März - Juni 2010
09.03. großraumdichten
"an grauzonen vorbei"
Wilhelm13 (Wilhelmstraße 13)
20:00 / Eintritt: 8 (erm. 6) €
Am Anfang des Projekts "großraumdichten" standen Pauline Füg und Tobias Heyel, die bereits seit mehr als 5 Jahren erfolgreich die Poetry Slam-Bühnen der Republik bereist hatten; zunächst einzeln, dann - ab 2005 - gemeinsam. Seit 2007 erhalten die Spoken Word Poeten dabei Unterstützung durch den Elektroklangbastler Ludwig Berger, der ihre Texte mit TripHop und Fairytale-Elektrofolk unterlegt.
Nicht der Slam, sondern die Poesie steht im Vordergrund dieser gleichberechtigten Verbindung aus Spoken Word-Performance & Live-Electronics. Dem Oldenburger Publikum, das dem Poetry Slam in der Exerzierhalle gewogen ist, dürfte Pauline Füg in bester Erinnerung sein: Im Oktober 2008 begeisterte sie durch einen außergewöhnlichen Gastauftritt.
Pauline Füg, 1983 geboren, gibt Poetry Slam-Schreibworkshops und war in den Jahren 2006 und 2007 Finalteilnehmerin im Einzelwettbewerb beim SLAM. 2007 erschien ihre Poetry-EP "pauline füg & the synthiesiblings".
Tobias Heyel wurde 1978 geboren. Er gewann zahlreiche Poetry Slams und qualifizierte sich, wie auch Pauline Füg, für die deutschsprachigen Poetry Slam-Meisterschaften in den Jahren 2005, 2006, 2007 und 2008.
Ludwig Berger wurde 1986 geboren und produziert Filmmusik für den Bestseller-Autor Axel Brauns sowie für den Regisseur Matthias Benner. Er wurde 2008 vom Kultur Onlinemagazin Jalicano zum Künstler des Jahres nominiert.
16.03. Local Heroes: Georg Klein
"Roman unserer Kindheit"
Wilhelm13 (Wilhelmstraße 13)
20:00 / Eintritt: 8 (erm. 6) €
Copyright Foto: Jürgen Bauer / www.juergen-bauer.com »
„Die Menschen sind tollkühne Tiere“, so begann sein letzter Roman. Dieser nun handelt von unseren tollsten, kühnsten und womöglich gefährlichsten Artgenossen: den Kindern. Georg Klein versetzt seine Leser zurück in das Licht der frühen sechziger Jahre, an den Rand einer süddeutschen Stadt. Ein scheinbar ewiger Sommer umfängt Neubaublöcke, amerikanische Kasernen, eine Laubenkolonie, ein verlassenes Wirtshaus unter uralten Kastanien. Doch dann kommen die Boten: Der Mann ohne Gesicht, der Fehlharmoniker, der mysteriöse Kommandant Silber. Und als ein tauber Sittichzüchter die Ermordung eines Siedlungskindes voraussagt, müssen der ältere Bruder und seine Freunde auf die Nachtseite des Sommers überwechseln. Dort gilt es, das Böse durch einen großen magischen Tauschhandel zu bannen.
Der neue Roman von Georg Klein ist zugleich ein radikal autobiografisches und dämonisches Buch, ein Kindheitsroman voll fiebriger Gewitztheit und reich an dunkler Einsicht.
Natascha Freundel, die als freie Journalistin für Print und Hörfunk (NDR Kultur, Deutschlandfunk) in Berlin lebt, moderiert die Lesung und stellt Georg Klein im Gespräch vor.
Georg Klein wurde 1953 in Augsburg geboren. Seine erste Buchveröffentlichung, der Roman "Libidissi", wurde 1998 als eines der besten deutschsprachigen Bücher des Jahres gefeiert. 1999 wurde ihm der Brüder-Grimm-Preis der Stadt Hanau verliehen und 2000 der Ingeborg-Bachmann-Preis. Georg Klein lebt in Ostfriesland.
13.04. Bei Schimmang: Brigitte Kronauer
"Zwei schwarze Jäger"
Wilhelm13 (Wilhelmstraße 13)
20:00 / Eintritt: 8 (erm. 6) €
Copyright Foto: Marijan Murat
Wie ein Reigen verzahnt dieses Buch seine Figuren und ihre Geschichten, die alle wiederum der Vorstellungskraft einer der Protagonistinnen zu entspringen scheinen: Rita Palka, eine Schriftstellerin, die sich gelegentlich selbst unter ihr Personal mischt. Zu dem zählt eine Dame im Rollstuhl, die ihren ehemaligen Liebhaber auffordert, den Don Juan der Nachbarschaft zu spielen; eine Kassiererin, die der Tristesse entfliehen will und Prostituierte wird; ein Verlagslektor, der sich in einen Kellner verliebt und auch die kleinwüchsige Wally, die nur zwei Nächte ihres Lebens mit einem Mann verbracht hat. Sie alle verbindet die Sehnsucht nach den verdeckten Träumen des Alltags – und die ernüchternde Enttäuschung. Und so rücken die Figuren mit ihren Ängsten und Niederlagen immer dichter zusammen, ohne zu ahnen, dass eine von ihnen zur Mörderin wird.
Brigitte Kronauer, 1940 in Essen geboren, lebt als freie Schriftstellerin in Hamburg. Bekannt geworden ist sie mit Romanen wie “Frau Mühlenbeck im Gehäus“ (1980) und “Teufelsbrück“ (2000). Sie erhielt zahlreiche Preise, u.a. den Heinrich-Böll-Preis, den Fontane-Preis sowie im Jahr 2005 den Georg-Büchner-Preis.
Jochen Schimmang, 1948 geboren, lehrte an Universitäten und in der Erwachsenenbildung. Seit 1993 arbeitet er freier Schriftsteller, Kritiker und Übersetzer. Zuletzt erschien im Jahr 2009 sein neuer Roman “Das Beste, was wir hatten“. Jochen Schimmang lebt in Oldenburg.
20.04. Fünf Leute / Michael Lentz und Axel Kühn
"Offene Unruh. 100 Liebesgedichte"
Wilhelm13 (Wilhelmstraße 13)
20:00 / Eintritt: 8 (erm. 6) €
Soll man erklären, was Liebe ist? / „man könnte liebe mit ruhe verwechseln“. Und was Gedichte sind? / „der fieberton einer mücke, rückwärts / gesungen“.
In "Offene Unruh", dem neuen Gedichtband von Michael Lentz, geht es um die Liebe. Mit dem Jazz-Musiker Axel Kühn und dem gemeinsamen Projekt
"Fünf Leute" setzt er seine Texte in einer Performance um, die die Grenzen von Sprache und Musik auslotet: Aus den Liebesgedichten werden Klanggedichte. Mit Texten, die mal ruhig, dann wieder kaskadenartig vorgetragen werden und einem Sound, der sich zwischen Ambient-Acid, Funk und Free Jazz bewegt. "Fünf Leute" bieten einen der außergewöhnlichsten Ansätze, Literatur und progressive Musik zusammen live zu performen. Die Kombination von Jazz und Lyrik, spätestens seit den Beat Poeten in guter Tradition, wird hier ins einundzwanzigste Jahrhundert katapultiert.
Michael Lentz, 1964 geboren, schreibt Prosa, Lyrik, Hörspiele und Theaterstücke. Er promovierte über Lautpoesie und wurde 2006 vom Deutschen Literaturinstitut Leipzig zum Professor für Literarisches Schreiben berufen. Für seine literarischen Werke erhielt er zahlreiche Preise, u.a. den Ingeborg-Bachmann-Preis 2001. Michael Lentz lebt in Berlin.
Axel Kühn, 1963 geboren, lebt als Saxophonist, Produzent und Komponist in München. Er ist Mitglied der SWR Bigband und spielte u.a. mit Sam Rivers, Joo Kraus, Udo Lindenberg und Konstantin Wecker.
Der Bassist Klaus Sperber, arbeitete bis 1989 zusammen mit Edo Zanki und Ina Deter. Seit 1991 arbeitet er auch als Musikproduzent, u.a. für Nina Hagen.
Oliver Hahn, Keyboarder und Komponist, ist seit vielen Jahren ein gefragter Studiomusiker und war von 1992 – 1996 Keyboarder bei Thomas Gottschalks Late Night Show.
Andi Lind, Schlagzeuger, spielt u.a. in den Bands "Freaky Fukin Weirdoz" und "Fake Never Fades". Im Jahr 2009 tourte er zudem mit der Schauspielerin und Sängerin Jasmin Tabatabai.
07.05. Poetry Slam Oldenburg mit Aftershow Party
"Wortgefechte in der Exerzierhalle" mit Peh
Exerzierhalle (Pferdemarkt)
20:00 / Eintritt: 9 (erm. 6) €
Mit dem Slam im Mai bitten Literaturbüro Oldenburg und mario f. zum letzten Mal zu den Wortgefechten in die Exerzierhalle. Denn danach zieht der Poetry Slam Oldenburg - etwas verspätet - mit um, in die neue Spielstätte Wilhelm13. Fortan wird die ehemalige Isolierbaracke der Ort sein, an dem die Sprachartisten zum Verbalduell antreten.
Die amtierende Titelträgerin Annika Blanke muss aufgrund einer Terminüberschneidung leider auf den Gastauftritt verzichten, den sie sich durch ihren souveränen Sieg beim letzten Slam gesichert hat. Als außer Konkurrenz laufender Special Guest ist beim aktuellen Slam die gebürtige Berlinerin Peh dabei.
Alle anderen Poeten haben im offenen Wettbewerb sieben Minuten Zeit für den Vortrag ihrer Texte. Dann entscheidet das Publikum, welche drei Slammer in die Endrunde einziehen, wo sie in nur noch drei Minuten ihr Können unter Beweis stellen müssen. Anmeldungen für die offene Bühne sind beim Literaturbüro möglich.
Nach dem Slam findet erneut eine Aftershow Party im Polyester (Am Stadtmuseum 15) statt.
Peh, deren Lyrik Bas Böttcher als „neue Sinnlichkeit“ bezeichnete, absolvierte Auftritte auf den Literaturmessen in Leipzig und Basel sowie dem Literaturfestival Bolzano Poesia. Im Jahr 2008 trat sie beim Slam im WDR auf und gewann die 2. Runde des ARTE WebSlam. Zudem nahm sie am Finale der Berliner Stadtmeisterschaften teil. 2009 erschien ihr erster Gedichtband "Angeschossen".
VVK: Theaterkasse
Infos gibt es unter: www.slampoetry-oldenburg.de ».
In Kooperation mit mario f. und dem Oldenburgischen Staatstheater.
19.05. Franz Dobler
"Letzte Stories"
Wilhelm13 (Wilhelmstraße 13)
20:00 / Eintritt: 8 (erm. 6) €
Copyright Foto: Ali Wewerka
Die Geschichten seines im März erschienenen Bandes "Letzte Stories - 26 Geschichten für den Rest des Lebens" ordnet Franz Dobler alphabetisch an, sodass sie ein „ABC des Lebens“ ergeben. Es sind Geschichten über die vermeintlichen Verlierer unserer Tage, erzählt mit einer betörenden Melancholie und von ungeheurer Komik. Seine Stories handeln von Parkbankbewohnern, von Bar-Besuchern mit eingeschränktem Witzmerkvermögen, von einem, der doch nicht wahnsinnig wird, vom mysteriösen Pärchen Ying und Yang oder einem vertraulichen Gespräch mit einer Katze. Trotz einer Einflusssphäre, die Namen wie Hunter S. Thompson, Charles Bukowski, Jörg Fauser und Johnny Cash versammelt, zählt Franz Dobler zu den letzten Gentlemen der Gegenwartsliteratur.
Franz Dobler, 1959 geboren, ist Schriftsteller, Journalist und DJ. Er veröffentlichte zahlreiche CD-Compilations, den Country-Lyrikband "Jesse James und andere Westerngedichte", die flüssige Prosa "Bierherz", die Romane "Tollwut" und "Aufräumen" sowie die Johnny-Cash-Biografie "The Beast In Me". Zudem tourt er mit dem "DJ HOERSPIEL ENSEMBLE", schreibt für die junge welt und die Süddeutsche Zeitung und ist Chefredakteur des Magazins Bastard. Franz Dobler lebt in Augsburg.
21.05. Paradiese auf Erden
"Roadmovie im Klostergarten"
Lesung mit Thomas Klupp und Marion Poschmann
Güterschuppen Westerstede
20:00 / Eintritt: 15 (erm. 12) €
Copyright Foto: NRIKO
Zusammen mit dem Bahnhofsverein Westerstede veranstaltet das Literaturbüro Oldenburg einen Leseabend, bei dem der Paradiesbegriff im Vordergrund steht.
Mit Marion Poschmann ist eine Autorin zu Gast, die für mehrere Wochen in einem niedersächsischen Frauenkloster gelebt und geschrieben hat. Sie liest aus ihrem dort verfassten Text "Hortus conclusus. Stift Fischbeck und seine Gärten", der in der Anthologie "Poesie und Stille. Schriftstellerinnen schreiben in Klöstern" erschienen ist.
Einen Gegenentwurf zum Paradies auf Erden hat Thomas Klupp in seinem Romandebüt und literarischen Roadmovie "Paradiso" abgeliefert: Während einer irrwitzigen Fahrt lässt er seinen Protagonisten Alex Böhm in der nördlichen Oberpfalz, seiner alten Heimat, landen – mitten im Minenfeld seiner Vergangenheit.
"Paradiso" ist ein bitterböser Roman über einen Charakter ohne Moral; anarchisch und mit tiefschwarzem Humor erzählt, lässt er seine Leser atemlos und mit weit aufgerissenen Augen zurück.
Silke Behl (Radio Bremen) moderiert die Lesung und stellt die Autoren im Gespräch vor.
Thomas Klupp wurde 1977 in Erlangen geboren und lebt in Berlin. Er gab die Literaturzeitschrift "BELLA triste" heraus und arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Literaturinstitut der Universität Hildesheim. Mit "Paradiso" veröffentlichte er im Jahr 2009 seinen ersten Roman.
Marion Poschmann wurde 1969 in Essen geboren. Sie studierte Germanistik, Philosophie und Slawistik in Bonn und Berlin. Zuletzt erschienen sind von ihr u.a. "Schwarzweißroman" (2005) und "Hundenovelle" (2008). Marion Poschmann lebt als freie Schriftstellerin in Berlin.
VVK: Buchhandlung Lesezeichen (Tel. 04488 – 71881) und Touristik Westerstede (Tel. 04488 – 19433)
In Kooperation mit dem Bahnhofsverein Westerstede e.V.
01.06. Gastautor: Bart Moeyaert
"De wereld volgens Bart Moeyaert"
Wilhelm13 (Wilhelmstraße 13)
20:00 / Eintritt: 8 (erm. 6) €
In seinem Buch "Brüder" zeichnete der flämische Autor Bart Moeyaert, selbst Jüngster von sieben Brüdern, in zweiundvierzig preisgekrönten Geschichten Momentaufnahmen eines Kinderalltags, in denen alles enthalten ist, was für kleine Jungen unter großen Brüdern wichtig ist. In seinem neu erschienenen Buch "Du bist da, du bist fort" erzählt der Autor in drei Geschichten davon, wie sehr oder aber auch wie wenig wir jemanden vermissen können.
Bart Moeyaert liest in dieser zweisprachigen Veranstaltung jedoch nicht nur aus seinem aktuellen Buch, sondern u.a. auch aus dem 2009 veröffentlichten Werk "Mut für drei". In einem mehr oder weniger autobiographischen Autorenportrait erzählt er darüber hinaus erfundene und wahre Geschichten aus seinem Leben und dem Leben anderer.
Die Lesung richtet sich sowohl an ein jugendliches Publikum wie auch an alle Erwachsenen mit einem beruflichen oder privaten Interesse an Kinder- und Jugendliteratur.
Bart Moeyaert, 1964 in Brügge geboren, zählt zu den großen europäischen Kinder- und Jugendbuchautoren. Er war mehrfach für den Hans-Christian Andersen-Award nominiert und erhielt für seine Werke zahlreiche Preise, u.a. den Deutschen Jugendliteraturpreis für seinen Roman "Bloße Hände" (1995). Bart Moeyaert lebt in Antwerpen.
Moderation: Prof. Dr. Ralf Grüttemeier
In Kooperation mit dem Seminar für Niederlandistik der Carl von Ossietzky Universität.








