Eröffnung des Bandhauses - Stadt Oldenburg
Eröffnung des Bandhauses

„Bandhaus“ gibt dem Cadillac eine neue Note

Foto: Stadt Oldenburg
Auf der Bühne im Bandhaus: (vorne, von links) Cadillac-Auszubildender Ruben Jena und FSJ-Absolvent Ken Stieme sowie (dahinter, von links) Dagmar Sachse, Marius Asmus, Jürgen Krogmann, Hans-Dieter Remmers, Frank Lammerding und Christian Fritsch. Foto: Stadt Oldenburg

Neue Töne im Jugendkulturzentrum Cadillac: Das langersehnte „Bandhaus“ hat an der Huntestraße 4a offiziell zum 1. Dezember 2017 seinen Betrieb aufgenommen. Mit dem Umbau und der konzeptionellen Erweiterung begegnete die Stadt Oldenburg dem seit Jahren beklagten Mangel an bezahlbaren Proberäumen für junge Musiker und Bands. „Oldenburg hat eine wunderbar vielseitige und junge Musikszene. Die wollen wir mit dem städtischen Bandhaus im Cadillac fördern. Talente bekommen hier ein sehr gut ausgestattetes musikalisches Wohnzimmer“, sagt Oberbürgermeister Jürgen Krogmann. „Wir möchten vorwiegend für Newcomer die erste Anlaufstation sein. Wer ungestört üben möchte oder sich auf Auftritte und Aufnahmen vorbereiten will, soll hier seinen Platz finden“, unterstreicht Cadillac-Leiter Marius Asmus.

Die Kombination von Proberäumen mit dem hauseigenen Tonstudio und dem voll ausgestatteten Konzertsaal im Cadillac ist „nahezu perfekt“, betont Sozialdezernentin Dagmar Sachse. Die Jugendarbeit im Cadillac habe sich in den vergangenen Jahren „eine gesunde Basis“ in der Betreuung und Förderung von jungen Bands und talentierten Musikerinnen und Musikern geschaffen, hebt Jugendamtsleiter Frank Lammerding hervor. „Diese positive Entwicklung soll durch die Umstrukturierung in ein Bandhaus ausgebaut und mit der Errichtung von zusätzlichen Proberäumen unterstützt werden“, erläutert Sachse.

Sieben Proberäume, ein Tanzsaal und ein Tonstudio
Das „Bandhaus“ ist ein eigener Bereich im Cadillac, der separate Sanitäranlagen erhalten hat und vom Veranstaltungsbereich abgetrennt wurde. Es umfasst auf einer Gesamtfläche von rund 230 Quadratmetern sieben Proberäume, einen Tanzsaal und ein Tonstudio. Fünf der sieben Proberäume sind neu entstanden. Dabei wurden im Erdgeschoss zwei Büros in Proberäume umgewandelt. Die Verwaltung hat dafür Räume im Vorderhaus erhalten. Im Untergeschoss stehen im Unterrichtsdomizil der zum 31. Juli vorigen Jahres eingestellten hauseigenen Musikschule vier Band-Räume sowie der bisherige Cadillac-Proberaum für Jugendbands zur Verfügung. Der für den Umbau bereitgestellte Kostenrahmen in Höhe von 190.000 Euro konnte eingehalten werden.

Musikalischer Wissenstransfer
Der monatliche Mietpreis für Bands beträgt 7,50 Euro pro Quadratmeter (inklusive Strom und sonstiger Nebenkosten). Die Kosten pro Raum können auf mehrere Nutzer aufgeteilt werden. Das Angebot an junge Bands, am Nachmittag kostenlos zu proben, wurde beibehalten und ausgebaut. „Damit werden die Vorgaben des Jugendförderplans umgesetzt. Die pädagogische Arbeit mit Besucherinnen und Besuchern erfährt eine Erweiterung“, betont Stadtjugendpfleger Christian Fritsch. Durch die Möglichkeit, Einzelunterricht, Workshops und Bandcoachings anzubieten, werde auch ein musikalischer Wissenstransfer gewährleistet.

Die neu geschaffenen Proberäume im Jugendkulturzentrum sind vor allem für Musiker unter 27 gedacht. Ältere sind indes auch willkommen. Schließlich bezieht die nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz definierte Jugendarbeit in einer kommunalen Einrichtung auch Menschen über 27 ein – im „angemessenen Umfang“.

Die bisherige Resonanz zeigt, dass das „Bandhaus“-Konzept ins Schwarze trifft. „Es sind bereits alle Räume bis auf einen vermietet“, berichtet Marius Asmus. Das Spektrum der Nutzer reicht von der Jazzformation bis zur Post-Hardcore-Band.

Probemöglichkeit für mindestens 20 Bands
Die Stadtverwaltung schätzt, dass – bei einer zeitlich versetzten Mehrfachnutzung der Räume – mindestens 20 Bands eine Probemöglichkeit im Cadillac erhalten können. Das Defizit war schon bei der Verabschiedung des Bürgerhaushalts 2012/2013 offenkundig geworden. Nach den an einem runden Tisch mit Musikern im Jahr 2013 gesammelten Erfahrungen sollen etwa 50 Oldenburger Bands „unterversorgt“ sein. Es wird davon ausgegangen, dass diese Schätzung nach wie vor nah an der Realität liegt, da es immer wieder Nachfragen aus der Musikerszene nach entsprechenden Räumlichkeiten gibt, erläutert Kulturbüro-Leiter Hans-Dieter Remmers: „Das ,Bandhaus‘ Cadillac wird das Defizit an Proberäumen in der Stadt Oldenburg deutlich abmildern. Außerdem bietet diese Lösung zahlreiche Ausstattungsmerkmale, die seitens der Musikerinnen und Musiker in einer Online-Umfrage des Kulturbüros als Voraussetzungen für ein sinnvolles Raumangebot genannt worden sind.“
Seit der Sanierung nach dem Brand im vergangenen Jahr und der im November 2016 erfolgten Wiedereröffnung verzeichnet das Cadillac deutlichen Rückenwind: „Bei den Konzerten waren wir seither siebenmal ausverkauft“, freut sich Marius Asmus. „Die Bands kommen gerne zu uns.“ Auch technisch ist das Jugendkulturzentrum auf einem hervorragenden Stand. „Wir müssen uns mit unserem Equipment nicht verstecken“, betont Asmus.

Neue Café-Öffnungszeiten

Neue Veranstaltungsformate wie „Sing das Ding“ oder die „100 DJs“-Party ergänzen den Konzertbetrieb. Seine Café-Öffnungszeiten hat das Cadillac den veränderten Bedürfnissen von Jugendlichen angepasst. So macht das Café jetzt später auf und steht in der Woche von 15 bis 21 Uhr zur Verfügung. Mit der Verschiebung der Öffnungszeiten für den offenen Cafébereich werden die Vorgaben des Kinder- und Jugendförderplanes in der Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendarbeit umgesetzt. Dank des separaten Eingangs kann im „Bandhaus“ indes auch über diesen Zeitrahmen hinaus in die Saiten gegriffen werden. 

Weitere Auskünfte gibt es unter Telefon 0441 235-3800 oder per E-Mail an cadillac(at)stadt-oldenburg.de »