Klävemannstiftung - Stadt Oldenburg
Klävemannstiftung

Klävemannstiftung plant Wohnbauprojekt

Lageplan. Quelle: Stadt Oldenburg
Quelle: Stadt Oldenburg

Bereits 1872 wurde die Klävemannstiftung, die sich insbesondere durch ihre Bauten an der Nadorster Straße und an der Donnerschweer Straße auszeichnet, aufgrund des Vermächtnisses des Ratsherrn Carl Hermann Klävemann gegründet. Sie wurde wiederum im Jahr 1889 durch das Vermächtnis des Bruders, Stadtdirektor a.D. Dr. jur. Diedrich Klävemann, erweitert. Der Zweck der Stiftung war die Herstellung und Erhaltung von Wohnraum für einkommensschwache Personen und Familien. Diesem Stiftungszweck ist die Stadt Oldenburg als Verwalter des Vermögens bis heute verpflichtet. Auch das zukünftige Handeln wird darauf ausgerichtet sein.

Wohnraum für Einkommensschwache immer seltener

„In Anbetracht der Wohnungsentwicklung in Oldenburg kommt diesem Stiftungszweck noch einmal ein besonderer Stellenwert zu. Die Einwohnerzahl wird weiter steigen und den ohnehin angespannten Wohnungsmarkt weiter belasten. Bis zum Jahr 2017 werden – ohne Gegensteuerung – 2.000 Wohnungen in Oldenburg fehlen“, sagt Erste Stadträtin Silke Meyn. Dieser Mangel mache sich bereits jetzt negativ bemerkbar, Wohnungsmieten bis zu einem Quadratmeterpreis von 9,50 Euro Kaltmiete würden bereits gefordert. Das habe zur Folge, dass auf dem Wohnungsmarkt bezahlbarer Wohnraum für einkommensschwache Personen oder Familien immer seltener zu finden sei.

Durch diese Situation auf dem Wohnungsmarkt sieht sich auch die Klävemannstiftung in der Pflicht, noch stärker im Sinne ihres Stiftungszweckes zu handeln. Das Stiftungsvermögen setzt sich ausschließlich aus Immobilien zusammen und umfasst 315 Mietverhältnisse. Zwei Quartiere zeichnen sich durch große Grundstückflächen mit einer geringen Bebauungsdichte aus. Hier besteht die Möglichkeit zur Schaffung von Wohnraum für einkommensschwache Personen und Familien. Die Stiftung ist unter anderem Eigentümerin des rund 3 Hektar großen Grundstücks im Karree Nadorster Straße, Stiftsweg und Scheideweg. Dieses Grundstück bietet insbesondere im Innenbereich großzügige Gartenflächen, die sich optimal für die Schaffung von neuem Wohnraum eignen. Die geplante verdichtende Bebauung orientiert sich an dem denkmalgeschützten Bestand und wird das Quartier mit modernem Wohnraum in kleinteiliger Struktur aufwerten. Insgesamt sollen hier 70 bis 80 neue Wohnungen entstehen.

GSG als Partner
Da das Stiftungsvermögen in Immobilien gebunden ist und keine liquiden Mittel für ein derartiges Vorhaben vorhanden sind, soll die Umsetzung durch den Verkauf des stiftungseigenen Grundstückes Großer Kuhlenweg/Kuhlenkamp ermöglicht werden. Es handelt sich um eine 1,7 Hektar große Grundstücksfläche mit geringer Bebauungsdichte. Mit der GSG Oldenburg konnte ein Partner gefunden werden, der in unmittelbarer Nachbarschaft am Leobschützer Straße schon umfangreiche Wohnbauprojekte realisiert hat beziehungsweise zurzeit noch realisiert.

„Mit dem Verkauf des Areals am Großen Kuhlenweg/Kuhlenkamp an die GSG schaffen wir einen doppelten Gewinn für den Wohnungsmarkt in Oldenburg“, so Erste Stadträtin Silke Meyn weiter. Hintergrund: Wegen der starken Nachfrage ist ein Teil der an der Leobschützer Straße im Bau befindlichen Wohnungen wegen der günstigen Mietkonditionen schon jetzt reserviert beziehungsweise vermietet. Die 68 Wohnungen werden sukzessive zwischen dem 1.Dezember 2012 und dem 1. August 2013 bezugsfertig hergestellt. Durch Kauf des stiftungseigenen Geländes am Großen Kuhlenweg/Kuhlenkamp kann einerseits die GSG ihr Angebot erweitern: In Abhängigkeit vom noch zu erarbeitenden städtebaulichen Konzept können hier weitere 60 bis 80 Wohneinheiten für Menschen mit schmalem Haushaltsbudget entwickelt werden. Bei der GSG geht man von einem Realisierungszeitraum von bis zu fünf Jahren aus. Auch diese Wohnungen können dann an das Blockheizkraftwerk (BHKW), das in einem neuen Gebäude in der Nachbarschaft integriert wird, angeschlossen werden.

Andererseits kann die Klävemannstiftung ihrem Stiftungszweck noch stärker gerecht werden, indem sie mit dem Erlös aus dem Flächenverkauf an die GSG bis zu 80 preiswerte Wohnungen im Karree Nadorster Straße, Stiftsweg und Scheideweg für einkommensschwache Menschen schafft.