnung, der Gruppe der Hautflügler (Hymenoptera) gehören, ist meistens ein Zusammenleben über den Sommer möglich. Hautflügler übernehmen wichtige Aufgaben im Naturhaushalt wie die Bestäubung von Pflanzen (z.B. Obstbäumen). Zur Fütterung ihrer Brut benötigen sie Eiweiß in Form von Fleisch, das sie durch die Jagd anderer Insekten (z.B. Fliegen, Schnaken) erhalten. Die Nester werden nur in einer Saison besiedelt; die Völker sterben je nach Art spätestens Ende Oktober bzw. Anfang November ab. Nur die jungen Königinnen überleben. Sie verlassen das Nest, überwintern frostfrei in Baumstubben oder Holzstapeln und gründen im nächsten Frühjahr einen neuen Staat in einem neuen Nest.
Nach dem Bundesnaturschutzgesetz ist es verboten, Wespen, Hornissen, Bienen und Hummeln und alle anderen wildlebenden Tiere unnötig zu beunruhigen, zu fangen, zu verletzen oder zu töten. Zudem sind die Hornisse und einige andere Wespenarten (alle heimischen Arten der Kreisel- und Knopfhornwespen) sowie alle wildlebenden Bienen und Hummeln nach der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt. Eine Umsiedlung bzw. im Ausnahmefall eine Abtötung darf nur nach vorheriger Genehmigung durch die Untere Naturschutzbehörde erfolgen.
Um den Umgang mit diesen Tieren zu erleichtern und die notwendigen Maßnahmen festzustellen, bietet die Untere Naturschutzbehörde der Stadt Oldenburg (Oldb) telefonische Beratungen und persönliche Beratungen vor Ort im Bereich der Stadt Oldenburg an. Die Beratungen sind für den Bürger kostenlos. Für diese Beratungen stehen seit 2005 sieben in einem Beraternetz organisierte ehrenamtlich tätige Imker zur Verfügung. In den Jahren 2005 bis 2010 wurden von den ehrenamtlichen Beratern in der Sommersaison jeweils zirka 180 bis 200 vor-Ort-Beratungen durchgeführt.
Für dieses besondere ehrenamtliche Engagement wurde den ehrenamtlich tätigen Beratern der Umweltschutzpreis 2007 verliehen.
Bei Fragen und Problemen wenden Sie sich bitte an das Umwelttelefon der Stadt Oldenburg. Wir beraten Sie, stellen Informationsmaterial zur Verfügung und stellen den Kontakt zum nächstgelegenen Berater her.
Um langfristig die kontinuierliche Weiterführung dieses Projektes zu gewährleisten, sucht die Untere Naturschutzbehörde weitere Personen, die Interesse an dieser ehrenamtlichen Tätigkeit im Beraternetz haben. Vorteilhaft haben sich hier Kenntnisse als Hobby-Imker(in) erwiesen, sie sind aber nicht zwingende Voraussetzung für die Mitarbeit. Für Fragen und weitere Informationen sprechen Sie uns bitte an.
Kontakt:
Fachdienst Naturschutz und technischer Umweltschutz
Industriestraße 1
Eingang B, 1. Stock, Zimmer 150
26105 Oldenburg
Umwelttelefon: 0441/235-2777
Umweltmail: naturschutz(at)stadt-oldenburg.de
Umweltfax: 0441/235-2110