Anliegen A-Z: Sprachheilberatung - Stadt Oldenburg

Anliegen A-Z: Sprachheilberatung

Beschreibung

Die Sprache ist für die Menschen eine grundlegende Möglichkeit, mit ihrer Umwelt in Kontakt zu treten und Beziehungen aufzubauen. Daher sollten Auffälligkeiten früh erkannt, ergründet und auch bearbeitet werden.

Aus diesem Grunde bietet der Jugendärztliche Dienst eine kostenlose Beratung, Untersuchung und Hilfe bei Hör- und Sprachauffälligkeiten durch den Fachberater für Hör- und Sprachgeschädigte an. Hilfe und Beratung zu Therapieformen und Möglichkeiten einer adäquaten Hilfe ergänzen das Angebot. In unserer Sprechstunde werden in erster Linie Kinder und Jugendliche mit den verschiedensten Sprachauffälligkeiten vorgestellt. Die möglichen Hilfen können ambulanter, teilstationärer und stationärer Art sein. In den meisten Fällen reicht eine ambulante Sprachförderung bei einer Logopädin/einem Logopäden beziehungsweise einer Sprachtherapeutin/einem Sprachtherapeuten aus.

In den Fällen, in denen eine ambulante Maßnahme aufgrund eines umfangreichen Störungsbildes nicht erfolgversprechend scheint, kommt unter Umständen eine sogenannte teilstationäre Maßnahme in Frage. Für Kinder im Vorschulalter wäre dies der Sprachheilkindergarten. Ausgehend von der Annahme, dass eine umfangreiche Sprachauffälligkeit selten isoliert besteht und oft mit anderen Entwicklungsdefiziten einhergeht, erfolgt in dieser Einrichtung eine ganzheitliche Förderung der betroffenen Kinder. So sind in den Sprachheilkindergärten neben den Erzieherinnen in der Regel Logopädinnen/Logopäden, Psychologinnen/Psychologen, Bewegungstherapeutinnen/Bewegungstherapeuten und Heilpädagoginnen/Heilpädagogen fest angestellt, um den Kindern eine all umfassende Hilfe geben zu können. Zusätzliche ambulante Maßnahmen sind in der Regel nicht erforderlich beziehungsweise auch nicht gewünscht.

In besonderen Fällen kommt auch eine stationäre Maßnahme in den Sprachheilzentrum Wilhelmshaven und Werscherberg in Frage. Hier sind Kinder im Schulalter, in Ausnahmen auch bereits im Vorschulalter, in der Regel ein Jahr untergebracht. Die Kinder und Jugendlichen leben hier im sogenannten 5-Tage-Internat. Das heißt, daß sie innerhalb der Woche im Internat leben, das Wochenende aber zu Hause bei ihren Eltern verbringen. Für schulpflichtige Kinder wird in der Stadt Oldenburg auch eine Sprachheilklasse angeboten. Die Sprachheilklasse ist innerhalb einer Grundschule angesiedelt, so daß einige Fächer, wie zum Beispiel Sport und Werken, integrativ, das heißt gemeinsam mit den Regelschülern, unterrichtet werden. Da die Schüler neben der „Vermittlung“ des Schulwissens heilpädagogische Maßnahmen, wie Logopädie erhalten und mehr Ruhephasen als die „Regelschüler“ benötigen, wird den Schülern der Sprachheilklasse mehr Zeit für das Lernen gelassen.

Dies sieht folgendermaßen aus: Die Lerninhalte des 1. Schuljahres werden auf zwei Jahre „gestreckt“. Im 3. Schulbesuchsjahr besuchen diese Kinder also die 2. Klasse. Haben die Kinder nach diesen drei Jahren das Klassenziel der 2. Klasse erreicht, wechseln sie in die zuständige Grundschule des Wohnbezirkes der Familie. Da die Schüler der Sprachheilklasse für die Grundschule bereits ein Jahr länger als üblich benötigen, ist es verständlich, dass hier nur Schüler aufgenommen werden können, die zuvor nicht bereits ein Jahr von der Einschulung zurückgestellt wurden. Zudem wird, einmal abgesehen von der Sprache, eine allgemeine Grundschulreife der für die Sprachheilklasse in Frage kommenden Kinder vorausgesetzt.

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Zuständige Organisationseinheit(en)

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