Möglichkeiten im neuen Stadtteil - Stadt Oldenburg
Möglichkeiten im neuen Stadtteil

Der Fliegerhorst als neuer Stadtteil

Foto: Stadt Oldenburg
Unterkunftsgebäude auf dem Fliegerhorst. Foto: Stadt Oldenburg

Wohnen im Quartier
Ein neuer Stadtteil lebt davon, dass er als Stadtviertel einen eigenen Charakter entwickelt. Besonders beim Thema Wohnen ist es sinnvoll, bei der Gestaltung darauf zu achten, dass ein neuer Stadtteil im Gefüge der Stadt ein eigenständiges Quartier bilden kann.

Ein Ansatz ist die Durchmischung eines neuen Wohngebiets mit Büronutzungen, nicht störendem Gewerbe sowie Ateliers, Kleingewerbe und auch kulturellen Einrichtungen. Auch die Ansiedlung von kleinteiligen Dienstleistungen, wie beispielsweise Kiosk, Bäcker, Café oder Ähnlichem, die unmittelbare Bedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohner vor Ort decken, sind denkbar und wünschenswert. Diese Durchmischung bietet einen Rahmen für Plätze und Grünstrukturen, die das neue Stadtviertel lebendig und lebenswert machen.
Der Fliegerhorst ist keine unbebaute Wiese. Schon heute besitzt jeder Bereich des Planungsgebietes eine charakteristische Prägung durch seine Entstehungsbedingungen. Das bringt auch jeweils spezifische Entwicklungschancen mit sich. So gibt es zum Beispiel in der Wertzone » (PDF, 1,5 MB) „Wohnbaufläche“ vorhandenen Baumbestand, der zum Thema „Wohnen im Park“ anregen könnte.

Das Wohnen kann sich aber auch an anderen thematischen Ausrichtungen orientieren, zum Beispiel:

  • Modelle der Mischung von Wohnen und Arbeiten
  • Stützung familienfreundlicher Wohnmodelle, Gemeinschaftswohnen und Baugemeinschaften
  • Mehrgenerationenwohnen und inklusive Wohnprojekte
  • Ökologische Zielsetzungen, energiesparende Bauweisen, Einsatz moderner Techniken und so weiter
Foto: Stadt Oldenburg
Shelter auf dem Fliegerhorst. Foto: Stadt Oldenburg

Inklusion im neuen Stadtteil
Der Inklusionsgedanke ist aus städtischer Sicht ein zentrales Element im neuen Stadtteil. Das bedeutet, dass jede Bewohnerin beziehungsweise jeder Bewohner unabhängig von einer möglichen Behinderung die gleichen Zugangsmöglichkeiten zu allen Lebensbereichen hat. Neben Barrierefreiheit und der technischen Ausstattung von Wohnraum sollten auch Unterstützungsnetze und Dienstleistungsangebote für Menschen mit Behinderung Berücksichtigung finden.

Energiekonzept im neuen Stadtteil
Mit der Planung und Erschließung des Fliegerhorstes ergäbe sich auch die Möglichkeit, in Teilen neue Energien zu nutzen. Es besteht die Chance, ein sich selbst versorgendes Quartier zu errichten, dessen neue Gebäude und sanierte Altgebäude Vorbildfunktion erfüllen können.

Gemeinbedarf im neuen Stadtteil
Auf Gemeinbedarfsflächen dürfen nur Einrichtungen betrieben und Anlagen errichtet werden, die der Allgemeinheit dienen. Dazu zählen beispielsweise Kindertagesstätten, Schulen, Kirchen oder kulturelle Einrichtungen. Im neuen Stadtteil sind soziale Angebote, die dem Gedanken der Inklusion folgen, notwendig und sinnvoll und können vorhandene Angebote ergänzen. Hier ist zum Beispiel eine inklusive Kindertagesstätte denkbar sowie der Aufbau von Unterstützungsnetzen und Dienstleistungsangeboten für Menschen mit Einschränkungen. Auch die Sicherung bereits vorhandener Einrichtungen, beispielsweise für sportliche Aktivitäten, fallen hierunter.

Foto: Stadt Oldenburg
Grüner Fliegerhorst. Foto: Stadt Oldenburg

Grünstrukturen im neuen Stadtteil
Der neue Stadtteil kann durch Fuß- und Radwege mit den umliegenden Grünstrukturen verknüpft werden. Die denkbare sogenannte Sport- und Freizeitroute, die überwiegend auf dem das Flugfeld umgebenden Versorgungsweg verlaufen könnte, ließe sich mit nahen Fuß- und Radwegen verbinden. Ebenso kann der kleine Bürgerbusch für Fußgänger und Radfahrer angebunden werden. Im südöstlichen Bereich des Areals ist die Renaturierung der Ofenerdieker Bäke vorgesehen. Hier sollen auch sogenannte Retentionsräume, in denen Wasser bei Hochständen nach und nach versickern kann, entstehen. Das ist notwendig, um das Regenwasser, das sich bei Starkregenereignissen auf dem Alexanderfeld aufstaut, abfangen zu können. Auch finden sich auf dem Fliegerhorst Einzelbäume, Baumreihe und -gruppen sowie Gehölze, die erhaltenswert sind und schon heute positiv zur Strukturierung des Areals beitragen.

Gewerbe & Dienstleistungen
Der Fliegerhorst bietet die Möglichkeit, relativ stadtnah Flächen für unterschiedliche Gewerbe- und Dienstleistungsnutzungen in einem innovativen Umfeld zu schaffen. Es könnte ein Areal für Gewerbe und Dienstleistungen entstehen. Die Hallensichel mit ihrer markanten Anordnung bietet sich als Flächen- und Raumangebot für Innovation und Produktion an.

Kultur
Für kulturelle Einrichtungen und Nutzungen bietet der neue Stadtteil gute Voraussetzungen. Von Künstlerinnen und Künstlern wird bedauert, dass aufgrund des hohen Bedarfs nach Wohnraum in Oldenburg Brachflächen, Werkstätten oder leerstehende Gebäude, die bislang als Ateliers genutzt werden konnten, für Investoren interessant werden. Künstlerinnen beziehungsweise Künstler haben es daher nicht leicht, geeignete, finanzier- und mietbare Räumlichkeiten zu finden. Dieses Angebot könnte auf dem Fliegerhorst geschaffen werden.

Foto: Peter Duddek
Start- und Landebahn. Foto: Peter Duddek

Freizeit & Sport
Für den Sport- und Freizeitbereich wurden bereits zahlreiche Wünsche an die Fläche Fliegerhorst „herangetragen“. So möchten zum Beispiel ein Sportverein ganz auf den Fliegerhorst umsiedeln, andere Sportvereine möchte bestimmte Flächen auf dem Fliegerhorst nutzen. Eine öffentliche Skaterhalle wurde ins Gespräch gebracht sowie ein Rundweg zum Skaten. Auch wurde diskutiert, ob der Fliegerhorst als Standort für ein eventuell neu zu bauendes Stadion in Frage kommen könnte.

Der Sportentwicklungsplan sieht vor, im öffentlichen Raum mehr Bewegungsflächen zu schaffen, die auch ohne Vereinszugehörigkeit von Freizeitsportlern genutzt werden können. Hierzu zählen Spielplätze mit Bewegungsschwerpunkt ebenso wie Bolzplätze, Laufwege beziehungsweise -strecken und einfache Freiflächen. Zur Umsetzung dieser Ziele bietet sich der neue Stadtteil auf Grund seiner örtlichen Gegebenheiten an.
Aktuell wird eine Sporthalle am südlichen Rand des Fliegerhorstes durch Vereine genutzt. Auch in Zukunft könnte diese Halle als Sporthalle genutzt werden.

Entwicklungsfläche (Reservefläche)
Die im Zentrum gelegene Entwicklungsfläche soll für zukünftige Nutzungen offen gehalten werden, ohne schon heute eine Festlegung zu treffen.