Kleiner Waffenschein

Umgang mit Gas- und Signalwaffen seit dem 1. April 2003
Bei etwa der Hälfte aller Straftaten werden Schreckschusswaffen verwendet. Deshalb wurde 2003 der „Kleine Waffenschein“ eingeführt. Es geht konkret um Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen.

Erwerb und Besitz
Der Erwerb und Besitz dieser Waffen, die der zugelassenen Bauart nach § 8 Beschussgesetz entsprechen und ein PTB-Zulassungszeichen tragen, und der dazu gehörigen Munition ist weiterhin erlaubnisfrei. Wer mit Gas- und Signalwaffen nur in seiner eigenen Wohnung, Geschäftsräumen oder des eigenen befriedeten Besitztums umgehen will, braucht keine Erlaubnis.

Führen
Nur wer die tatsächliche Gewalt über Gas- und Signalwaffen außerhalb der eigenen Wohnung, Geschäftsräume oder des eigenen befriedeten Besitztums ausüben will (führen), bedarf einer behördlichen Erlaubnis – Kleiner Waffenschein – (§ 10 Abs. 4 Satz 4 i.V.m. Anlage 2 Abschnitt 2 Unterabschnitt 3 Nr. 2 und 2.1 WaffG-neu). „Führen“ bedeutet das Mitnehmen etwa in der Jackentasche, Handtasche, im Auto und so weiter, und zwar unabhängig vom Zweck!

Selbst wer einen Kleinen Waffenschein hat, darf seine Waffe/n bei öffentlichen Veranstaltungen wie Volksfesten, Sportereignissen, Messen, Ausstellungen, Märkten und ähnlichen Veranstaltungen nicht mit sich führen!

Voraussetzungen für den Erwerb

  • Der Kleine Waffenschein wird auf Antrag von der örtlich zuständigen Waffenbehörde ausgestellt, wenn der Antragsteller volljährig und zuverlässig ist und die persönliche Eignung besitzt.
  • Für die Erteilung des „Kleinen Waffenscheins“ wird eine Verwaltungsgebühr von 50 Euro erhoben.
  • Die Waffe muss das „PTB“-Zeichen aufweisen (Stempel).

Schießen mit Gas- und Signalwaffen
Jedes Schießen außerhalb von Schießstätten ist erlaubnispflichtig.

Ausnahmen gemäß § 12 Abs. 4 WaffG

  • Notwehr, Notstand
  • mit Signalwaffen bei Not- und Rettungsübungen
  • mit Schusswaffen, aus denen nur Kartuschenmunition verschossen werden kann
  • durch Mitwirkende an Theateraufführungen und diesen gleich zu achtende Vorführungen
  • zum Vertreiben von Vögeln in landwirtschaftlichen Betrieben
  • im befriedeten Besitztum – mit Genehmigung des Inhabers des Hausrechts – mit Schusswaffen, aus denen nur Kartuschenmunition verschossen werden kann
  • mit Schreckschuss- oder Signalwaffen zur Abgabe von Start- oder Beendigungszeichen im Auftrag der Veranstalter bei Sportveranstaltungen, wenn optische oder akustische Signalgebung erforderlich ist.


Wer eine der oben aufgeführten Waffen führt, ohne im Besitz eines Kleinen Waffenscheins zu sein, begeht eine Straftat, die mit Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren oder mit Geldstrafe bedroht ist!

Silvester

Das Abschießen von pyrotechnischer Munition zu Silvester vom eigenen befriedeten Besitztum oder vom befriedeten Besitztum eines anderen mit Zustimmung des Inhabers des Hausrechts ist frei von waffenrechtlichen Erlaubnispflichten zulässig, wenn es den Vorgaben der Verwendersicherheit (also Schießen senkrecht nach oben, nicht in der Nähe von leicht brennbaren Objekten, etc.) entspricht. Der Transport der Waffe zum Silvesterschießen von Ort zu Ort ist erlaubnisfrei, wenn die Waffe nicht schuss- und zugriffsbereit transportiert wird.


Bei der Abgabe der Anträge ist unbedingt ein Ausweisdokument zur Identifizierung vorzulegen.

  • 50 Euro für den kleinen Waffenschein
Waffenschein, Kleiner