Stadt stellt Leitfaden vor – Grundlage für gestalterische und bauliche Entscheidungen

Sogenannte „Vorrangrouten“ mit glatten Gehbahnen und wahrnehmbaren Leitlinien in der Innenstadt zu schaffen, damit unebenes Pflaster und Werbeschilder keine Hindernisse mehr darstellen – das ist eine von zahlreichen Empfehlungen, die im „Leitfaden Oldenburg barrierefrei“ formuliert werden. Die Stadtverwaltung hat das in eineinhalbjähriger Projektarbeit entstandene Konzept jetzt im Sozialausschuss vorgestellt, am 25. Juni 2018 soll sich der Rat mit dem wegweisenden Werk befassen.

Gebrauchsanweisung für ein barrierefreies Oldenburg
Der Leitfaden ist in die beiden Themenbereiche „Öffentlicher Raum“ (96 Seiten) und „Öffentliche Gebäude“ (58 Seiten) unterteilt. Es werden typische Problemlagen zur Barrierefreiheit skizziert, Standards benannt und Empfehlungen ausgesprochen, wie möglichst umfassend bauliche Barrierefreiheit in Oldenburg gelingen kann. „Mit diesem mehrschichtigen Ansatz zur Schaffung von Barrierefreiheit legt die Stadt Oldenburg ein langfristig angelegtes und nachhaltiges Konzept vor. Dieses soll der Verwaltung über mehrere Jahre als praktikable, übersichtliche Grundlage für Entscheidungen im gestalterischen und baulichen Bereich sowie bei der Haushaltsplanung zur Bereitstellung nötiger Finanzmittel dienen“, erläutert Sozialdezernentin Dagmar Sachse.

Gemeinschaftsprojekt mit vielen Partnern
Mit der Ausarbeitung hatte die Verwaltung die Arbeitsgemeinschaft der Planungsbüros p+t aus Bremen und akp_ aus Kassel beauftragt. Seit Anfang 2017 wurde der Entstehungsprozess von einer Projektgruppe begleitet. Sie besteht aus Vertreterinnen und Vertretern der Stadtverwaltung (Fachdienste Verkehrsplanung, Stadtentwicklung und Bauleitplanung, Bauordnung und Denkmalschutz, Städtebau und Stadterneuerung, Tiefbau und der Eigenbetrieb Gebäudewirtschaft und Hochbau), aus Mitgliedern des Behindertenbeirats und der Seniorenvertretung. Die Projektgruppenleitung lag bei der Fachstelle Inklusion. Darüber hinaus waren auch die Verkehr und Wasser GmbH (VWG) und die Oldenburg Tourismus und Marketing GmbH (OTM) beteiligt.

Nutzbare Arbeitsgrundlage
In sechs Sitzungen wurden die Grundlagen, das Verfahren sowie Analyse und Empfehlungen für den Leitfaden besprochen. „Der ,Leitfaden Oldenburg barrierefrei‘ verbindet bestehende und neue Regelungen und Planungsgrundlagen. An konkreten Beispielen wurde eine nutzbare Arbeitsgrundlage für meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entwickelt“, freut sich Baudezernentin Gabriele Nießen.

Idee zum Leitfaden
Ausgangspunkt für die Erstellung des Leitfadens war ein vom Stadtrat im Jahr 2012 unter der Überschrift „Oldenburg will Inklusion“ verabschiedeter Grundsatzbeschluss. Nachfolgend wurden mit breiter Beteiligung Vorschläge für einen „Kommunalen Aktionsplan Inklusion der Stadt Oldenburg“ erarbeitet. Ein wesentlicher Aspekt ist die grundlegende Barrierefreiheit für alle, damit eine selbstverständliche Teilhabe möglich ist. Um dieses Ziel zu verwirklichen, wurde entschieden, eine Gesamtkonzeption in Form eines „Leitfadens Oldenburg barrierefrei“ zu entwickeln.

Öffentlichkeit wurde ebenfalls beteiligt
Neben der fachliche Steuerung der Bearbeitungsschritte durch Sitzungen der
Projektgruppe fand auch eine Öffentlichkeitsbeteiligung statt: Ergänzend zur Bestandsaufnahme von Barrieren durch die beiden Planungsbüros erfolgten drei öffentliche Begehungen der Oldenburger Innenstadt, deren Resultate in das Konzept eingeflossen sind. „Das umfangreiche Ergebnis steht auf einer breiten Basis, sowohl innerhalb der Stadtverwaltung als auch im Dialog mit Interessenvertretungen und den Menschen in dieser Stadt“, so Stadträtin Dagmar Sachse.