Neue Schiedspersonen

Drei Neue fürs Schlichten statt Richten zuständig

Fürs Schlichten statt Richten sind in Oldenburg künftig drei Neue zuständig: Gabriele Kopka-Paetzke und Peter Tarruttis sind vom Rat der Stadt Oldenburg einstimmig als Schiedsleute berufen worden. Unterstützt werden sie von Martin Sobel (64), der als stellvertretender Schiedsmann für den Bezirk Oldenburg Nord neu gewählt wurde. Ergänzt wird das Trio durch Gertrud Suntrup, die im Bezirk Oldenburg Süd weiterhin als stellvertretende Schiedsfrau fungiert.  

Schiedsamt als wichtige Vermittlungsinstanz
Die drei „Neuen“ wurden am Mittwoch, 19. Dezember 2018, von Erster Stadträtin Silke Meyn begrüßt. „Nicht jeder Streit unter Nachbarn, jede Beleidigung oder Handgreiflichkeit muss auf direktem Weg vor Gericht landen. Das Schiedsamt ist eine wichtige Instanz, um die Justiz zu entlasten und unter Streithähnen eine unbürokratische Einigung zu erzielen, mit der beide Seiten leben können“, sagte die Dezernentin. „Ich freue mich, dass wir für diese verantwortungsvolle Aufgabe geeignete Persönlichkeiten gefunden haben“, so Silke Meyn. Ralph Wilken, Leiter des Bürger- und Ordnungsamtes, gratulierte den neuen Schiedsleuten ebenso zu ihrer Wahl wie Christian Aster, Leiter des Fachdienstes Sicherheit und Ordnung, und Reinhard Kropp vom Bund Deutscher Schiedsleute.

Amtszeit beginnt am 1. Januar 2019
Gabriele Kopka-Paetzke und Peter Tarruttis treten die Nachfolge von Beate Iwan und Rolf Friedrich Müller an. Während Rolf Müller in den vergangenen fünf Jahren als Schiedsmann im Einsatz war, beläuft sich die Gesamtdauer der Tätigkeit von Beate Iwan auf über 26 Jahre. Beide standen aus persönlichen Gründen für die neue Amtsperiode ab dem 1. Januar 2019 nicht mehr zur Verfügung.

Gabriele Kopka-Paetzke (66) hat bis Juni 2018 als Richterin gearbeitet und ist seit Juli 2018 in Pension. Peter Tarruttis (65) war bis Januar 2018 im Polizeidienst aktiv und ist seit Februar 2018 ebenfalls Pensionär. Auch Martin Sobel (64) ist seit Februar 2018 Rentner. Davor war er jahrelang tätig als Mess- und Regeltechnikermeister und Qualitätsmanagementbeauftragter.

Bevor die Schiedspersonen ihr Ehrenamt wahrnehmen können, musste noch das Amtsgericht die Wahl bestätigen. Denn nicht die Stadt Oldenburg, sondern die Justizbehörde übernimmt die Fachaufsicht über die Schiedspersonen. Die Bestätigung der Wahl von Gabriele Kopka-Paetzke und Peter Tarruttis erfolgte bereits am 14. Dezember durch das Amtsgericht.

Unparteiisch und verschwiegen
Ihre Aufgabe wird nunmehr sein, in verschiedenen Streitfällen eine Einigung zwischen den streitenden Parteien zu erzielen. „Die Schiedspersonen sind zur Verschwiegenheit verpflichtet und haben einen Eid geleistet, der sie verpflichtet, unparteiisch tätig zu sein“, unterstreicht der Bund Deutscher Schiedsleute. Der Vorteil eines Schiedsverfahrens liegt darin, dass es im Fall des Erfolges im Allgemeinen keine unterlegene Partei gibt, da beide Seiten von einer gütlichen Einigung profitieren und sich den oft kostenintensiven Gang zu Gericht ersparen.

30 Schlichtungsverfahren in 2017
Im Jahre 2017 waren es insgesamt 30 Streitfälle, bei denen das Vermittlungsgeschick der Oldenburger Schiedsleute gefragt war. 2016 kam das Schiedsamt auf 31 Schlichtungsverfahren,  43 Fälle waren es im Jahr 2015, 57 im Jahr 2014, 32 im Jahr 2013 und 47 im Jahr 2012. „Dazu kommen aber noch viele Fälle, die sich bereits im Vorfeld ohne offizielle Verhandlung lösen lassen und die nicht in der Statistik auftauchen“, erläutert Fachdienstleister Christian Aster.

Hohe Erfolgsquote
Die Schlichtungsversuche sind überdurchschnittlich oft positiv verlaufen: Die Erfolgsquote in Oldenburg lag in den vergangenen beiden Jahren (2016 und 2017) bei 60 Prozent. Bundesweit beträgt die Quote im Schnitt rund 50 Prozent.

Erste Sprechstunde am 10. Januar
Die erste Sprechstunde mit den „Neuen“ ist am Donnerstag, 10. Januar 2019, von 9 bis 11 Uhr. Die Schiedsleute sind telefonisch unter der Nummer 0441 235-2104 zu erreichen. Das Schiedsamt befindet sich im Gebäude Stau 73, drittes Obergeschoss, Zimmer 306.