MICK - Mädchen kicken mit! - Stadt Oldenburg
MICK - Mädchen kicken mit!

Integrationsprojekt MICK zieht erfolgreiche Bilanz

Foto: fussball-ohne-abseits.de
Szene vom Mädchenfußballturnier 2008. Foto: fussball-ohne-abseits.de

Das Projekt „MICK – Kicking Girls“ an Oldenburger Grundschulen ist eine Erfolgsgeschichte! Dreizehn Grundschulen, in deren Einzugsbereich es einen erhöhten Anteil von Familien mit Migrationshintergrund gibt, sind inzwischen am Projekt beteiligt; außerdem die IGS Flötenteich und IGS Kreyenbrück. In den dortigen Fußball-AGs sind mittlerweile Mädchen aus zahlreichen Nationen vertreten: unter anderem aus der Türkei, Kasachstan, Russland, Albanien, Tschechien, der Ukraine, Italien, Weißrussland, Togo, dem Irak, Vietnam, dem Libanon, Tunesien, Afghanistan und dem Kosovo. Durch das Angebot von Mädchenfußball-AGs und die enge Verzahnung mit benachbarten Sportvereinen erhalten fußballbegeisterte Mädchen eine zusätzliche Chance zur Integration.

Das Oldenburger MICK-Projekt hat auch Lob und Anerkennung auf Bundesebene erfahren: Bundeskanzlerin Angela Merkel bezeichnete das Projekt als positives Beispiel erfolgreicher Integration durch Sport.

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Szene vom Mädchenfußballturnier 2008. Foto: fussball-ohne-abseits.de

Die Initiative MICK – Mädchen kicken mit
An den beteiligten Grundschulen werden besondere Arbeitsgemeinschaften für fußballspielende Mädchen angeboten. Dabei sollen gezielt (auch) Mädchen mit einem Migrationshintergrund angesprochen werden. Hintergrund ist der geringe Anteil von migrantischen Mädchen im organisierten Sport: Während migrantische Jungen gleich stark in Vereinen vertreten sind wie deutsche Jungen, ist der Unterschied zwischen deutschen und migrantischen Mädchen gravierend: Nur neun bis zehn Prozent der migrantischen Mädchen sind Mitglied im Sportverein, bei den deutschen Mädchen sind es fünfzig Prozent.

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Szene vom Mädchenfußballturnier 2008. Foto: fussball-ohne-abseits.de

Schulen profitieren gleich doppelt von MICK
Auch die Schulen profitieren von dem Projekt. Neben einem zusätzlichen Sportangebot besteht der größte Gewinn in der Anerkennung und der Stärkung des Selbstvertrauens der Mädchen. Diese Stärkung wirkt weit über das Fußballspielen hinaus. So verbessern sich teilweise die schulischen Leistungen der Mädchen. Erfahrungen an Standorten im ganzen Bundesgebiet zeigen: Das Interesse der migrantischen Mädchen, Fußball zu spielen, ist sehr groß. Auch in Oldenburg sind die Rückmeldungen der beteiligten Schulleiter bislang durchweg positiv.

Schulung von jugendlichen Coaches
Bestandteil des Projektes ist auch die Schulung von älteren Mädchen zu jugendlichen Coaches. Sie sollen die Arbeit in den Schulen und Vereinen unterstützen, weil es im Fußball zwar immer mehr weibliche Mitglieder, aber kaum weibliche Trainerinnen und Betreuerinnen gibt. Eine weibliche sportliche Bezugsperson ist aber für alle Mädchen und insbesondere für viele migrantische Mädchen von hoher Bedeutung.
Deshalb lassen sich fußballinteressierte Mädchen aus den Klassen 8 bis 10 im Rahmen einer Qualifzierungsmaßnahme des MICK-Projektes zu Coaches ausbilden. Ihnen werden Kenntnisse über den Aufbau von Übungsstunden sowie Aufsichts- und Rechtsfragen vermittelt. Außerdem werden sie in Erster Hilfe, verschiedenen Ballspielformen und im Lehren von Bewegungen sowie in der Organisation von Turnieren geschult. Mittlerweile wurden mehr als 50 weibliche Jugendliche zu Coaches ausgebildet.

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Szene vom Mädchenfußballturnier 2008. Foto: fussball-ohne-abseits.de

Erfolgsbilanz
MICK ist ein voller Erfolg. Das zeigt sich unter anderem darin, dass der Türkische Sportverein Oldenburg die erste Mädchenmannschaft eines eigen-ethnischen Vereins in Niedersachsen gegründet hat. Seit der Saison 2008/2009 nehmen die Mädchen am Punktspielbetrieb teil und mittlerweile gibt es bereits drei Mädchenteams im Türkischen SV.
Auch beim alljährlich stattfindenden Mädchenfußballturnier sind die MICK-Schulen mit viel Spaß dabei. Das Ziel migrantische Mädchen in Sportvereine zu integrieren, wird ebenfalls erreicht: Die ersten Mädchen haben sich bereits beim Vereinsfußball angemeldet.

Das Land Hannover hat das Oldenburger Projekt MICK der Grundschule Nadorst mit dem FC Ohmstede mit dem Sonderpreis „Integration durch Fußball“ ausgezeichnet. Das Konzept ist zu einem Vorbild für zahlreiche Projekte an anderen Standorten geworden. Auch DFB, Uefa und Fifa sind von MICK begeistert und greifen das Konzept inzwischen auf.

Seit 2010 sind auch die Jungen am Ball: Mit „JICK – Jungen kicken mit“ nehmen Sie in Kooperation mit Oldenburger Oberschulen an den Qualifizierungsmaßnahmen im Rahmen eines außerschulischen Lernortes teil.

Weitere Infos:

  • Am 10. Februar 2012 wurde das Fußball-Projekt von IGS Flötenteich und Grundschule Nadorst beim bundesweiten Integrationswettbewerb von Deutschem Fußballbund (DFB) und Mercedes Benz mit dem zweiten Platz ausgezeichnet. Mehr »

Kontakt

Gleichstellungsbüro der Stadt Oldenburg:
Wiebke Oncken
Telefon: 0441 235-2759
E-Mail: gleichstellung(at)stadt-oldenburg.de
Projektleitung MICK-Kicking Girls:
Kerstin Pößiger
Telefon: 0151 64704650
E-Mail: kerstin.poessiger(at)kicking-girls.de