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Wohngeld (Mietzuschuss oder Lastenzuschuss)

Wohngeld ist ein Zuschuss zu den Unterkunftskosten und dient der wirtschaftlichen Sicherung angemessenen und familiengerechten Wohnens. Es wird in Form von Mietzuschuss (für Mieterinnen und Mieter einer Wohnung oder eines Zimmers) und Lastenzuschuss (für Eigentümerinnen und Eigentümer eines Eigenheims oder einer Eigentumswohnung) gewährt. Das Wohngeld ist als zweckgebundene Leistung zur Zahlung der Miete oder Belastung zu verwenden.

Ob und in welcher Höhe Wohngeld gewährt werden kann, ist abhängig von

  • der Zahl der zum Haushalt zählenden Haushaltsangehörigen,
  • der Höhe des gesamten Einkommens aller Haushaltsangehörigen und
  • der Höhe der zu berücksichtigenden Miete oder Belastung

Anspruchsberechtigung
Grundsätzlich kann kein Wohngeld an Personengruppen gezahlt werden, deren Wohnkosten bereits in anderen Sozialleistungen enthalten sind.

Ausgeschlossen sind unter anderem Empfänger von

  • Arbeitslosengeld II
  • Asylbewerberleistungen
  • Grundsicherung
  • Jugendhilfe
  • Sozialhilfe
  • Unterhaltssicherung

Dies gilt auch, wenn der Antrag bereits gestellt wurde oder ein Widerspruch gegen einen abgelehnten Bescheid eingelegt wurde.

Sofern nicht alle Haushaltsmitglieder diese Leistungen erhalten, kann es für einzelne Personen noch einen Wohngeldanspruch geben. Zur Klärung solcher Einzelfälle wenden Sie sich bitte an die Wohngeldbehörde.

Des Weiteren besteht kein Anspruch, wenn Vermögen vorhanden ist, welches folgende Beträge übersteigt

  • 60.000 Euro für das erste zu berücksichtigende Haushaltsmitglied
  • 30.000 Euro für jedes weitere zu berücksichtigende Haushaltsmitglied.

Regelungen für Auszubildende und Studierende
Auszubildende mit Kind/Studierende mit Kind haben grundsätzlich einen Wohngeldanspruch.

Alleinstehende Auszubildende und Studierende, deren Ausbildung dem Grunde nach förderungsfähig ist mit Leistungen der

  • Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) nach dem Dritten Buch Sozialgesetzbuch (SGB III)
  • Ausbildungsförderung nach dem BAföG

sind vom Wohngeld ausgeschlossen, sofern alle Personen des Haushalts zu den grundsätzlich Anspruchsberechtigten gehören.

Dabei ist es unwichtig, ob sich tatsächlich ein Zahlbetrag errechnet oder ob sich zum Beispiel aufgrund zu hohen Elterneinkommens, ein Zahlbetrag nicht errechnet.

Ein Wohngeldanspruch besteht jedoch dann, wenn die Ausbildungsförderung zu 100 Prozent als Darlehen gewährt wird.

Einkommen – Einkommensgrenzen
Das zu berücksichtigende Gesamteinkommen setzt sich aus der Summe der Jahreseinkommen aller zu berücksichtigenden Haushaltsmitglieder (siehe Punkt 4) zusammen.

Vom Bruttoeinkommen werden pauschale Beträge für die Kranken- und Rentenversicherung sowie für Steuern abgesetzt.

In den nachfolgenden Fällen können weitere Freibeträge gewährt werden:

  • bei Schwerbehinderung
  • bei Kindern mit eigenem Erwerbseinkommen
  • bei Alleinerziehung von Kindern unter 18 Jahren

Als Jahreseinkommen ist das Einkommen zugrunde zu legen, das zum Zeitpunkt der Antragstellung für den Bewilligungszeitraum zu erwarten ist. Für die Einkommensprognose können auch die Einkommensverhältnisse vor der Antragstellung herangezogen werden.

Im Wohngeldantrag müssen immer alle Einkünfte angegeben werden. Die Wohngeldbehörde prüft dann, ob es sich um anrechnungsfreie Einkünfte handelt.

Unterhaltszahlungen an Personen außerhalb des eigenen Haushalts im Rahmen der gesetzlichen Unterhaltspflicht können einkommensmindernd berücksichtigt werden.

Die Höhe des Einkommens ist nachzuweisen, zum Beispiel durch Verdienstbescheinigungen, Rentenbescheide, Bestätigung der Banken über Zinseinkünfte.

Einkommensgrenzen
Die nachfolgende Übersicht dient als Anhaltswert dafür, ob sich ein Wohngeld errechnen könnte. Durch Frei- und Abzugsbeträge kann sich ein Wohngeldanspruch auch errechnen, wenn die unten angegebenen Werte überschritten werden.

Bei einer Miete, die unter der Mietobergrenze liegt, kann bereits mit einem geringeren Einkommen ein Anspruch nicht mehr bestehen.

Fragen Sie im Einzelfall in der Wohngeldbehörde nach.

Ab dem 1. Januar 2020 gelten diese Einkommensgrenzen:

  • Haushaltsmitglieder: eine Person – Grenze für das monatliche Netto-Gesamteinkommen: 1.062 Euro
  • Haushaltsmitglieder: zwei Personen – Grenze für das monatliche Netto-Gesamteinkommen: 1.454 Euro
  • Haushaltsmitglieder: drei Personen – Grenze für das monatliche Netto-Gesamteinkommen: 1.763 Euro
  • Haushaltsmitglieder: vier Personen – Grenze für das monatliche Netto-Gesamteinkommen: 2.298 Euro
  • Haushaltsmitglieder: fünf Personen – Grenze für das monatliche Netto-Gesamteinkommen: 2.618 Euro
  • Haushaltsmitglieder: sechs Personen – Grenze für das monatliche Netto-Gesamteinkommen: 2.948 Euro

Zu berücksichtigende Haushaltsmitglieder
Haushaltsmitglieder sind, neben dem Wohngeldberechtigten, alle Personen, die mit ihm im Haushalt leben, zum Beispiel Ehegatten, Eltern, Kinder aber auch Nichten, Neffen und andere Personen.

Mietobergrenzen
Für die Berechnung des Wohngeldes wird nur die Miete beziehungsweise die Belastung bis zu folgenden Höchstbeträgen berücksichtigt:

  • Haushaltsmitglieder: eine Person – Höchstbetrag/Euro Miete inklusive Nebenkosten ohne Heizung und Strom: 478 Euro
  • Haushaltsmitglieder: zwei Personen – Höchstbetrag/Euro Miete inklusive Nebenkosten ohne Heizung und Strom: 579 Euro
  • Haushaltsmitglieder: drei Personen – Höchstbetrag/Euro Miete inklusive Nebenkosten ohne Heizung und Strom: 689 Euro
  • Haushaltsmitglieder: vier Personen – Höchstbetrag/Euro Miete inklusive Nebenkosten ohne Heizung und Strom: 803 Euro
  • Haushaltsmitglieder: fünf Personen – Höchstbetrag/Euro Miete inklusive Nebenkosten ohne Heizung und Strom: 918 Euro
  • jede weitere Person – Höchstbetrag/Euro Miete inklusive Nebenkosten ohne Heizung und Strom: 111 Euro

Antragstellung
Einen Antrag auf Mietzuschuss beziehungsweise Lastenzuschuss kann bei der Wohngeldbehörde der Stadt Oldenburg gestellt werden.

Die Leistung wird bewilligt vom ersten des Monats, in dem der Antrag eingeht.

Wenn sich nach der Antragstellung Angaben zu den Haushaltsmitgliedern, dem Einkommen oder der Miete verändern, kann dies dazu führen, dass der Anspruch sich verringert oder wegfällt. Die Veränderungen sind im Rahmen Ihrer Mitwirkungspflicht unverzüglich mitzuteilen. Nutzen Sie hierfür die Veränderungsmitteilung.

Die notwendigen Anträge erhalten Sie auf dem Internetauftritt des Landes Niedersachsen »

Einige ergänzende Formulare erhalten Sie im Amt für Teilhabe und Soziales oder unter dem Punkt „Formulare“.

Antragsabgabe
Es ist nicht erforderlich, dass sie den Wohngeldantrag persönlich abgeben. Er kann an folgende Anschrift gesandt werden:

           Stadt Oldenburg - Amt für Teilhabe und Soziales
           Fachdienst Soziale Hilfen
           Wohngeldbehörde
           26105 Oldenburg

oder in den Hausbriefkasten am Pferdemarkt 14 eingeworfen werden.

Ansprechpersonen
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im ServiceCenter der Stadt Oldenburg stehen für weitere telefonische Informationen unter der Telefonnummer 0441 235-4444 in der Zeit von montags bis freitags zwischen 7 und 18 Uhr zur Verfügung und helfen gerne weiter.

Leistungen für Bildung und Teilhabe
Für die bei der Wohngeldberechnung berücksichtigten Kinder besteht ein Anspruch auf Leistungen für Bildung und Teilhabe nach dem Bundeskindergeldgesetz (BKGG). Nähere Informationen zu Leistungen für Bildung und Teilhabe gibt es hier »

Vergünstigungen über den Oldenburg Pass
Wohngeldbeziehende können den Oldenburg Pass beantragen. Mehr Informationen zum Oldenburg Pass gibt es hier »

Als Mieter benötigen Sie:

  • Mietzuschuss – Antrag
  • Mietzuschuss – Erläuterungen zum Antrag
  • Mietzuschuss – Angaben des Vermieters zum Wohnraum zum Antrag (Mietbescheinigung)
  • Mietzuschuss – Verdienstbescheinigung (Anlage zum Antrag)

Als Eigentümer benötigen Sie:

  • Lastenzuschuss – Antrag
  • Lastenzuschuss – Erläuterungen zum Antrag
  • Lastenzuschuss – Bescheinigung über Fremdmittel (Fremdmittelbescheinigung)
  • Lastenzuschuss – Ermittlung der Belastung
  • Lastenzuschuss – Berechnung der Wohnflächen
  • Lastenzuschuss – Verdienstbescheinigung (Anlage zum Antrag)

Bei dauerhaftem Wohnen im Alten- und Pflegeheim benötigen Sie:

  • Wohngeld – Antrag für Heimbewohnerinnen und Heimbewohner
  • Wohngeld – Erläuterungen zum Antrag für Heimbewohner
  • Wohngeld – Bestätigung der Heimverwaltung (Anlage)

weitere Formulare bei Bedarf:

  • Veränderungsmitteilung
  • Nachweis bei Erfüllung gesetzlicher Unterhaltspflichten
  • Bei selbständig Tätigen – Erklärung zum Einkommen aus Selbständigkeit

Hinweis:
Es handelt sich hier nicht um eine abschließende Aufzählung. Es können zur Bearbeitung eines Antrags auf Wohngeld noch weitere Unterlagen notwendig sein. Die Aufzählung umfasst die regelmäßig benötigten Unterlagen.

  • Wohngeldgesetz (WoGG)
Mietzuschuss
Lastenzuschuss