R Zentralviehmarkt (1924-1935) - Stadt Oldenburg
R Zentralviehmarkt (1924-1935)

R Zentralviehmarkt (1924-1935)

In der Absicht, die wirtschaftliche Situation der Stadt Oldenburg zu verbessern, strebte ihr damaliger Oberbürgermeister Dr. Theodor Goerlitz danach, den bisher vielfach außerhalb Oldenburgs abgewickelten Viehhandel in die Stadt zu ziehen. Zu diesem Zweck sollte schon 1924 mit Hilfe einer Zentralviehmarkthallen-Aktiengesellschaft an der Donnerschweer Straße ein entsprechendes Marktgelände geschaffen werden. Wegen dort entstandener Grundstücksschwierigkeiten wich man 1926 auf Flächen am Ulmenhof in Osternburg aus und erwarb noch zusätzliches Gelände zwischen Bremer Heerstraße, Harmonie- und Dragonerstraße, so daß der Stadtrat der Einrichtung des Zentralviehmarktes » (PDF) in 2. Lesung am 29. Juni 1926 zustimmen konnte.

Bereits am 14. September 1926 wurde er mit einem Zucht- und Nutzviehmarkt eröffnet. Im Zuge der nationalsozialistischen Wiederaufrüstung verkaufte die Stadt das Viehmarktgelände an den Fiskus des Deutschen Reiches für Kasernenzwecke und der Geschäftsbetrieb hörte am 30. Juni 1934 auf. Den dafür am Stau neben dem Schlachthof eingerichteten Nutzviehmarkt durften die früher in Osternburg sehr zahlreich tätigen jüdischen Viehhändler nicht mehr betreten (Nachrichten für Stadt und Land Nr. 215 vom 11. August 1935).

Eine Zusammenfassung des Entstehens und der ersten Entwicklung des Zentralviehmarktes veröffentlichte der damalige Polizeiverwalter Dr. Ludwig Jungermann in: Die Landeshauptstadt Oldenburg, herausgegeben von der Stadt Oldenburg, Berlin-Halensee 1927, Seite 73-75.