Tretboote auf der Hunte - Stadt Oldenburg
Tretboote auf der Hunte

Tretboote schippern unter neuer Flagge

Foto: Stadt Oldenburg
Fachdienstleiter Udo Baumann, Architekt Christoph Bagge, Stadtbaurätin Gabriele Nießen und Rechtsanwalt Alexander Wandscher als Vertreter der Erben des vorherigen Betreibers. Foto: Stadt Oldenburg

Die Tretboot-Flotte auf der Mühlenhunte soll wieder Wasser unterm Kiel haben: Das Freizeitvergnügen am Schlossgarten geht ab dem 1. Mai 2018 unter neuer Flagge weiter – Anja Wiehl übernimmt künftig den Bootsverleih an der Elisabethstraße. Das ist das Ergebnis einer mehrstündigen Vorstellungsrunde mit potentiellen Betreibern. Darüber informierte die Stadtverwaltung am Donnerstagabend den Ausschuss für Stadtplanung und Bauen. In Kürze soll der Abriss des baufälligen Stegs in Auftrag gegeben werden. „Wir sind froh, dass es gelungen ist, im Einvernehmen mit allen Beteiligten zu einer Neuvergabe des Bootsverleihs zu kommen. Somit bleibt ein Oldenburger Kleinod erhalten“, sagte Baudezernentin Gabriele Nießen.

Holz-Variante. Quelle: kbg Architekten
Holz-Variante. Quelle: kbg Architekten

Verein soll gegründet werden
Anja Wiehl wohnt im Gerichtsviertel und hat ein besonders starkes Interesse am Fortbestand der Anlage. Sie beabsichtigt die Gründung eines Vereins, der gegebenenfalls gemeinnützig arbeiten soll und die Beschäftigung sozial Benachteiligter plant. Der Steg soll neu aufgebaut, das Kioskgebäude auf dem vorhandenen Kriechkeller neu errichtet und durch Sanitäranlagen unwesentlich erweitert werden. Es soll jedoch kein Kiosk-Sortiment mehr vorgehalten werden, sondern ein kleines gastronomisches Angebot. Die Kubatur des alten Gebäudes soll beim Neubau grundsätzlich beibehalten werden.

Drei Varianten des neuen Gebäudes
Wie der Bau aussehen wird, steht aber noch nicht fest. Architekt Christoph Bagge hat drei Varianten erstellt – eine Version sieht eine Holzbauweise vor, die zweite einen Holzbau mit Reetdach und die dritte Variante beinhaltet ein Cortenstahl-Design, das einem skulpturalen Ansatz folgt. „Wir stimmen grundsätzlich allen drei Entwürfen zu. Die Entscheidung trifft letztlich der Verein“, erklärte Gabriele Nießen.

Quelle: kbg Architekten
Reet-Variante. Quelle: kbg Architekten

Nutzungserlaubnis für 25 Jahre angestrebt
Sobald wasserrechtliche und bauordnungsrechtliche Genehmigungen vorliegen und der Verein in das Vereinsregister eingetragen ist, soll die Sondernutzungserlaubnis für den Bootsverleih erteilt werden, kündigte Fachdienstleiter Udo Baumann an. Angestrebt wird eine Nutzungserlaubnis für die Dauer von 25 Jahren.

Zum Hintergrund
Nachdem die Tretboote in diesem Jahr auf dem Trockenen bleiben mussten, hatten sich bei der Stadt insgesamt 22 Interessenten zur Fortführung des Betriebs gemeldet. Alle wurden aufgefordert, ein Konzept vorzulegen und ein Angebot abzugeben. Sechs Interessenten haben davon Gebrauch gemacht – fünf von ihnen kamen der Einladung zu einem persönlichen Vorstellungstermin nach. In dieser Vorstellungsrunde wurde die Stadt von Stadtbaurätin Gabriele Nießen sowie Mitarbeitern der Naturschutzbehörde, des Planungsamtes und des Amtes für Verkehr und Straßenbau vertreten. Außerdem haben daran auch die Erben des vormaligen (im Januar dieses Jahres verstorbenen) Betreibers und ihr Rechtsvertreter Alexander Wandscher teilgenommen. Die Erben hatten gegenüber der Stadt bereits frühzeitig erklärt, den Bootsverleih nicht in Eigenregie weiterbetreiben zu wollen. Anja Wiehl und ihr Verein wollen die alte Tretbootflotte übernehmen und instand setzen.

Quelle: kbg Architekten
Cortenstahl-Variante. Quelle: kbg Architekten

Wahl fiel einvernehmlich auf Wiehl
Wiehl wurde einvernehmlich als neue Betreiberin des Bootsverleihs ausgewählt. „Den Ausschlag zu ihren Gunsten haben letztlich das glaubhaft dargestellte Interesse und das konkretere Betreiberkonzept gegeben“, betonte Gabriele Nießen. „Das Konzept geht sehr sensibel auf die Umgebung ein.“ Gegen die anderen Konzepte sprachen der dafür notwendige Flächenbedarf, naturschutzrechtliche und gestalterische Gründe sowie die Höhe der von der Stadt erwarteten finanziellen Beteiligung.

Unterstützer für den Verein gesucht
Wer den noch zu gründenden Verein unterstützen möchte, kann sich übergangsweise per E-Mail an verkehr(at)stadt-oldenburg.de wenden.