Anliegen A-Z: Grenzabstände - Abstandsflächen - Bemessung - Stadt Oldenburg

Anliegen A-Z: Grenzabstände - Abstandsflächen - Bemessung

Beschreibung

Grundlage bilden hierfür die §§ 5 bis 7 der Niedersächsischen Bauordnung (NBauO) in der Fassung des Gesetzes vom 3. April 2012 (GVBl. S. 46)

1. Bemessung der Abstandsflächen

Die Tiefe der Abstandsflächen bemisst sich nach der Wandhöhe und wird senkrecht zur Wand gemessen. Bezugsebene ist hierbei die Oberfläche der jeweiligen Außenwand.

Als Wandhöhe gilt das Maß von der Geländeoberfläche bis zur Schnittlinie der Außenfläche der Wand mit der Dachhaut oder bis zum oberen Abschluss der Wand. Maßgeblich ist demnach die äußerste Schicht des Daches, nicht die Dachauflattung oder -schalung (bei Flachdach: Dachaufkantung, bei Dachterrassen: Brüstungsoberkante).
Hierbei ist unter natürlicher Geländeoberfläche nicht der vor jedweder Bebauung des Geländes vorgegebene Zustand zu verstehen, sondern das Geländeniveau, das vor Durchführung der Baumaßnahme vorgefunden wird.
Grundsätzlich beträgt die Tiefe der Abstandsflächen 0,5 H mindestens jedoch 3 m. Im Gewerbegebiet (GE) und im Industriegebiet (GI) beträgt die Abstandsfläche 0,25 H, mindestens jedoch 3 m. 

Für Dächer und Giebel gilt:
Giebel sind (meist) dreieckige Wandteile an der Schmalseite eines Gebäudes, die auf beiden Seiten von den Schnittlinien der Wand mit den Dachflächen eines Satteldaches begrenzt werden.
§ 5 Absatz 4 NBauO sieht gesonderte Berechnungsmodalitäten für Giebel vor.
Dächer beziehungsweise Dachteile (-aufbauten) finden unter bestimmten Voraussetzungen bei der Berechnung der Abstandsflächen Berücksichtigung.
Wenn sich ein Gebäude im Grunde gleichsam nur als ein Dach mit einer Neigung von weniger als 45 Grad präsentiert, muss es dennoch den Mindestabstand (= 3 m) einhalten.

Hinweis:
Bei anderen – nicht in der Landesbauordnung angesprochenen Bauformen – ist im Einzelfall über die Art und Weise der Abstandsflächenermittlung zu entscheiden (zum Beispiel beim Krüppel-, Walm-, Zwerch- und Tonnendach).
Das sich aus den vorgenannten Grundsätzen ergebende Maß ist H (Höhe des Punktes über der Geländeoberfläche).

2. Vorbauten und andere vortretende Gebäudeteile

Bei der Bemessung der Abstandsflächen können Vorbauten und andere vortretende Gebäudeteile in bestimmtem Umfang den vorgeschriebenen Grenzabstand unterschreiten:

Dies können sein:

  • Dachüberstände (einschließlich der Dachrinne) und Gesimse um nicht mehr als 0,50 m,
  • Eingangsüberdachungen, Hauseingangstreppen, Balkone, sonstige Vorbauten und andere vortretende Gebäudeteile, wenn sie insgesamt nicht mehr als ein Drittel der Breite der jeweiligen Außenwand in Anspruch nehmen, um nicht mehr als 1,50 m, höchstens ein Drittel des notwendigen Abstandes gemäß § 5 NBauO, vortreten,
  • an bestehenden Gebäuden nachträglich angebrachte Außenwandverkleidungen/ -verblendungen, die dem Wärmeschutz oder der Energieeinsparung dienen, um nicht mehr als 0,25 m.

Anmerkung:
Siehe hierzu auch Wegfall oder Verringerung der Grenzabstände!

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