Eingliederungshilfe für behinderte Menschen nach dem Neunten Sozialgesetzbuch (SGB IX)

Aufgabe der Eingliederungshilfe ist es, den leistungsberechtigten Personen eine individuelle Lebensführung zu ermöglichen, die der Würde des Menschen entspricht. Zudem soll die volle, wirksame und gleichberechtigte Teilhabe am Leben in der Gesellschaft gefördert werden.

Die Leistung soll Menschen, die aufgrund einer Behinderung wesentlich in ihrer Teilhabefähigkeit eingeschränkt sind, befähigen, ihre Lebensplanung und -führung möglichst selbstbestimmt und eigenverantwortlich wahrnehmen zu können. Dies schließt die Förderung der individuellen Autonomie und die Förderung gleichberechtigter Verwirklichungschancen in einer inklusiven Gesellschaft mit ein.

Die Eingliederungshilfe erstreckt sich auf die Verwirklichung von Menschenrechten durch gleichberechtigte Teilhabe am politischen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Leben.  Es geht um Inklusion und Chancengleichheit in der Bildung, um berufliche Integration und um die gesamtgesellschaftliche Aufgabe, allen Bürgerinnen und Bürgern ein selbstbestimmtes Leben in einer barrierefreien Gesellschaft zu ermöglichen und Diskriminierungen abzubauen.

Anspruchsberechtigung

Leistungsberechtigt sind Personen, die infolge einer gesundheitlichen Störung wesentlich in ihrer Fähigkeit an der Gesellschaft teilzuhaben eingeschränkt sind oder von einer solchen wesentlichen Behinderung bedroht sind.

Dazu zählen

  • körperlich wesentlich behinderte Menschen
  • geistig wesentlich behinderte Menschen und
  • seelisch wesentlich behinderte Menschen.

In § 1 bis 3 der Eingliederungshilfe-Verordnung (EinglHVO) wird dargestellt, welche Personengruppen mit bestimmten Erkrankungen/Einschränkungen kraft Gesetzes als wesentlich behindert gelten. Bei anderen Erkrankungen/Einschränkungen muss im Rahmen der Sachverhaltsermittlung die wesentliche Behinderung individuell festgestellt werden. Die Feststellung erfolgt durch den Träger der Eingliederungshilfe.

Für die Entscheidung über das Vorliegen einer wesentlichen Behinderung und damit für die Zuordnung zum Personenkreis der wesentlich behinderten Menschen ist grundsätzlich die Kenntnis von medizinischen Befunden und Diagnosen und den daraus gegebenenfalls resultierenden Beeinträchtigungen der funktionalen Gesundheit zwingend notwendig. Es kommt den konkreten Einschränkungen der Teilhabefähigkeit unter Berücksichtigung der im Einzelfall gegebenen Kontextfaktoren besondere Bedeutung zu.

Leitungen der Eingliederungshilfe

Die Leistungen der Eingliederungshilfe umfassen Leistungen

  • zur medizinischen Rehabilitation,
  • Teilhabe am Arbeitsleben,
  • Teilhabe an Bildung und
  • zur sozialen Teilhabe

Leistungen der Eingliederungshilfe bestimmen sich nach der Besonderheit des Einzelfalles, insbesondere nach der Art des Bedarfes den persönlichen Verhältnissen, dem Sozialraum und den eigenen Mitteln und Kräften. Wünschen der Leistungsberechtigten, die sich auf die Gestaltung der Leistung richten, ist zu entsprechen, soweit sie angemessen sind.

Antragstellung

Für die Leistungen der Eingliederungshilfe muss ein Antrag gestellt werden. Das Antragsformular und alle benötigten Unterlagen können Sie unten finden.

Beratung

Eine Beratung zur Eingliederungshilfe ist möglich. Sie erfolgt kostenfrei und unabhängig von einer möglichen Antragstellung

Inhalt des Beratungsgesprächs ist unter anderem:

  • Aufnahme relevanter Informationen unter anderem hinsichtlich Ihrer aktuellen Lebenssituation und Grund der Antragstellung
  • Zugangsvoraussetzungen und Leistungen der Eingliederungshilfe
  • Verfahrensabläufe
  • Leistungen anderer Leistungsträger

Die Beratungsinhalte sind nicht abschließend und werden je nach Bedarf angepasst.

Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung (EUTB)

Die Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung (EUTB) unterstützt und berät Menschen mit Behinderungen, von Behinderung bedrohte Menschen, aber auch deren Angehörige unentgeltlich zu Fragen der Rehabilitation und Teilhabe. Die EUTB´s sind ein niedrigschwelliges Angebot und bieten unabhängige ergänzende Beratung bereits vor einer Inanspruchnahme von Leistungen.

Ansprechpartner und Ansprechstellen finden Sie hier »

Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner

Der Bereich Eingliederungshilfe arbeitet sozialraumorientiert. Die Bearbeitung der Hilfen für Menschen mit Behinderung erfolgt im Fachdienst Eingliederungshilfe in fünf Teams, die sich aufteilen in die Stadtbezirke Nord, Mitte/Ost, West und Süd, sowie einem zentralen Team.

Welche Mitarbeiterin oder welcher Mitarbeiter zuständig ist, richtet sich nach der Wohnungsanschrift (Straße und Hausnummer) und kann über das ServiceCenter der Stadt Oldenburg (Telefon: 0441 235-4444) erfragt werden oder Sie können im Online-Stadtplan nachschauen »

Informationen zur Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche nach § 35a Achtes Sozialgesetzbuch (SGB VIII) finden Sie hier »

  • Antragsformular
  • Merkblatt zum Antrag und Einwilligungserklärung zum Datenschutz
  • Schweigepflichtsentbindung
  • Aktueller Fach- beziehungsweise Arztbericht (mit entsprechender ICD 10 Diagnose)
    • Die Eingliederungshilfe hat speziell zum Thema Arztbericht Hinweisschreiben für Antragsstellende, dessen gesetzliche Vertreter und für den Facharzt erstellt, um Fragen rund um den Arztbericht zu klären.

      • Hinweisschreiben SGB IX für den Antragsteller
      • Hinweisschreiben SGB IX für den Facharzt
    • Den Vordruck zur „vertrauliche fachärztliche Stellungnahme“ und die Schweigepflichtsentbindung finden Sie unter der Rubrik „Formulare“.

  • Gegenebenfalls Betreuerausweis
  • Gegebenenfalls Einkommens-/Vermögensnachweise

Vollständig ausgefüllte Unterlagen helfen uns, Ihren Antrag zügig zu bearbeiten.

  • Sozialgesetzbuch - SGB IX
  • Eingliederungshilfe-Verordnung (EinglHVO)
Flyer Frühförderung