Xi’an - Stadt Oldenburg
Xi’an

Xi’an ist Oldenburgs neue Partnerstadt

Foto: Stadt Oldenburg
Erste Stadträtin Silke Meyn und Wang Yongkang, Parteisekretär der Stadt Xi’an, unterzeichnen die Partnerschaftsvereinbarung. Foto: Stadt Oldenburg

Jetzt ist es besiegelt: Oldenburg und die chinesische Millionen-Metropole Xi’an sind seit Montag, 11. September 2017, Partnerstädte. In einer feierlichen Zeremonie unterzeichneten Erste Stadträtin Silke Meyn und Wang Yongkang, Parteisekretär der Stadt Xi’an, im Beisein von Sun Congbin, Generalkonsul der Volksrepublik China in Hamburg, im Alten Rathaus eine entsprechende Vereinbarung. Silke Meyn wertete die Unterzeichnung als „Brückenbau für eine vertrauensvolle und nachhaltige Partnerschaft beider Städte – zum Wohle Xi’ans und zum Wohle Oldenburgs“. „Ich bin überzeugt, dass wir damit eine wichtige Basis für die Zukunft schaffen – und damit auch ein gutes Beispiel für die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und China sein werden“, sagte die Erste Stadträtin.

Wang Yongkang erwartet, dass das von China angestoßene Handelsnetzwerk der „Neuen Seidenstraße“ auch Xi’an und Oldenburg einander näher bringen werde. Er sei froh über das große Interesse, das Oldenburger Unternehmen seiner Stadt entgegenbringen: „Xi’an ist eine moderne Stadt, ein Industrie- und Forschungszentrum mit großer Produktionskapazität“, hob der Parteisekretär hervor. Generalkonsul Sun Congbin wertete die Zusammenarbeit auf lokaler Ebene als Fundament für die dynamischen chinesisch-deutschen Beziehungen: „Xi’an und Oldenburg werden den Austausch zwischen unseren Ländern beflügeln.“

China-Initiative seit 2007
Die Zusammenarbeit mit Xi’an geht auf die im Jahr 2007 vom damaligen Oberbürgermeister Gerd Schwandner angestoßene China-Initiative zurück. Sein Nachfolger Jürgen Krogmann hat als Amtsinhaber die Weichen für eine intensivere Kooperation mit ausgewählten Partnern gestellt. Während einer Oldenburger Delegationsreise unter Krogmanns Führung war im April 2016 von Seiten der chinesischen Gastgeber in Xi’an der Wunsch geäußert worden, eine offizielle Städtepartnerschaft einzugehen. Diesem Ansinnen hat der Oldenburger Stadtrat am 26. September 2016 mit einstimmigem Votum entsprochen.

In den vergangenen zehn Jahren hat die Stadt Oldenburg im Reich der Mitte ein hohes Ansehen gewonnen. Als Schnittstelle, um Beziehungen auf wirtschaftlicher, wissenschaftlicher, kultureller oder politischer Ebene zu betreuen, fungiert das China-Büro im Rathaus. Die Stadt Oldenburg sieht sich gut positioniert, um von den wirtschaftlichen Potenzialen der deutsch-chinesischen Zusammenarbeit zu profitieren.

Foto: Stadt Oldenburg
Generalkonsul Sun Congbin, Wang Yongkang, Parteisekretär der Stadt Xi’an, und Erste Stadträtin Silke Meyn im Oldenburger Rathaus. Foto: Stadt Oldenburg

Wirtschaftsaustausch im TGO
Wirtschaftliche Aspekte dominierten auch das der Unterzeichnung vorausgegangene Besuchsprogramm, das die hochrangig besetzte Delegation aus Xi’an absolvierte. Im Mittelpunkt stand eine von Stadtsprecher Reinhard Schenke moderierte Veranstaltung unter dem Motto „Xi’an meets Oldenburg“ im Technologie- und Gründerzentrum Oldenburg (TGO). Dabei wurde ein Projekt der Stadt Xi‘an, der „Sino-Europe Coordination Industry Park“, vorgestellt. Thomas Nürnberger, Generalmanager des Unternehmens ebm-papst Ventilatoren, berichtete über seine Erfahrungen am Standort Xi’an. Oldenburgs Bedeutung als Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiestandort verdeutlichten der Präsident der Carl von Ossietzky Universität, Prof. Dr. Dr. Hans Michael Piper, der Vorstand der BTC Business Technology Consulting AG, Dr. Jörg Ritter, und der Geschäftsführer des Informatik-Instituts OFFIS, Dr. Holger Peinemann. Die wirtschaftlichen Stärken Oldenburgs stellte Klaus Wegling als Leiter der Wirtschaftsförderung vor. Julia Masurkewitz-Möller von der Stabsstelle Digitalisierung informierte über die Smart City-Strategie der Stadt. Darüber hinaus besichtigten die Gäste aus China das „Haus des Hörens“ und die BBS 3.

Gemeinsame Projekte
In den vergangenen Jahren gab es bereits zahlreiche gemeinsame Projekte und gegenseitige Besuche zwischen Oldenburg und Xi‘an. Zu nennen sind hier die Teilnahme Oldenburgs an der International Horticultural Exposition Xi’an 2011, sportliche Begegnungen zwischen Basketballmannschaften, eine Horst-Janssen-Ausstellung in Xi‘an 2014 sowie der Aufbau einer mittlerweile lebendigen Schulpartnerschaft zwischen dem Alten Gymnasium Oldenburg (AGO) und der Mittelschule Nr. 89 aus Xi‘an. Erst im August dieses Jahres waren Schülerinnen und Schüler aus Xi‘an zu Gast in Oldenburg gewesen. Ende September/Anfang Oktober bricht das AGO zum Gegenbesuch auf.

Über Xi’an
Xi‘an ist mit zwölf Millionen Einwohnern Hauptstadt der chinesischen Provinz Shannxi. Sie gehört zu den bevölkerungsreichsten Gebieten und gilt im Reich der Mitte als eines der wichtigsten wissenschaftlichen, kulturellen und industriellen Zentren. Wirtschaftliche Schwerpunkte liegen in der Tourismusbranche, Telekommunikationstechnik, Luftfahrtindustrie und Automobilindustrie. Allein im Industriegebiet  „Xi‘an Hi-tech Industries Development Zone“ sind mehr als 10.000 Unternehmen mit 400.000 Beschäftigen ansässig. Hierunter sind auch namhafte deutsche Unternehmen. Xi’an zählt 3.000 Forschungseinrichtungen sowie 63 Hochschulen und Universitäten mit 1,2 Millionen Studentinnen und Studenten.

Die Stadt Xi’an war in ihrer Historie mehrfach Hauptstadt des chinesischen Kaiserhauses und war Ausgangspunkt der antiken Seidenstraße. Xi‘an hat 23 Schwesterstädte, unter anderem besteht seit 1992 eine Städtepartnerschaft mit Dortmund. 

Die Oldenburger Kommunalpartnerschaften
Die Verbindung mit Xi’an ist Oldenburgs achte offizielle Kommunalpartnerschaft. Die älteste Partnerschaft pflegt die Stadt mit Taastrup (Dänemark, seit 1978). Auch Cholet (Frankreich, 1985), Groningen (Niederlande, 1989), Machatschkala (Russland, 1989), Landkreis Vorpommern-Rügen (Deutschland, 1990), Mateh Asher (Israel, 1996) und Kingston upon Thames (2010, Großbritannien) gehören zum Kreis der Partnerkommunen.