Fortschreibung des Luftreinhalteplans - Stadt Oldenburg
Fortschreibung des Luftreinhalteplans

Stadt Oldenburg muss Luftreinhalteplan erweitern

Foto: S. Hofschlaeger, Pixelio.de
Daumen hoch mit aufgemaltem Gesicht. Foto: S. Hofschlaeger, Pixelio.de

Die Stadt Oldenburg hat ein ganzes Maßnahmenpaket erarbeitet, um den gesetzlichen Anforderungen an eine verbesserte Luftreinhaltung nachzukommen. Da der Jahresgrenzwert für Stickoxid (NO2) weiterhin nicht eingehalten werden kann, ist die Fortschreibung des Luftreinhalteplans zwingend erforderlich, ansonsten drohen der Stadt Klagen und möglicherweise auch empfindliche Strafen der EU.

Einführung einer „Grünen Umweltzone“ geplant
In Oldenburg soll deshalb eine „Grüne Umweltzone“ eingerichtet werden. Diese verbietet es Fahrzeugen, die die Euronorm 4 nicht erfüllen, in das Gebiet der Umweltzone einzufahren. Sie ist etwa 10 Quadratkilometer groß. Nach Einschätzung der Stadt sind davon etwa 3.000 Fahrzeuge in Oldenburg betroffen – das entspricht knapp 4 Prozent aller in Oldenburg zugelassenen Fahrzeuge. Die Einführung einer „Blauen Zone“ – mit weit schärferen Einfahrverboten – wird aktuell nicht vorgeschlagen. Sie bleibt jedoch ein mögliches Mittel, sobald die notwendigen rechtlichen Voraussetzungen dazu vom Bundesgesetzgeber geschaffen wurden.

Überprüfung der städtischen Nutzfahrzeugflotte
Für die städtische Nutzfahrzeugflotte (Müllfahrzeuge, Straßenreinigung) wird unter anderem geprüft, ob deren Stickoxid-Emissionen reduziert werden können. Jährlich verbrauchen diese Fahrzeuge etwa 500.000 Liter Dieselkraftstoff. Durch eine Umstellung auf sogenannte GTL-Diesel (Gas-to-liquid) kann die NOX-Emission deutlich reduziert werden. Insgesamt besteht die städtische Nutzfahrzeugflotte aus etwa 160 Fahrzeugen. Für den städtischen PKW-Fuhrpark wurden kürzlich drei weitere Elektro-Fahrzeuge angeschafft, auch dies verbessert die Umweltbilanz.

Die schnellere Umrüstung der Busflotte der VWG ist ein weiterer Vorschlag für den aktualisierten Luftreinhalteplan. Bisher werden jährlich 10 Bioerdgasbusse der älteren Bauart durch neue Gasbusse der höchsten Abgasstandards (Euro VI) ersetzt, künftig sollen es 20 sein.

Weiterentwicklung eines Logistikkonzepts für die City
In der Innenstadt sollen zukünftig möglichst viele Fahrten mit Dieselfahrzeugen vermieden werden, dazu dient die Weiterentwicklung eines Logistikkonzepts für die Innenstadt. Ziel ist es, einen innerstädtischen Umschlagort einzurichten, von dem aus die Geschäfte in der Innenstadt nicht mehr mit kleineren LKW beliefert werden, sondern möglichst mit Lastenfahrrädern oder Elektrofahrzeugen. Somit würde der Anlieferungsverkehr komplett emissionsfrei ablaufen.

Radfahren soll noch attraktiver werden
Die Förderung des Radverkehrs ist ein weiterer Baustein des Luftreinhalteplans, allerdings gibt es bereits eine hohe Quote von Fahrradnutzung (43 Prozent) bei Kurzfahrten im Stadtgebiet. Die Steigerungsmöglichkeiten sind entsprechend gering. Dennoch soll Radfahren attraktiver werden, etwa durch die Schaffung weiterer hochwertiger Abstellanlagen in der Innenstadt. Auch die Erstellung eines erweiterten „Park and Ride“-Konzeptes, der Aufbau weiterer P+R-Anlagen sowie eine Taktverbesserung im Linienverkehr zwischen Stadt und Region werden angestrebt.