28.01.2014

Konstellationen

Oldenburg. Ein neues Veranstaltungsformat des Literaturbüros, das durch die Kulturstiftung der Öffentlichen Versicherungen gefördert wird, trägt den Titel „Konstellationen“. Es stellt Verbindungen zwischen Literatur und Wissenschaft her und spürt ihren wechselseitigen Einflüssen nach. Im Mittelpunkt steht dabei – wie immer im Programm des Literaturbüros – die Literatur. Am Dienstag, 18. Februar, ist es bei der Auftaktveranstaltung der neuen Reihe um 20 Uhr im Musik- und Literaturhaus Wilhelm13 das „Lexikon der Angst“ von der Schriftstellerin Annette Pehnt. Als Gesprächspartner der Autorin ist Hans Wedler, Professor für Psychosomatik und Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, eingeladen. Der Philosoph Matthias Bormuth, Heisenberg-Professor für Vergleichende Ideengeschichte an der Universität Oldenburg, moderiert die Lesung Annette Pehnts. Über den Blick auf unsere Ängste und den Umgang mit ihnen bringt er die Schriftstellerin mit dem Wissenschaftler ins Gespräch. Der Eintritt kostet 8 Euro, ermäßigt 6 Euro. Karten können online unter www.wilhelm13.de oder telefonisch unter der Nummer 0441 235-3014 beim Literaturbüro vorbestellt werden.

Die Angst ist ein Alleskönner, deshalb kennt sie jeder: Sie lähmt uns, sie hält uns den Spiegel vor, sie frisst uns auf, und sie befeuert uns. Die Schriftstellerin Annette Pehnt hat die Angst von A bis Z literarisch ergründet. Ihr „Lexikon der Angst“ ist aber gar kein Nachschlagewerk mit sachlichen Informationen, sondern eine Sammlung prägnant erzählter Kurzgeschichten über unsere kleinen und großen Alltagsängste, Zwänge, Neurosen und Marotten. Ihre Geschichten erzählen von leisen, lächerlichen und bestürzenden Momenten der Angst: vor der Finanzkrise, vor Fahrstühlen, Hunden und der Einsamkeit.

Hans Wedler ist Professor für Psychosomatik und Facharzt für Psychotherapeutische Medizin. Er war bis 1994 Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Suizid-Prävention und bis 2004 ärztlicher Direktor der Klinik für Internistische Psychosomatik am Bürgerhospital Stuttgart. Zuletzt veröffentlichte er „Untiefen. Erzählungen vom alltäglichen Scheitern“ (2010) und einen Aufsatz zur „Suizidalität in der Literatur“ (2013). Mit dem Phänomen der Angst und ihren Quellen hat er sich eingehend auseinandergesetzt.

Der Philosoph Matthias Bormuth repräsentiert als Moderator den Kooperationspartner des Literaturbüros bei der neuen Reihe: die Oldenburger Karl-Jaspers-Gesellschaft. Sie verfolgt das Ziel, den Dialog der Wissenschaften anzuregen, so wie ihn Jaspers selbst im Austausch mit Medizin, Politik, Religion, Kunst und Literatur pflegte. Diesem Ansatz entspricht die Zielsetzung des Literaturbüros bei der Reihe „Konstellationen“. Sie soll die für das Programm des Literaturbüros typischen Debatten über Literatur in kulturelle, soziale und politische Zusammenhänge einbinden.