Im Gespräch - Stadt Oldenburg
Im Gespräch

Perspektivwechsel - „Neue Kulturpolitik?"

Foto: Privat und Christian Schenk
Katarzyna Wielga-Skolimowska und Prof. Dr. Stefan Garsztecki. Foto: Privat und Christian Schenk

Dienstag, 12. September 2017/19 Uhr/Eintritt frei/Kunstfoyer am Langenweg, Treuhand Oldenburg, Langenweg 55, 26125 Oldenburg

Katarzyna Wielga-Skolimowska und Prof. Dr. Stefan Garsztecki
Moderation: PD Dr. Beate Störtkuhl, BKGE

Katarzyna Wielga-Skolimowska, geboren 1976, ist für die Bundeszentrale für politische Bildung tätig. Die studierte Theaterwissenschaftlerin und Kuratorin war von 2013 bis zu ihrer Abberufung 2016 Direktorin des Polnischen Instituts Berlin sowie stellvertretende Sprecherin des Berliner Clusters der EUNIC – European Union National Institutes for Culture.

Prof. Dr. Stefan Garsztecki, geboren 1962, ist Politologe und Historiker. Der Professor für Europäische Studien sowie Kultur- und Länderstudien Ostmitteleuropas an der TU Chemnitz ist unter anderem Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde sowie der Arbeitsgruppe Geschichte des Deutsch-Polnischen Jugendwerkes.

Der Perspektivwechsel – eine moderierte Diskussionsreihe, die zum Dialog animieren und eingefahrene Sichtweisen in Frage stellen möchte. Erleben Sie, wie Fachleute unterschiedliche Überzeugungen äußern, Gemeinsamkeiten erkennen und auf lebhafte Weise auf die Bekundungen des Anderen eingehen. Ein Projekt, das 2009 im Rahmen der Stadt der Wissenschaft Oldenburg ins Leben gerufen und seitdem in unregelmäßigen Abständen fortgesetzt wurde, wird in diesem Jahr im Rahmen der Polen Begegnungen nicht nur auf aktuelle gesellschaftspolitische Herausforderungen des Nachbarlandes eingehen, sondern auch stets einen Ausblick in die Zukunft des Kontinents wagen.

Der Perspektivwechsel wird als Gemeinschaftsprojekt vom Kulturbüro, den europäischen Föderalisten Oldenburgs, der hiesigen VHS sowie dem Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa (BKGE) durchgeführt.

Der Sender Oeins wird die Diskussionsabende aufzeichnen. Das Bild- und Tonmaterial wird im Anschluss im Programm von Oeins ausgestrahlt sowie auf den jeweiligen Internetpräsenzen der Projektpartner und des Senders bereitgestellt.


Veranstaltungsnummer: 17BO 11000

Der Eintritt zu den Veranstaltungen ist frei.
Eine Anmeldung ist erwünscht über das Kundenzentrum der VHS Oldenburg
Telefon: 0441 923 91-50
E-Mail: info(at)vhs-ol.de

Der Kulturkampf in der polnischen Gesellschaft und Kultur nach 2010

Foto: Jens Gerdes, Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung
Prof. Dr. Leszek Zylinski. Foto: Jens Gerdes, Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung

Ein Vortrag von Prof. Dr. Leszek Żyliński, Uniwersytet Mikołaja Kopernika Toruń

Freitag, 6. Oktober 2017/19.30 bis 21 Uhr/Eintritt frei/Schlaues Haus, Schloßplatz 16, 26122 Oldenburg

Die Aufbruchsstimmung nach dem Systemwechsel und der Enthusiasmus nach dem Beitritt zur Europäischen Union 2004 erschöpften sich zunehmend nach zwei Jahrzehnten seit 1989, so dass im Polen des zweiten Jahrzehnt dieses Jahrhunderts der Prozess einer Neudefinierung der eigenen Identität begann. In der öffentlichen Debatte und in der Kultur (Film, Literatur, Theater) wurden Themen wie Tradition, Modernisierung, Patriotismus, Geopolitik, Europa sehr kontrovers diskutiert. Folge davon sind Verwerfungen, die zu Spannung und einer Entzweiung der Gesellschaft beitrugen, was durch den Umgang mit der Flugzeugkatastrophe bei Smolensk 2010 wesentlich verschärft wurde. Die komplexe mentale Situation der polnischen Gesellschaft und ihre Wahrnehmung in der Kultur ist das eigentliche Thema des Vortrags. Dabei werden auch aktuelle Probleme angesprochen, die nach der Präsidentschafts- und Parlamentswahl von 2015 Polen in Europa ins Zwielicht brachten. Gemeint sind die Aushöhlung des liberalen Rechtsstaates durch die PIS-Regierung, Umorientierung in der Geschichtspolitik, Rolle der katholischen Amtskirche, Exklusion (alte und neue), Probleme von Bildung, Gender und Migranten.

Schlaues Haus Oldenburg
Telefon: 0441 - 99873398
www.schlaues-haus-ol.de

Perspektivwechsel - „Neuer Nationalismus?"

Foto: Jakub Szymczuk und privat
Cezary Gmyz und Reinhold Vetter. Foto: Jakub Szymczuk und privat

Montag, 16. Oktober 2017/19 Uhr/Eintritt frei/Edith-Russ-Haus für Medienkunst, Katharinenstraße 23, 26121 Oldenburg

Reinhold Vetter und Cezary Gmyz
Moderation: Dr. Burkhard Olschowsky, BKGE

Reinhold Vetter, geboren 1946, ist freier Autor und Wissenschaftler in Berlin und Warschau. Er war unter anderem für den WDR und das Handelsblatt tätig. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Zeitgeschichte sowie Politik und Wirtschaft in Ostmitteleuropa. Er veröffentlichte Biographien unter anderem von Lech Wałęsa sowie diverse Sachbücher.

Der Perspektivwechsel – eine moderierte Diskussionsreihe, die zum Dialog animieren und eingefahrene Sichtweisen in Frage stellen möchte. Erleben Sie, wie Fachleute unterschiedliche Überzeugungen äußern, Gemeinsamkeiten erkennen und auf lebhafte Weise auf die Bekundungen des Anderen eingehen. Ein Projekt, das 2009 im Rahmen der Stadt der Wissenschaft Oldenburg ins Leben gerufen und seitdem in unregelmäßigen Abständen fortgesetzt wurde, wird in diesem Jahr im Rahmen der Polen Begegnungen nicht nur auf aktuelle gesellschaftspolitische Herausforderungen des Nachbarlandes eingehen, sondern auch stets einen Ausblick in die Zukunft des Kontinents wagen.

Der Perspektivwechsel wird als Gemeinschaftsprojekt vom Kulturbüro, den europäischen Föderalisten Oldenburgs, der hiesigen VHS sowie dem Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa (BKGE) durchgeführt.

Der Sender Oeins wird die Diskussionsabende aufzeichnen. Das Bild- und Tonmaterial wird im Anschluss im Programm von Oeins ausgestrahlt sowie auf den jeweiligen Internetpräsenzen der Projektpartner und des Senders bereitgestellt.

Veranstaltungsnummer: 17BO 11001

Der Eintritt zu den Veranstaltungen ist frei.
Eine Anmeldung ist erwünscht über das Kundenzentrum der VHS Oldenburg
Telefon: 0441 923 91-50
E-Mail: info(at)vhs-ol.de

Wellen der Polenbegeisterung in Deutschland und ihre Medien

Foto: Firma Foto Fox Warschau
Michal Mrugalski. Foto: Firma Foto Fox Warschau

Ein Vortrag von Dr. Michał Mrugalski, Slavisches Seminar, Eberhard Karls Universität Tübingen

Donnerstag, 26. Oktober 2017/19.30 bis 21 Uhr/Eintritt frei/Schlaues Haus, Schloßplatz 16, 26122 Oldenburg

Die Flüchtlingskrise spaltet seit Sommer 2015 nicht nur die Gemüter in Deutschland und Polen, sondern sie lässt auch viele nationale Vorurteile auftauen, die Intellektuelle längst überholt zu sein glaubten. Kaum betrat der erste Flüchtling aus dem Keleti-Bahnhof deutschen Boden, wurden die Polen in führenden deutschen Medien als rückständige fremdenfeindliche Bigotten stilisiert, als hätte man versucht, potentielle ethnisch begründete Abneigung zu kanalisieren und abzuleiten. Viele Polen haben darauf mit eingeübtem Trotz gegen die vermeintliche deutsche Dominanz in Europa geantwortet, wobei die Schicksale der Flüchtlinge vom aufgeblasenen Nationalstolz in den Hintergrund verdrängt wurden. Als besonders schwerwiegend einzustufen ist der Vorwurf der Solidaritätsverweigerung seitens Polens, weil alles, was bisher in den deutsch-polnischen Beziehungen auf Freundschaft und harmonisches Zusammensein hindeutete, auf dem Begriff und dem Gefühl der internationalen Solidarität basierte. In meinem Vortrag möchte ich mich auf zwei Zeiträume konzentrieren, in denen das Solidaritätsgefühl in Begeisterung umschlug, die so intensiv war, dass sie zum Entstehen von neuen Medien führte. In den Jahren 1830-49, die von dem polnischen Novemberaufstand (sowie freilich der Julirevolution in Frankreich) und dem Völkerfrühling umrahmt wurden, versuchte sich jeder Reimschmied und manch ein echter Dichter an Polenliedern, während der Solidarność-Karneval 1980-81 und der darauffolgende Kriegszustand eine andere Art der Message, der Sendung, vorzog, nämlich das Lebensmittelpaket. In meinem Vortrag möchte ich auf die Ausdrucksweisen der Solidarität und die hinter ihnen steckende Ideologie beziehungsweise Massenpsychologie eingehen. Die Beschäftigung mit deutsch-polnischen Beziehungen in der longue durée erlaubt die These, dass der Ausbruch der Solidarität mit den geflüchteten Syrern nicht beispiellos und nicht unbedingt auf die Nazi-Vergangenheit zurückzuführen, sondern ein Leitmotiv des liberalen Deutschlands ist.

Schlaues Haus Oldenburg
Telefon: 0441 - 99873398
www.schlaues-haus-ol.de

Der Prozess der deutsch-polnischen Aussöhnung und seine aktuelle Relevanz

Foto: Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung
Dr. Robert Zurek. Foto: Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung

Ein Vortrag von Dr. Robert Zurek, Stiftung Kreisau

Donnerstag, 9. November 2017/19.30 bis 21 Uhr/Eintritt frei/Schlaues Haus, Schloßplatz 16, 26122 Oldenburg

Der Prozess der deutsch-polnischen Versöhnung gehört, neben dem Prozess der deutsch-französischen Versöhnung, zu den wichtigsten Prozessen der europäischen Zeitgeschichte. Ohne die deutsch-französische Aussöhnung gäbe es keine Europäische Union, und ohne die deutsch-polnische Aussöhnung gäbe es keine Europäische Union, die den Osten des Kontinents umfasst.
In Deutschland wird die Bedeutung des deutsch-polnischen Aussöhnungsprozesses unterschätzt. Er wird oft als ein dem deutsch-französischen Aussöhnungsprozess nachgeordneter betrachtet, als seine weniger wichtige, weniger interessante Kopie. Doch er war nicht zweitrangig: Dieser Prozess kam – anders als der deutsch-französische – nach weitaus dramatischeren historischen Ereignissen sowie unter äußerst ungünstigen politischen Bedingungen zustande.
Die deutsch-französische Aussöhnung wurde als Projekt der Eliten angestoßen und begleitet von zwei Gesellschaften auf Augenhöhe und einer durchlässigen Grenze. Derart günstige Umstände blieben den Akteuren der deutsch-polnischen Versöhnung vorenthalten. Die Kontakte nach Polen besaßen auch deshalb einen anderen Charakter, da die DDR – als eigentlicher Nachbar Polens – stets involviert war. Aus diesem Grund nahm der Aussöhnungsprozess zwischen den Deutschen und den Polen andere Formen an, zeichnete sich durch eine andere Dynamik aus, wurde von anderen Akteuren getragen und verlangte von seinen Gründern sowie Mitgliedern viel mehr Entschlossenheit, Ideenreichtum und Mut als der Aussöhnungsprozess zwischen den Deutschen und den Franzosen. Aber gerade deshalb lässt sich an ihm besonders deutlich der Sinn der Zivilcourage, des zivilen Engagements und die Stärke der Zivilgesellschaft ablesen. Und das ist eine Botschaft, die auch für die Europäer von heute von großer Bedeutung ist.

Schlaues Haus Oldenburg
Telefon: 0441 - 99873398
www.schlaues-haus-ol.de

Perspektivwechsel - „Neues Europa?"

Foto: Stefan Kaminski und European Parliament
MdB Peter Meiwald und Prof. Dr. Zdzisław Krasnodębski. Foto: Stefan Kaminski und European Parliament

Freitag, 20. November 2017/19 Uhr/Eintritt frei/ VHS Oldenburg, Karlstraße 25, 26123 Oldenburg

MdB Peter Meiwald und Prof. Dr. Zdzisław Krasnodębski
Moderation: Jan Puhl, DER SPIEGEL

Peter Meiwald, geboren 1966,  ist ein deutscher Politiker der Partei Bündnis 90/Die Grünen. Er ist seit Oktober 2013 Mitglied des Deutschen Bundestages sowie Vorsitzender der Europäischen Föderalisten Oldenburgs.

Zdzisław Krasnodębski, geboren 1953, ist Professor für Soziologie an der Universität Bremen. Seit 2014 vertritt er die polnische Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) im Europäischen Parlament.

Der Perspektivwechsel – eine moderierte Diskussionsreihe, die zum Dialog animieren und eingefahrene Sichtweisen in Frage stellen möchte. Erleben Sie, wie Fachleute unterschiedliche Überzeugungen äußern, Gemeinsamkeiten erkennen und auf lebhafte Weise auf die Bekundungen des Anderen eingehen. Ein Projekt, das 2009 im Rahmen der Stadt der Wissenschaft Oldenburg ins Leben gerufen und seitdem in unregelmäßigen Abständen fortgesetzt wurde, wird in diesem Jahr im Rahmen der Polen Begegnungen nicht nur auf aktuelle gesellschaftspolitische Herausforderungen des Nachbarlandes eingehen, sondern auch stets einen Ausblick in die Zukunft des Kontinents wagen.

Der Perspektivwechsel wird als Gemeinschaftsprojekt vom Kulturbüro, den europäischen Föderalisten Oldenburgs, der hiesigen VHS sowie dem Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa (BKGE) durchgeführt.

Der Sender Oeins wird die Diskussionsabende aufzeichnen. Das Bild- und Tonmaterial wird im Anschluss im Programm von Oeins ausgestrahlt sowie auf den jeweiligen Internetpräsenzen der Projektpartner und des Senders bereitgestellt.

Veranstaltungsnummer: 17BO 11002

Der Eintritt zu den Veranstaltungen ist frei.
Eine Anmeldung ist erwünscht über das Kundenzentrum der VHS Oldenburg
Telefon: 0441 923 91-50
E-Mail: info(at)vhs-ol.de

Das Ministerium für Staatssicherheit und das Innenministerium der Volksrepublik Polen 1974-1990 – Grundriss einer konfliktreichen Beziehung

Foto: Anke Beims
Dr. Tytus Jaskułowski. Foto: Anke Beims

Ein Vortrag von Dr. Tytus Jaskułowski, Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung e.V. an der TU Dresden

Freitag, 24. November 2017/19.30 bis 21 Uhr/Eintritt frei/Schlaues Haus, Schloßplatz 16, 26122 Oldenburg

Sind Geheimdienste ein lustiges Thema? Darf man über jene Dienste, geschweige denn die politische Polizei, lachen? Dr. Tytus Jaskułowski, der bereits an der TU Chemnitz habilitiert, wird in seiner Präsentation diese Fragen beantworten und Fragmente seines bereits ins Deutsche übersetzten Buches vorstellen, und zwar mit Hilfe der absurdesten Fälle aus dem volkspolnischen und ostdeutschen Spitzelmilieu.
Er wird Ihnen zu einer kleinen Reise in die alte, gute, skurrile geheimdienstliche Welt einladen. In dieser Welt mischen sich der gerührte Geheimdienstler mit Rührei, der Agentenkampf mit chinesischen Heftern, Mehl mit Unterhosen und Kompott mit Komplott. Outfit und Mode werden ebenso präsent.

Dr. Tytus Jaskułowski, geb. 1976 in Gdańsk. Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Hannah - Arendt - Institut für Totalitarismusforschung e.V. an der TU Dresden. Forschungsschwerpunkte: DDR - Zeitgeschichte, deutsch – polnische Beziehungen.