Neues Konzept wird im Sozialausschuss vorgestellt und diskutiert

Stadt will Angebot für wohnungslose und suchtkranke Menschen verbessern

Eine wichtige soziale Aufgabe der Stadt Oldenburg ist es, sich den besonderen Situationen von wohnungslosen und suchterkrankten Menschen zu widmen. Dafür muss eine bedarfsgerechte Angebots- und Beratungsstruktur vorhanden sein. Die in Oldenburg vorhandenen Angebote sind bereits vielfältig und gut aufgestellt. Um den geänderten Anforderungen und Besucherzahlen gerecht zu werden, ist es jedoch erforderlich, hier regelmäßig die Angebotslandschaft zu überprüfen und gegebenenfalls bedarfsgerechte Anpassungen und Erweiterungen vorzunehmen.

Umfassendes Konzeptes zur Verbesserung der Situation
Seit einigen Jahren arbeiten die bestehenden Einrichtungen zum Teil am Rande ihrer personellen und finanziellen Leistungsfähigkeit und auch die räumlichen Kapazitäten können den Besucherzahlen nicht mehr gerecht werden. Eine gute Versorgung der Zielgruppen ist somit nur noch unter schwierigen Bedingungen zu leisten. Im Umfeld der Einrichtungen kommt es aus diesen Gründen in den letzten Jahren immer häufiger zu Konflikten mit Anwohnern, Passanten und anliegenden Geschäftsleuten, so dass die Erstellung eines umfassenden Konzeptes zur Verbesserung dieser Situation notwendig ist. Eine Arbeitsgruppe, die sich aus Vertreterinnen und Vertretern der Träger der Wohnungslosen- und Suchthilfe und der Verwaltung zusammensetzt, hat im letzten halben Jahr die Bedarfe ermittelt, die Zielgruppe durch Befragungen einbezogen und fachliche Aspekte umfassend einfließen lassen. Es wurde ein Gesamtkonzept zur niedrigschwelligen Wohnungslosen- und Suchthilfe erarbeitet, das jetzt vorgelegt wird.

Bisherige Angebote sollen ergänzt und erweitert werden
Danach sollen die bereits vorhandenen Beratungs- und Unterstützungsangebote ergänzt und erweitert werden. Durch eine räumliche Verteilung im Stadtgebiet soll erreicht werden, dass die bisherige Konzentration der Einrichtungen im Bereich der unteren Nadorster Straße aufgelöst wird.

Das Gesamtkonzept
Geplant ist die Einrichtung eines zweiten Tagesaufenthaltes für obdachlose, wohnungslose oder von Wohnungslosigkeit bedrohten Menschen. Er soll das gleiche Angebot vorhalten wie die bisherige Einrichtung: die postalische Erreichbarkeit, ein Versorgungsbereich mit Hygiene- und Mahlzeitenangeboten, sowie einer medizinischen Grundversorgung, sowie die Möglichkeit sozialen Austausches, Tagesstruktur und Beratungsmöglichkeiten.

Zudem ist eine Angebotserweiterung des Café Caro als niedrigschwelliges Angebot für chronisch mehrfach suchterkrankte Menschen geplant. Hier soll es zukünftig ebenfalls einen Versorgungsbereich mit Mahlzeiten und Hygieneangeboten geben und der Konsum von leichtalkoholischen Getränken ermöglicht werden, um den Suchtdruck erträglicher zu machen. Die Öffnungszeiten sollen außerdem auf das Wochenende ausgeweitet werden.

Einrichtung eines Szeneplatzes
Weiterhin beinhaltet das Gesamtkonzept die Einrichtung eines Szeneplatzes, der von Streetworkern betreut wird. Ein solcher Platz existiert in Oldenburg bisher nicht. Eine Befragung von Betroffenen hat aber gezeigt, dass ein Szeneplatz viele Probleme lösen könnte. Durch eine geschützte Aufenthaltsmöglichkeit für suchterkrankte Menschen, und die Begleitung durch Streetworker könnten weitere Erfolge in der Sozialarbeit erzielt werden  Die Nutzer könnten – so die Absicht - in einfache Arbeiten eingebunden werden, etwa Gartenarbeit oder das Sauberhalten der Anlage.

Auf diese Weise soll ein optimiertes Angebot in Oldenburg entstehen. Durch die räumliche Verteilung werden auch bessere Rahmenbedingungen geschaffen, um den bereits vorhandenen Tagestreff aus der Ehnernstraße zu verlagern.

Jährliche Kosten
Die Stadt rechnet für alle Maßnahmen mit zusätzlichen jährlichen Kosten in Höhe von etwa 500.000 Euro. Eine Umsetzung der Maßnahmen könnte in den Jahren 2019/2020 erfolgen.

Nach den Beratungen im Sozialausschuss wird das Gesamtkonzept in einer Bürgerinformationsveranstaltung am Mittwoch, 12. Dezember 2018, von 18 bis 21 Uhr in der Halle der Kulturetage erläutert. Einladungen an Bürgervereine, Runde Tische, Werbegemeinschaften, sowie Anwohnerinnen und Anwohner der jeweiligen Standorte werden in den nächsten Tagen versandt.