Erste Bilanz RECUP - Stadt Oldenburg
Erste Bilanz RECUP

Ein halbes Jahr RECUP: Schon 8.000 umweltfreundliche Coffee-to-go-Pfandbecher im Umlauf

Die Idee kam Florian Pachaly beim Kaffee an der Uni. Wo auch sonst? Der 22-Jährige hatte den Müll-Irrsinn einfach satt: „Jeder Student stand in den Pausen auf dem Campus mit Einwegbechern herum.“ Der Coffee-to-go ist zwar schön bequem, aber auch verheerend für die Umwelt: 320.000 Becher werden pro Stunde in Deutschland nach einmaligem Gebrauch in den Müll geworfen. In Fabian Eckert (28), der zur selben Zeit nach einer Lösung des Problems suchte, fand Florian Pachaly einen Gleichgesinnten: Zusammen entwickelten die beiden Jungunternehmer den Lösungsansatz „RECUP“: einen Mehrweg-Pfandbecher für den Kaffee zum Mitnehmen. Am 2. November 2016 starteten die beiden mit einem Pilotprojekt in Pachalys Heimatstadt Rosenheim, heute ist das System in 23 Städten – unter anderem in München, Berlin, Köln, Augsburg, Ludwigsburg und Oldenburg – an mehr als 800 Standorten verbreitet.

Mittlerweile bechern 16 Oldenburger Betriebe mit
Die Stadt Oldenburg gehörte zu den ersten Kooperationspartnern – Grund genug für Umweltdezernentin Gabriele Nießen, um gemeinsam mit Inka Thole, Beauftragte für die Lokale Agenda 21 in Oldenburg, und RECUP-Gründer Florian Pachaly eine erste Bilanz zu ziehen. Seit dem offiziellen Startschuss, der am 4. September 2017 erfolgt war, beteiligen sich mittlerweile 16 Betriebe (Cafés, Bäckereien und Cafeterien) mit fast 50 Filialen an dem Mehrwegsystem. Im Februar waren in Oldenburg laut RECUP rund 8.000 Becher im Umlauf.

Je mehr mitmachen, desto besser
„Das ist ein guter Anfang und ein wertvoller Beitrag zur Ressourcenschonung und Müllvermeidung. Wir sind mit der bisherigen Resonanz sehr zufrieden“, resümiert Gabriele Nießen. Die Stadtbaurätin hofft natürlich, dass weitere Kaffeeanbieter und auch Konsumenten auf den Geschmack kommen und sich zum Umstieg auf den Mehrweg-Becher entschließen. Denn: „Je mehr Verkaufs- und Rückgabestellen es in der Stadt gibt, desto einfacher und komfortabler wird es für die Kunden. Das Mehrwegsystem lebt von vielen Partnern und deren Engagement“, betont Inka Thole.

Gutscheinaktion in Oldenburgs City
Damit künftig noch mehr Menschen in Oldenburg nachhaltig bechern, warb RECUP am Donnerstag mit einer Gutscheinaktion in der Innenstadt für das System. Die Gutscheine sind ebenso wie der Becher mit der Oldenburg-Silhouette gestaltet. In der speziellen Oldenburg-Edition und mit dem aufgedruckten Spruch „Moin Oldenburg“ eignet sich das recycelbare Trinkgefäß auch als Werbeträger und trägt dazu bei, dass sich die Kaffeegenießer mit der Pfandbecher-Nutzung identifizieren. „Uns war wichtig, bei den Menschen das Umweltbewusstsein und die Verantwortung fürs eigene Handeln zu schärfen. Das gelingt mit dieser Aktion sehr gut und auf einfache Weise“, sagt Nießen.

Wie funktioniet RECUP?

Foto: Stadt Oldenburg
Die Oldenburger RECUP-Becher. Foto: Stadt Oldenburg

So funktioniert RECUP: Coffee-to-go-Kunden kaufen ihren Kaffee im RECUP-Becher in einem der Partnercafés, hinterlegen 1 Euro Pfand und erhalten gegenüber dem Kaffee im Einwegbecher zusätzlich einen Preisvorteil. Leere Becher können deutschlandweit bei allen RECUP-Partnern wieder abgegeben werden, um das Pfand zurückzuerhalten. Die Becher werden vor Ort oder durch RECUP gereinigt und anschließend direkt wieder im System eingesetzt. Alle teilnehmenden Anbieter lassen sich jederzeit über die RECUP-App einsehen, auch der kürzeste Weg zum nächsten Partner kann darüber angezeigt werden. Kaffeeanbieter zahlen als Gebühr für die Systemnutzung 1 Euro pro Tag und Standort. „Wir haben uns dabei vom deutschen Pfandsystem inspirieren lassen. Das ist also grundsätzlich nichts Neues für die Menschen“, erklärt Florian Pachaly.

Warum ist der Pfandbecher ausgerechnet aus Plastik?
Und warum soll Plastik- und Pappbechermüll ausgerechnet mit einem Pfandbecher aus Plastik vermieden werden? Auch das wird der RECUP-Gründer oft gefragt. Seine Antwort: „Für einen Mehrweg-Pfandbecher ist momentan das Material Polypropylen die nachhaltigste Alternative. Becher aus diesem Material können viel länger im Kreislauf des Pfandsystems gehalten werden. Sie machen mindestens 500 Spülgänge mit und sind extrem bruchsicher.“ Vergleiche man Herstellungs- und Recyclingbedingungen, so Pachaly, schneide Polypropylen durch geringen Energieverbrauch und perfekte Recyclingfähigkeit am besten ab. „Wir sind aber auf der Suche nach alternativen Materialien wie Biokunststoffen, die ähnlich gute Eigenschaften wie Polypropylen haben.“

Wiederverwendbarer Mehrweg-Deckel kommt
Außerdem arbeitet RECUP an einem wiederverwendbaren Mehrwegdeckel für die Becher, der
im kommenden Monat auf den Markt kommen soll. Damit die „Coffee-to-go“-Philosophie weiterleben kann – nur eben ressourcenschonend und mit gutem Gewissen.

Welche Oldenburger Betriebe machen mit?

Folgende Betriebe beteiligen sich bislang in Oldenburg am RECUP-Pfandbecher-System.

  • Bäckerei Behrens-Meyer/Le Café
  • Bäckerei Bruno
  • Bäckerei Müller-Egerer
  • Bastwöste-Marktcafé
  • Café am Steinweg (Evangelisches Krankenhaus)
  • Café Kurswechsel in der VHS
  • Café Leutbecher
  • Café MitMensch im Büsingstift
  • Café Rundblick (Reha-Zentrum)
  • Café Woyton
  • Cafeteria in der BBS Haarentor
  • Heimathaven Oldenburg
  • Käthe Kaffee (Kaiserstraße)
  • OLantis-Gastronomie
  • OVS-Gastronomie in den Weser-Ems-Hallen
  • Salon 7 (Baumgartenstraße)
  • Vita-Catering in der Helene-Lange-Schule

Wo bekomme ich weitere Informationen?

Fragen zum Mehrwegbecher-System beantwortet das Agenda-Büro der Stadt Oldenburg unter Telefon 0441 235-3246 oder per E-Mail an agenda21(at)stadt-oldenburg.de » 

Mehr über den RECUP-Becher erfahren Sie auf der offiziellen Website »