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Staatsangehörigkeit – Genehmigung der Beibehaltung der deutschen Staatsangehörigkeit

Deutsche Staatsangehörige, die freiwillig und auf Antrag eine andere Staatsangehörigkeit annehmen, verlieren im Regelfall ihre deutsche Staatsangehörigkeit kraft Gesetzes.

Mit einer Genehmigung zur Beibehaltung der deutschen Staatsangehörigkeit tritt der Verlust nicht ein. Diese Genehmigung ist im Ausländerbüro, Team Staatsangehörigkeitsangelegenheiten zu beantragen. Wird dem Antrag stattgegeben, erhalten Sie einen schriftlichen Bescheid sowie die Urkunde über die Genehmigung zur Beibehaltung der deutschen Staatsangehörigkeit.

Deutsche, die die Staatsangehörigkeit eines Staates der Europäischen Union oder der Schweiz erwerben, verlieren ihre deutsche Staatsangehörigkeit nicht. Sie benötigen daher keine Beibehaltungsgenehmigung.

Voraussetzungen
Die Beibehaltungsgenehmigung kann erteilt werden, wenn im Rahmen einer Ermessensabwägung festgestellt wird, dass die persönlichen Gründe und Interessen des Antragstellers das öffentliche Interesse an der Vermeidung von Mehrstaatigkeit überwiegen.

Zur Klärung, ob die Gründe für die zusätzliche Annahme einer fremden Staatsangehörigkeit die Ausstellung einer solchen Genehmigung rechtfertigen, bietet das Ausländerbüro, Team Staatsangehörigkeitsangelegenheiten der Stadt Oldenburg ein unverbindliches und ausführliches Beratungsgespräch an.  

Verfahrensablauf
Der Antrag ist mit Nachweisen und Begründung bei der zuständigen Staatsangehörigkeitsbehörde zu stellen. Neben den Gründen für den Erwerb der angestrebten Staatsangehörigkeit sind auch die fortbestehenden Bindungen an die Bundesrepublik Deutschland zu erläutern.

Die Beibehaltungsgenehmigung wird nach Prüfung der Voraussetzungen ausgestellt und im Regelfall durch das Ausländerbüro an den Antragsteller/die Antragstellerin ausgehändigt.

Hinweise

  • Die Beibehaltungsgenehmigung wird erst wirksam, wenn Ihnen die Urkunde tatsächlich ausgehändigt wurde. Die Ausstellung der Urkunde beziehungsweise die Nachricht, dass die Urkunde unterwegs ist, reicht nicht aus. Sofern Sie eine Person für dieses Verfahren bevollmächtigt haben, wird die Urkunde mit der Aushändigung/Zustellung an diese Person wirksam.
    Wenn die fremde Staatsangehörigkeit erworben wird, bevor Sie die Urkunde „ in der Hand halten", verlieren Sie die deutsche Staatsangehörigkeit. Es empfiehlt sich daher, die Einbürgerung in einem anderen Staat erst zu beantragen, wenn Ihnen die Beibehaltungsgenehmigung bereits ausgehändigt wurde, zumal in ein vielen Staaten der Erwerb der dortigen Staatsangehörigkeit auf den Zeitpunkt der Antragstellung zurückwirkt. Wenn Sie sich während dieser Zeit einbürgern lassen, benötigen Sie keine weitere Beibehaltungsurkunde mehr.
  • Sollte sich Ihre Einbürgerung im anderen Staat verzögern, müssen Sie rechtzeitig (circa sechs Monate vor Ablauf) eine neue Beibehaltungsgenehmigung (sogenannte „ Anschlussurkunde") beantragen, um den Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit zu vermeiden.
  • Die erteilte Beibehaltungsgenehmigung dient auch nach Ablauf der Gültigkeit als Nachweis, dass die deutsche Staatsangehörigkeit trotz Erwerb einer fremden Staatsangehörigkeit nicht verloren ging. Sie sollten daher die Beibehaltungsurkunde zusammen mit der Einbürgerungsurkunde des anderen Staates dauerhaft und sicher verwahren. Diese Nachweise können auch für künftige Generationen (zum Beispiel für Ihre Kinder/Enkelkinder) eine wertvolle Hilfe sein, wenn die deutsche Staatsangehörigkeit bewiesen werden muss.

Fristen
Die Beibehaltungsgenehmigung muss vor dem Erwerb der fremden Staatsangehörigkeit ausgehändigt sein und am Tag des Erwerbs der fremden Staatsangehörigkeit noch gültig sein. Andernfalls verhindert sie nicht den Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit.

Die Beibehaltungsgenehmigung ist in der Regel auf zwei Jahre befristet. Sie ist bis zu dem in der Urkunde ausgewiesenen Datum wirksam und verliert danach ihre Gültigkeit.

255,00 Euro

  • Zusätzliche Kosten können durch die Beschaffung von antragsbegründenden Unterlagen entstehen.
  • Antrag erhältlich im Ausländerbüro, Team Staatsangehörigkeitsangelenheiten
  • Nachweise zu fortbestehenden Bindungen in Deutschland
    z. B. Belege über
    • in Deutschland lebende Angehörige
    • berufliche Bindungen
    • Grund/Immobilienbesitz
    • Rentenanwartschaften
    • Rentenbezug
  • Nachweise zu Gründen für den Erwerb der ausländischen Staatsangehörigkeit
    Zum Beispiel Belege über konkrete Erleichterungen/Vergünstigungen im Falle der Einbürgerung oder die Vermeidung/Beseitigung konkreter Nachteile 
    • in der Ausbildung oder im Studium
    • in der Berufsausübung
    • bei der Vergabe von Stipendien oder Fördergeldern
    • bei geschäftlichen Beziehungen (zum Beispiel bei Aufträgen der öffentlichen Verwaltung)
    • bei Erwerb/Verkauf von Immobilien
    • im Erbrecht
    • im Aufenthaltsrecht, soweit die Belastungen/Nachteile nicht Ausländer im Allgemeinen betreffen (zum Beispiel konkrete Nachteile beim Nachzug des Ehegatten, nicht aber die fehlende Wahlberechtigung im Gastland)
    • sonstige konkrete Vorteile für Sie im Falle der Einbürgerung

Die Bearbeitungsdauer kann mehrere Monate betragen. Sie wird maßgeblich davon beeinflusst, in wieweit Sie die Staatsangehörigkeitsbehörde im Rahmen Ihrer Mitwirkungspflicht unterstützen und von der Kooperation ausländischer Stellen, auf deren Bearbeitungszeit keine Einflussmöglichkeit besteht.

  • § 25 Staatsangehörigkeitsgesetz (StAG)
  • Allgemeine Verwaltungsvorschrift über Urkunden in Staatsangehörigkeitssachen (StAUrkVwV)
Beibehaltung der deutschen Staatsangehörigkeit Genehmigung im Optionsverfahren