Neufassung des Rahmenkonzeptes Ganztagsgrundschulen - Stadt Oldenburg
Neufassung des Rahmenkonzeptes Ganztagsgrundschulen

Neues Konzept stärkt Rolle der Schulen und schafft mehr Wahlmöglichkeiten

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Schüler essen. Foto: highwaystarz/Fotolia.com

Es ist das Ergebnis eines monatelangen Arbeits- und Beteiligungsprozesses, der allen Mitwirkenden viele Anstrengungen abverlangt hat – doch die Mühen haben sich gelohnt: Die Neufassung des Rahmenkonzeptes für die „Kooperative Ganztagsbildung in Oldenburger Grundschulen“ verbessert Bildungs- und Teilhabechancen für Kinder und unterstützt Eltern bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Gleichzeitig verschafft das Konzept Grundschulen möglichst große Handlungsspielräume und mehr Rechtssicherheit, zudem gewährleistet es die langfristige Finanzierbarkeit des Ganztagsmodells. Der Rat der Stadt Oldenburg hat die Neufassung in seiner Sitzung am 22. Januar 2018 beschlossen.

Im Vergleich zum alten Konzept, das vom 30. November 2015 datierte, wird mit der Neufassung ein großer inhaltlicher Wandel mit starken Auswirkungen auf die Rollen der Schulen und ihrer Kooperationspartner vollzogen. „Ganztagsschule wird nun konsequent von Schule aus gedacht“, betont Schuldezernentin Dagmar Sachse. Dennoch werde Ganztagsbildung erst in einer guten und starken Kooperation zwischen Ganztagsschule und ihren Partnern lebendig. Zukunftsmodell für Ganztagsgrundschulen in Oldenburg sei daher nach wie vor eine „Kooperative Ganztagsbildung“.

Das Konzept zeichnet sich vor allem durch folgende positive Veränderungen aus:

  • Es besteht ein Rechtsanspruch auf elternbeitragsfreie Teilnahme am schulischen Ganztagsangebot an bis zu fünf Tagen in der Woche.
  • Die Schulen erhalten mehr Wahlmöglichkeiten entsprechend der individuellen Gegebenheiten vor Ort (Ganztagsbildung mit/ohne/in Teilen mit primärem Kooperationspartner, Bestandshort, betreuter Mittagstisch, Halbtagsschule).
  • Es besteht eine rechtssichere Anwendung mit Blick auf die Kooperation zwischen Schule und Jugendhilfe.

Intensive Gespräche zwischen allen Beteiligten
Der Beschlussfassung im Rat waren umfangreiche Beratungen in Fachausschüssen, in der AG „Kooperative Ganztagsbildung in Oldenburger Grundschulen“, in zehn thematischen Arbeitsgruppen sowie intensive Gespräche mit Schulen, freien Trägern der Jugendhilfe, Landesschulbehörde und Landesjugendamt vorausgegangen. „Das Konzept bietet nun einen ausgewogenen Rahmen für die zukünftige Arbeit der Ganztagsschule und ihrer Partner“, erläutert Schulamtsleiter Matthias Welp. „Es ist so aufgebaut, dass zukünftigen Entwicklungen möglichst ohne eine weitere Neufassung begegnet werden kann.“

Übergangsregelung für bestehende Ganztagsgrundschulen
Alle bestehenden Ganztagsgrundschulen können im Rahmen einer Übergangsregelung bis zum Schuljahr 2020/2021 weiterhin nach dem alten Konzept (vom 30. November 2015) arbeiten. Alle neuen Ganztagsgrundschulen werden ab dem Schuljahr 2018/2019 direkt nach dem neuen Konzept beginnen.

Formen des Ganztagsangebotes

Foto: Kzenon, Fotolia.com
Mädchen in der Schule. Foto: Kzenon, Fotolia.com

Offene Ganztagsgrundschule
In der offenen Ganztagsgrundschule findet nach dem Unterricht an drei bis fünf Tagen ein freiwilliges und an einzelnen Tagen wählbares schulisches Ganztagsangebot statt. Es gibt ein gemeinsames Mittagessen, Übungs- und Förderzeiten, Arbeitsgemeinschaften (auch in Kooperation mit Sport, Kultur und Freizeit) sowie selbstbestimmte Spiel- und Erholungszeiten. Die Anmeldung gilt für ein Jahr verpflichtend.

Teilgebundene Ganztagsgrundschule
Wählt die Grundschule die teilgebundene Ganztagsform ist der Ganztag an mindestens zwei Tagen für alle Kinder (gebundene Tage) verpflichtend. Ergänzend dazu können die übrigen Tage (auch einzelne Tage möglich) freiwillig gewählt werden (offene Tage). Der gebundene Ganztag, an dem alle Kinder bis nachmittags in der Schule sind, bietet die Möglichkeit zur Rhythmisierung. Der Schulvormittag der Kinder kann deutlich entzerrt und entspannter werden. Teile des Unterrichts können am Nachmittag angeboten werden (zum Beispiel Sport oder Kunst).

Gebundene Ganztagsgrundschule
In der vollgebundenen Ganztagsgrundschule sind alle Schülerinnen und Schüler an mehr als drei Nachmittagen zum ganztägigen Besuch der Schule verpflichtet. Der Unterricht und weitere Angebote wechseln sich in der Regel ab.

Ergänzende außerschulische Angebote – Spätangebot und Ferienangebot
An Schulen mit entsprechenden Bedarfen können ergänzende Spätangebote und/oder Ferienangebote eingerichtet werden. Verantwortung und Organisation liegen in der Hand der Kooperationspartner. Das Spätangebot umfasst 60 oder 90 Minuten nach dem schulischen Ganztagsangebot. Das Ferienangebot beinhaltet maximal neun einzelne Buchungspakete:

  • zwei ganze Wochen in den Osterferien
  • vier ganze Wochen in den Sommerferien
  • zwei ganze Wochen in den Herbstferien
  • fünf Tage flexibel je Standort

Finanzielle Förderung
Die grundsätzliche personelle Ausstattung des schulischen Ganztagsangebotes erfolgt durch das Land Niedersachsen.

Die Stadt Oldenburg unterstützt die Schulen und ihre Kooperationspartner zudem finanziell durch Budgets für:

  • pädagogisches Personal,
  • Unterstützung bei der Organisation bzw. Leitung und Koordination,
  • Angebote aus Kultur, Sport und Freizeit,
  • Budgets für Sachkosten,
  • Budgets für Fortbildung und Qualitätsentwicklung und
  • Budgets für Verwaltung

Bisherige Ganztagsgrundschulen und Ausbauplanung

Bisherige Ganztagsgrundschulen

  • Ohmstede – teilgebundene Ganztagsgrundschule (außerhalb des Rahmenkonzeptes, seit dem Schuljahr 1991/1992)
  • Nadorst – offene Ganztagsgrundschule (seit Schuljahr 2012/2013)
  • Donnerschwee – offene Ganztagsgrundschule (seit Schuljahr 2012/2013)
  • Ofenerdiek – offene Ganztagsgrundschule (seit Schuljahr 2013/2014)
  • Krusenbusch – offene Ganztagsgrundschule (seit Schuljahr 2013/2014)
  • Staakenweg – offene Ganztagsgrundschule (seit Schuljahr 02/2014)
  • Babenend – offene Ganztagsgrundschule (seit Schuljahr 2014/2015)
  • Kreyenbrück – teilgebunden und offene Ganztagsgrundschule (seit Schuljahr 2015/2016)
  • Heiligengeisttor – offene Ganztagsgrundschule (seit Schuljahr 2016/2017)
  • Bümmerstede – offene Ganztagsgrundschule (seit Schuljahr 02/2017)

Weitere Ausbauplanung
Zum nächsten Schuljahr werden die Grundschulen Etzhorn und Harlingerstraße » in Ganztagsschulen umgewandelt. Die weitere Ausbauplanung sieht folgende Reihenfolge vor:

  • Bloherfelde
  • Drielake
  • Bürgeresch
  • Dietrichsfeld
  • Auf der Wunderburg
  • Röwekamp
  • Paul-Maar-Schule
  • Katholische Grundschule Unter dem Regenbogen
  • Klingenbergstraße
  • Alexandersfeld
  • Wallschule
  • Hogenkamp
  • Hermann-Ehlers-Schule
  • Haarentor
  • Wechloy
  • Ohmstede
  • Katholische Grundschule Eversten