Schwerpunktthema 2014 - Stadt Oldenburg
Schwerpunktthema 2014

„Nachhaltiger Konsum – Genuss mit gutem Gewissen“

Foto: Robert Kneschke/Fotolia.com
Eine Frau kauft Obst und Gemüse ein. Foto: Robert Kneschke/Fotolia.com

Der Begriff Nachhaltigkeit kommt ursprünglich aus der Forstwirtschaft und wurde durch Hans Carl von Carlowitz geprägt. In diesem Zusammenhang bedeutet er soviel wie nicht mehr Bäume zu schlagen als nachwachsen können. Heutzutage wird Nachhaltigkeit meist mit einer nachhaltigen Entwicklung in Verbindung gebracht. Man sollte also nicht mehr Lebens- und Produktionsmittel beziehungsweise Rohstoffe für die Aufrechterhaltung des Lebensstandards aufwenden als sich künftig regenerieren können. Ziel ist es, nachfolgenden Generationen einen ähnlich hohen Lebensstandard wie heute zu ermöglichen.

Nachhaltiger Konsum bezieht sich somit auf ein bewusstes Kaufverhalten oder auch Nichtkaufverhalten. Dem liegt die Überlegung zu Grunde, ob und wie umweltverträglich ein Produkt hergestellt wurde und, ob und wie gerecht der Produzent entlohnt wurde und nicht zuletzt, ob man das Produkt wirklich benötigt.

Zu diesem Thema möchte die Lokale Agenda 21 in Oldenburg informieren und über Produkte aus den Kategorien Fair Trade, Bio und regional/saisonal aufklären.

Foto: PhotoSG/Fotolia.com
Fair gehandelter Kaffee, Foto: PhotoSG/Fotolia.com

Bei Fair Trade-Produkten handelt es sich um fair gehandelte Produkte aus aller Welt, die mit Mindestpreisen über dem Weltmarktniveau eine gerechtere Bezahlung für Produzenten – meist Kleinbauern aus ärmeren Ländern – und ihren Familien gewährleisten sollen. Darüber hinaus entsprechen Produkte mit dem Fair Trade-Siegel höheren ökologischen Standards.

Bio-Produkte werden nach festgelegten ökologischen Standards hergestellt, die dadurch einen erheblich geringeren Anteil an Schadstoffen wie zum Beispiel Pestiziden gegenüber konventionell hergestellten Lebensmitteln aufweisen. Dies kommt zum einen den Verbrauchern zu Gute, die diese Lebensmittel konsumieren und zum anderen ist diese Anbauweise umweltverträglicher, da dadurch weniger schädliche Stoffe in das Ökosystem gelangen.

Foto: Stefan Koerber/Fotolia.com
Möhren im Beet. Foto: Stefan Koerber/Fotolia.com

Auch eine Ernährung mit regionalen und saisonalen Lebensmitteln ist ganz im Sinne eines nachhaltigen Konsumverhaltens. Einerseits wird durch die kurzen Transportwege weniger klimaschädliches CO2 emittiert und andererseits wirkt sich die Frische der Produkte deutlich positiv auf deren Geschmack aus. Während der Erntezeit sind die Produkte auf Grund ihrer hohen Verfügbarkeit zudem meist günstiger. Darüber hinaus fördert man auch noch die regionale Wirtschaft, indem man bei hiesigen Produzenten kauft.

Es zeigt sich, dass es viele verschiedene Wege gibt, sich auf nachhaltige Art und Weise zu ernähren, ohne sich verbiegen zu müssen. Sie werden vielleicht feststellen, dass Sie dies bereits schon jetzt tun, indem Sie zum Beispiel nach dem ersten Frost (saisonal) zu heimischen (regional) Grünkohl greifen.

Da nachhaltige Lebensmittel nicht länger ein Nischendasein in der Warenlandschaft fristen und zunehmend attraktiver für verschiedene Käufergruppen geworden sind, hat auch die Zahl der Siegel, die diese besonderen Waren kennzeichnen, rapide zugenommen.

„Der Nachhaltige Warenkorb“

© Bert Odenthal, Rat für Nachhaltige Entwicklung
Deckblatt „Nachhaltiger Warenkorb“. © Bert Odenthal, Rat für Nachhaltige Entwicklung

Um den Überblick nicht zu verlieren und sich nicht allzu zeitintensiv mit dieser Materie auseinandersetzen zu müssen, möchte Ihnen die Lokale Agenda 21 in Oldenburg mit Hilfe der Broschüre „Der Nachhaltige Warenkorb“ einen praktischen Ratgeber für einen nachhaltigen Einkauf an die Hand geben. Diese Broschüre wurde vom „Rat für Nachhaltige Entwicklung“ » aufgelegt, der wiederum seit 2001 die Bundesregierung zu Fragen der Nachhaltigkeit berät.

In dieser Broschüre werden alle gängigen und verlässlichen Siegel vorgestellt und erläutert. So bekommen Sie einen guten Überblick über die Siegel, denen Sie bei Ihrem nächsten Einkauf vertrauen können, unabhängig davon, wo Sie diesen tätigen. Eine kurze Übersicht über die gängigsten und vertrauenswürdigsten Label finden sie hier ».

Im Laufe des Jahres wird Sie das Agenda-Büro bei verschiedenen Veranstaltungen über den „Nachhaltigen Konsum“ informieren.

Veranstaltungen in 2014

In der Zeit vom 23. bis 25. April war das Agenda-Büro mit einem Informationsstand auf dem Öko-, dem Wochen- und dem Bauernmarkt vertreten. Hier bestand die Möglichkeit, die Broschüre „Der Nachhaltige Warenkorb“ und weiteres Informationsmaterial zu erhalten.

Im Sommer (14. bis 20. Juli) gab es eine Aktionswoche, in der die Gastronomie dieses Thema aufgegriffen hat. In vielen Oldenburger Restaurants, Cafés und Kantinen hat es in dieser Woche ein besonderes Angebot gegeben, das regionale/saisonale Waren, Bio-Produkte oder Waren aus fairem Handel enthielt. 

Im Herbst ging es dann um die weiteren nachhaltigen Produkte, die es neben Lebensmitteln auch gibt. So werden zum Beispiel auch Kosmetikprodukte, Bekleidung, Möbel und vieles andere mehr mit Hilfe von Siegeln gekennzeichnet. Im Mittelpunkt stand das Thema „Mode“» .

Ziel ist es, Sie über die einfachen und vielfältigen Möglichkeiten zu informieren, wie jeder seinen Teil zu einem nachhaltigen Konsum beitragen kann. Hierbei zählt jeder kleine Schritt. Es geht darum, sich sein bisheriges Konsumverhalten bewusst zu machen und dies in Zukunft an der einen oder anderen Stelle etwas zu verändern. So führen viele kleine Schritte Einzelner insgesamt zu einer spürbaren Veränderung.