Fahrbahn oder Radweg?

Die rechtlichen Grundlagen mit denen der Straßenverkehr geregelt wird, sind die Verordnungen der StVO. Mit der Änderung vom 7. August 1997, auch als Radfahrer-Novelle bezeichnet, sind Vorschriften in Kraft getreten, die das Radfahren im Straßenverkehr sicherer machen und diese Verkehrsart stärker fördern sollen. Spätestens seit der Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts im Jahre 2010 (BVerwG 3 C 42.09) dürfen somit Straßenverkehrsbehörden eine Benutzungspflicht für Radwege nur noch im Falle qualifizierter Gefahrenlagen infolge besonderer örtlicher Verhältnisse anordnen.

Radwegebenutzungspflicht

Die allgemeine Benutzungspflicht für Radwege gilt nur noch, wenn sie folgendermaßen ausgeschildert ist:

Hier finden Sie eine Übersicht aller benutzungspflichtigen Radwege » im Stadtgebiet Oldenburg (PDF).

Bei Radwegen ohne diese Zeichen bedeutet dies für die Radfahrenden, dass sie in diesen Abschnitten zukünftig die Wahl haben, entweder die Fahrbahn zu nutzen oder auf dem bisherigen Radweg zu verbleiben. Dieser ist zukünftig ein nicht benutzungspflichtiger Radweg oder ein Gehweg mit „Fahrrad frei“-Regelung. Auf diesen Gehwegen ist der Fußgängervorrang durch die Radfahrenden zu beachten!

Fahrradstraßen

Wichtige Hauptverbindungen des Radverkehrs können als Fahrradstraßen ausgewiesen werden, wenn dort der Radverkehr die vorherrschende Verkehrsart ist. Fahrradstraßen sind rechtlich als Radwege definiert. Anderer Fahrzeugverkehr als Radverkehr darf nur ausnahmsweise zugelassen werden. Dieser soll sich nach Möglichkeit auf den Anliegerverkehr beschränken. Radfahrer dürfen nebeneinander fahren und haben, soweit nicht anders beschildert, Vorfahrt vor anderen Verkehrsteilnehmern.

 

In Oldenburg sind bisher der Straßenzug Haarenesch-/Katharinenstraße und die Straße Haarenufer als Fahrradstraßen eingerichtet.

Öffnung von Einbahnstraßen

Bei einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von maximal 30 km/h kann der Radverkehr in Gegenrichtung auf Einbahnstraßen zugelassen werden. Die Unterbrechung direkter Radverkehrsverbindungen wird aufgehoben, so dass sich zeitintensive Umwegfahrten reduzieren. Die Öffnung wird mit einem Zusatzschild gekennzeichnet.

 

In der Stadt Oldenburg sind alle Einbahnstraßen für den Radverkehr freigegeben.

Kinder und Radfahren

Radfahren ist ein wichtiger Aspekt für die Entwicklung von Kindern. Sie vergrößern ihren Aktionsradius und werden dadurch selbständiger. Auch werden die motorischen Fähigkeiten und die Aufmerksamkeit für das Umfeld verbessert.

Für Kinder gelten folgende Regeln:

  • bis zum vollendeten achten Lebensjahr muss der Gehweg benutzt werden.
  • von 8 bis 10 Jahren gilt die Entscheidung für eine Radweg- beziehungsweise Fahrbahnbenutzung nur, wenn die Kinder sicher auf dem Rad sind oder unter Aufsicht Erwachsener stehen.
  • ab dem 10. Lebensjahr gelten die gleichen Regeln wie für alle anderen Verkehrsteilnehmer.


Unerlässlich für die Sicherheit der Kinder ist, dass sie gesehen werden. Tipps geben der ADFC » und die Verkehrswacht ».

Kinder brauchen Vorbilder! Deshalb sollten sich Erwachsene im Straßenverkehr immer so verhalten, dass sie diese Funktion einnehmen.