Literatur - Stadt Oldenburg
Literatur

Begegnungen in Schulen und Hochschulen

Ausstellung der DPG Oldenburg e.V.

Donnerstag, 7. September bis Freitag, 3. November 2017, Stadtbibliothek im PFL, Peterstraße 3, 26121 Oldenburg

Die Ausstellung gibt Einblicke in die Kontakteund Austauschprogramme zwischen polnischen akademischen Einrichtungen und der Jadehochschule beziehungsweise der Carl von Ossietzky- Universität und zwei Oldenburger Schulen (AGO und GAK).

Sabrina Janesch: „Die goldene Stadt“

Foto: Frank Zauritz
Sabrina Janesch. Foto: Frank Zauritz

Historischer Abenteuerroman/Lesung

Dienstag, 12. September 2017/19.30 Uhr/Musik- und Literaturhaus Wilhelm13, Leo-Trepp-Straße 13, 26121 Oldenburg

Erst seit kurzem weiß man, dass das sagenumwobene Machu Picchu in Peru von einem Deutschen entdeckt wurde. Die deutsch-polnische Schriftstellerin Sabrina Janesch hat sich auf die Spuren des vergessenen Entdeckers begeben und erzählt in ihrem historischen Abenteuerroman seine aufregende Geschichte: Peru, 1887. Das ganze Land spricht nur von einem Mann. Augusto Berns will die verlorene Stadt der Inka gefunden haben. Doch wer ist dieser Mann? Alles beginnt mit einem Jungen, der am Rhein Gold wäscht und sich in erträumten Welten verliert, der später in Berlin den glühend verehrten Alexander von Humboldt befragt, um bald darauf zu beschließen, die goldene Stadt zu finden. Berns wagt die Überfahrt nach Peru, wo er eher zufällig zum Helden im Spanisch-Südamerikanischen Krieg wird, dann als Ingenieur der Eisenbahn Mittel für seine Expedition sammelt. Mit dem Amerikaner Harry Singer besteigt er die Höhen der Anden und schlägt sich durch tiefsten Dschungel – um schließlich an einen Ort zu gelangen, der phantastischer ist als alles, was er sich je vorgestellt hat. Die Oldenburger Literaturwissenschaftlerin Gabriella Paterson stellt die Schriftstellerin vor und spricht mit ihr darüber, was es bedeutet, für einen Traum zu leben.

Sabrina Janesch, geboren 1985 in Gifhorn, studierte Kulturjournalismus an der Universität Hildesheim und Polonistik an der Jagiellonen-Universität Krakau. Für ihr Schreiben wurde sie mehrfach ausgezeichnet. Unter anderem war sie die erste Stadtschreiberin von Danzig.

Eintritt: 9 Euro/ermäßigt 7 Euro/Kartenreservierung unter www.wilhelm13.de » oder telefonisch unter 0441 235-3014 beim Literaturbüro

Polnische Bibliothek

Foto: Stadt Oldenburg
Polnische Bibliothek. Foto: Stadt Oldenburg

Literatur zum Stöbern und Ausleihen

Donnerstag, 14. September 2017 bis Dienstag, 17. Oktober 2017/Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag: 11 bis 19 Uhr; Samstag: 11 bis 14 Uhr/Eintritt frei/Stadtbibliothek im PFL
, Peterstraße 3, 26121 Oldenburg

Die Stadtbibliothek Oldenburg präsentiert aus ihrem Bestand Romane, Biographien, Erzählungen und Prosasammlungen polnischer Autorinnen und Autoren sowie Medien zum Thema „Polen“. Die Ausstellung mit über 50 Titeln traditioneller, zeitgenössischer und kulturgeschichtlicher Erzählstoffe bietet dem deutschsprachigen Leser die Möglichkeit, tiefer in die geistige Welt Polens einzudringen.

Emilia Smechowski: „Wir Strebermigranten“

Foto: Linda Rosa Saal
Emilia Smechowski. Foto: Linda Rosa Saal

Unsichtbare Polen/Lesung

Mittwoch, 18. Oktober 2017/19.30 Uhr/Musik- und Literaturhaus Wilhelm13, Leo-Trepp-Straße 13, 26121 Oldenburg

Emilia Smechowski, 1983 in Polen geboren, floh mit ihrer Familie 1988 nach Westberlin. Sie studierte Operngesang und Romanistik in Berlin und Rom, bis sie im Journalismus Fuß fasste. Heute arbeitet sie als freie Autorin und Reporterin unter anderem für Geo, die Süddeutsche Zeitung und Die Zeit. Ihr Essay über die unsichtbaren Polen wurde mit dem Deutschen Reporterpreis, dem Konrad-Duden-Journalistenpreis und dem Deutsch-Polnischen Tadeusz-Mazowiecki-Journalistenpreis ausgezeichnet. In ihrem Buch „Wir Strebermigranten“ erzählt sie die Geschichte ihrer Familie:
Mit fünf Jahren war Emilia Smechowski in einem polnischen Plattenbau zuhause und ahnte nicht, dass ihre Eltern von einem besseren Leben träumten. Zwei Jahre später war sie Deutsche, und aus dem Traum war der tägliche Kampf geworden, sich perfekt zu integrieren. Wenn die Kollegen zum Essen kamen, gab es nicht etwa Piroggen, sondern Mozzarella und Tomate. Und wenn Emilia ein Deutschdiktat mit zwei Fehlern nachhause brachte, war ihre Mutter entsetzt. Aus keinem Land sind in den vergangenen Jahrzehnten mehr Menschen nach Deutschland gekommen, als aus Polen. Und keine andere Einwanderungsgruppe war so sehr darauf bedacht, sich unsichtbar zu machen. Emilia Smechowski erzählt die persönliche Geschichte einer kollektiven Erfahrung; eine Geschichte von Scham und verbissenem Aufstiegswillen, von Befreiung und Selbstbehauptung. Sie liest aus ihrem Buch und spricht mit dem Oldenburger Literaturwissenschaftler Michael Vauth.

Eintritt: 9 Euro/ermäßigt 7 Euro/Kartenreservierung unter www.wilhelm13.de » oder telefonisch unter 0441 235-3014 beim Literaturbüro

Und die Sonne stand still

Foto: wikimedia/Reußner
Kopernikus. Foto: wikimedia/Reußner

Szenische Lesung nach Dava Sobel mit musikalischer Untermalung

Dienstag, 24. Oktober 2017/20 Uhr/Forumskirche St. Peter, Peterstraße 22-26, 26121 Oldenburg
Eintritt frei, Spenden erwünscht

Nikolaus Kopernikus (polnisch Mikolaj Kopernik) geboren 1473 in Thorn (Torun), gestorben 1543 in Frombork (Frauenburg), ist untrennbar verbunden mit einer wissenschaftlichen Revolution: der Erkenntnis, dass sich die Erde um die eigene Achse dreht und sich zusammen mit den anderen Planeten unseres Sonnensystems um die Sonne bewegt. Kopernikus ließ mit seinem heliozentrischen Weltbild das seit 1400 Jahren gültige geozentrische Weltbild des Ptolemäus einstürzen. Jedoch zögerte Kopernikus mehr als dreißig Jahre,  seine bis dahin handschriftlich festgehaltenen Thesen zu veröffentlichen, einerseits durch die Furcht, von seinen astronomischen Fachgenossen verlacht zu werden, andererseits aus Angst vor der Kirche und den Reformatoren. In einer seiner Tischreden spottete Martin Luther 1539 über ihn: "Der Narr will die ganze Kunst Astronomiae umbkehren (sic). Aber wie die heilige Schrift anzeiget, so hieß Josua die Sonne still stehen, und nicht das Erdreich". Erst als ein unerwarteter Gast, der jungen Lutheraner Rhetikus 1539 die gefährliche, mehrere hundert Kilometer weite Reise  ins polnische Preußen auf sich nahm, um mehr über die neue Anordnung der Planeten zu erfahren, willigte der alternde, katholische Kopernikus ein, sein Schweigen zu brechen.

Eine szenischen Lesung der Schauspieler Markus Weiss (Kopernikus) und Simon Windrich (Rhetikus) auf Grundlage des Zweiakters der amerikanischen Wissenschaftsautoren Dava Sobel «Und die Sonne stand still» zur Spannung zwischen Bibelgläubigkeit, Reformation und wissenschaftlicher Wahrheitssuche, gewürzt mit einer Prise verbotenem Eros. Musikalisch wird der Oldenburger Musiker Martin Flindt die Lesung begleiten.

Oldenburg und Europa 2017: „Oldenburg begegnet Polen – und wo stehen wir?“

Foto: Sebastian Hänel
Matthias Nawrat. Foto: Sebastian Hänel

Dienstag, 28. November 2017/19.30 Uhr/Kulturzentrum PFL, Peterstraße 3, 26121 Oldenburg

Was ist Europa? Wer sind die Europäer? Und wo verorten wir uns – in Oldenburg, in Deutschland, in Polen, anderswo? Gibt es gemeinsame europäische Erinnerungen, Geschichte(n), die uns verbinden? Welche Rolle spielt die Literatur?

Die Oldenburger „Polen-Begegnungen“ bieten die Möglichkeit, mit anderen Europäern in Kontakt zu kommen, die Stimmen unserer Nachbarn zu hören und zu verstehen. Dabei treffen wir auf Polen und auf Deutsche, aber auch auf Menschen, die da wie dort zuhause sind. Sind sie Europa schon ein Stück näher als wir? Welche Erfahrungen können sie beitragen?
Einer von ihnen ist der Schriftsteller Matthias Nawrat. Er wurde in Polen geboren und lebt heute in Deutschland, schreibt auf Deutsch – nicht nur, aber auch über Polen.
In einem Impulsvortrag schildert er „Erfahrungen eines schreibenden Europäers“, im anschließenden Gespräch mit der Oldenburger Literaturwissenschaftlerin Sabine Doering sollen weitere Aspekte vertieft und Fragen beantwortet werden. Das Gespräch ergänzen ausgewählte Passagen aus Matthias Nawrats Schelmenroman „Die vielen Tode unseres Opas Jurek“ und anderen Texten, vorgestellt von Oldenburger Kammerschauspieler Thomas Lichtenstein.
Matthias Nawrat, 1979 im polnischen Opole (Oppeln) geboren, siedelte 1989 mit seiner Familie nach Bamberg um. Er studierte Biologie in Heidelberg und Freiburg und am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel. Er lebt als freier Wissenschaftsjournalist und Kulturkritiker in Berlin. Für seinen Debütroman „Wir zwei allein“ (2012) erhielt er unter anderen den Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis, für seinen Roman „Unternehmer“ (2014) den Kelag-Preis. Für „Die vielen Tode unseres Opas Jurek“ bekam er den Förderpreis des Bremer Literaturpreises und die Alfred Döblin-Medaille.

PROGRAMM

Begrüßung und Einführung
Prof. Dr. Matthias Weber, Direktor des Bundesinstituts für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa

Erfahrungen eines schreibenden Europäers
Matthias Nawrat

Podiumsgespräch mit Lesung
Mit Matthias Nawrat (Berlin) spricht Prof. Sabine Doering, (Universität Oldenburg).
Der Schauspieler Thomas Lichtenstein (Oldenburgisches Staatstheater) liest aus Texten von Matthias Nawrat

Empfang

Eintritt frei. Um Anmeldung bis zum 21. November 2017 bei Anja Feldmann (BKGE), bkge(at)bkge.uni-oldenburg.de oder telefonisch unter 0441 96 19 5-0 wird gebeten.