Hej då! Rekord-KIBUM sagt Tschüss! - Stadt Oldenburg
Pressemitteilung

Hej då! Rekord-KIBUM sagt Tschüss!

14.11.16, 0898/16dh
Der Länderschwerpunkt Schweden begeisterte Kinder und Erwachsene

Foto: KIBUM

Oldenburg. Die Veranstalter Stadt Oldenburg und Carl von Ossietzky Universität Oldenburg blicken auf neun KIBUM-Tage zurück, in denen die schwedische Kinder- und Jugendliteratur im Mittelpunkt stand. Hoch zufrieden ziehen sie kurz vor dem Ende der KIBUM eine erste Bilanz: Rund 35.000 Besucherinnen und Besucher werden in diesem Jahr voraussichtlich die Buchmesse und deren Veranstaltungen aufgesucht haben. Die KIBUM ist noch bis Dienstag, 15. November, von 8.30 bis 19 Uhr geöffnet.

Die 42. Oldenburger Kinder- und Jugendbuchmesse KIBUM erwies sich erneut als Publikumsmagnet und konnte dieses Jahr einen neuen Rekord bei den anmeldepflichtigen Messebesuchen und Veranstaltungen verbuchen: Insgesamt 13.887 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene besuchten vormittags die KIBUM. 64 Prozent der insgesamt 304 registrierten Kindergarten-Gruppen und Schulklassen kamen aus Oldenburg, 36 Prozent aus dem Umland. Das Einzugsgebiet erstreckte sich von Leer bis Syke, von Norden bis ins Osnabrücker Land. Fachbesucherinnen und Fachbesucher reisten unter anderem aus dem Ruhrgebiet und Berlin an. Insbesondere an den Wochenenden waren Familien anzutreffen, die auch längere Anfahrtswege in Kauf nahmen, um „der KIBUM mit ihrem großartigen Programm auch weiterhin die Treue zu halten“.

„Der Schwerpunkt auf Schweden zusammen mit dem umfangreichen Veranstaltungsprogramm hat in diesem Jahr für rekordverdächtige Teilnehmerzahlen gesorgt. Pippi Langstrumpf und Co. haben offensichtlich auch heute noch eine große Anziehungskraft, auf alle Generationen“, erklärt Oberbürgermeister Jürgen Krogmann den Erfolg der KIBUM und betont: „Die KIBUM zählt zu den bedeutendsten bildungspolitischen Angeboten im Nordwesten.“

Universitätspräsident Prof. Dr. Dr. Hans Michael Piper resümiert „Wer kennt sie nicht – Michel aus Lönneberga, Pippi Langstrumpf und Kalle Blomquist? Astrid Lindgren hat uns mit ihren Büchern Schweden näher gebracht. Ihr folgten viele herausragende Kinder- und Jugendbuchautoren nach. Grund genug für die KIBUM, sie in diesem Jahr in den Mittelpunkt zu stellen. Ich war mir sicher, dass das Programm Kinder, Jugendliche und Erwachsene begeistern würde.“

Der Messestandort PFL verwandelte sich unter dem Motto „Hej! KIBUM trifft Schweden“ in eine große Bücherlandschaft mit mehr als 2.400 neu erschienenen deutschsprachigen Kinder- und Jugendmedien. „Die diesjährige KIBUM zeichnet sich durch eine besonders entspannte und fröhliche Atmosphäre aus. Die kindgerechte schwedische Dekoration hat sicherlich ihren Anteil daran. Der Schoolbus vor dem PFL mit den dort gezeigten schwedischen Kinderbuchverfilmungen ist ein weiterer Eyecatcher in diesem Jahr“, so Heike Janssen, Leiterin der Stadtbibliothek.

Am ersten Wochenende begeisterten die Eröffnungsveranstaltung im PFL sowie die Ausstellungseröffnungen im „KIBUM-Ausstellungszentrum“ in der Peterstraße 1 das Publikum. Nina Röhlcke, die als Kulturrätin der Schwedischen Botschaft die KIBUM mit eröffnete, gratulierte zu dem Programm „Kultur für, mit und von Kindern, genau so sollte gute Kinderkultur immer sein.“ Das Zuhör- und Mitmachkonzert „Hej, Pippi Langstrumpf & Co.“ der Musikschule sowie das von OLB und KIBUM präsentierte „Petterson & Findus Theaterevent“ waren die großen Highlights am zweiten KIBUM-Wochenende. Die Veranstaltungsangebote für Eltern mit Kindern ab eineinhalb Jahren und Kindergartengruppen waren an allen Tagen bis auf den letzten Platz besetzt. Die erwachsenen Begleitpersonen lobten auch hier die gelungene Einbeziehung der Kinder. Am zweiten Familienwochenende wurde dieses Angebot kurzfristig aufgestockt.

Die schwedischen Autoren und Autorinnen zeigten sich sehr beeindruckt von der konzentrierten Aufmerksamkeit des KIBUM-Publikums und lobten die klugen Kinderfragen ausdrücklich. Überhaupt wurde der Dialog in den zumeist zweisprachigen Autorenlesungen großgeschrieben. Wissbegierig wollten die Kinder alles über die Bedingungen literarischer Produktion, aber auch des Lebens in Schweden erfahren. „Die deutschen Kinder sind das Vorlesen eher gewöhnt als die schwedischen“, resümierte Rose Lagerkrantz nach Abschluss ihrer beeindruckenden Lesungen.

Einen regelrechten Ansturm erlebte das „KIBUM-Ausstellungszentrum“, weniger als hundert Meter vom Messestandort PFL entfernt. Die beiden Ausstellungen „Über Tisch und Bänke – Die einzigartige Bilderwelt der Ilon Wikland“ und „Von Bullerbü bis Lönneberga – Bilderbuchkunst von Katrin Engelking“ brachten oft zeitgleich drei Generationen von Astrid Lindgren-Fans zusammen. Allein die Ausstellung „Über Tisch und Bänke“ mit den rund 60 Originalen von Ilon Wikland zählte bisher bereits mehr als 3.000 kleine und große Besucherinnen und Besucher. Sie ist über die KIBUM hinaus bis zum 27. November täglich von 10 bis 18 Uhr kostenfrei zu sehen.

Die Forschungsstelle für Kinder- und Jugendliteratur der Universität Oldenburg begleitet die KIBUM jährlich mit ihrer Expertise zur Kinder- und Jugendliteratur. In diesem Jahr stand eine interdisziplinäre und ausgesprochen experimentelle Auseinandersetzung mit dem Thema Wahrnehmung und Orientierung im Mittelpunkt, die sich sowohl auf erzählte, als auch auf reale Welten bezog. „Bei Kindern und Erwachsenen kam es gleichermaßen gut an, dass die aus studentischen Arbeiten hervorgegangenen Objekte zum Ausprobieren einluden – manchmal spielerisch, manchmal eher visuell oder literarisch. Der Funke sprang über“, resümiert Privat-Dozentin Dr. Mareile Oetken, Koordinatorin der Forschungsstelle Kinder- und Jugendliteratur der Universität Oldenburg. Flankiert wurde die Ausstellung von Fachvorträgen zur Wahrnehmung aus neurobiologischer Sicht und zur kindlichen Rezeption unübersichtlicher Bilder aus kunstdidaktischer Perspektive. Die Frage nach Erzählstrategien, die das Unheimliche in Bilderbüchern für Kinder in den Blick nimmt, zielte auf den Umgang mit Irritation.

„Mit dem Partnerland Schweden und seiner großartigen Kinder- und Jugendliteratur musste die KIBUM ein Riesenerfolg werden. Die Ausstellung ‚Augen-Blick' der Universität hat scheinbar gar nichts damit zu tun. Dennoch, das interaktive Wimmelbild aus dem studentischen Seminar von Thomas Robbers passt bestens zu der frechen und unkonventionellen Pippi", sagte Hans-Joachim Wätjen, Direktor der Universitätsbibliothek, der diese Installation über die KIBUM hinaus in der Universitätsbibliothek zeigen will.

Das reichhaltige didaktische Material zur Vor- und Nachbereitung und aktiven Teilhabe an der KIBUM war bestens nachgefragt und wurde stark genutzt. Großen Anklang fand das von CEWE und KIBUM produzierte Lesebuch „KIBUM trifft Schweden“, welches kostenlos an die die Messe besuchenden Grundschulklassen ausgegeben wurde.

Die beiden Veranstalter bedanken sich ausdrücklich bei den Förderern des Projektes, ohne deren Unterstützung die KIBUM in ihrer Qualität und Fülle des Programms nicht möglich wäre: Bei dem Hauptsponsor, der Oldenburgischen Landesbank AG, der EWE Stiftung, CEWE, dem Swedisch Art Council, energy & meteo systems, der Stiftung der Metallindustrie im Nord-Westen und mpa Flashligt.

Die KIBUM ist im Anschluss in Lörrach und in Ostprignitz-Ruppin zu sehen.

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