Historisches schützen

Einblicke in den Denkmalschutz in Oldenburg

Denkmale stehen unter einem besonderen Schutz, daher ist beim Umgang mit ihnen eine Menge zu beachten – wie dies im Stadtgebiet aussieht, erklärt das Team Denkmalschutz der Stadtverwaltung: Sich ein Bild von den geplanten Renovierungsmaßnahmen machen – darum ging es den Mitarbeitenden vom Team Denkmalschutz, als sie im Erdgeschoss des historischen Gebäudes an der Ecke Lange Straße/Kurwickstraße standen, um sich ein Bild von den geplanten Renovierungsmaßnahmen zu machen. Auf mehreren Tischen waren unterschiedliche Pläne und Skizzen ausgebreitet, die veranschaulichten, wie das Haus nach dem Umbau aussehen sollte. Das Graf-Anton-Günther-Haus wurde zwischen 1679 und 1682, nach dem Stadtbrand von 1676, neu aufgebaut und im Jahr 1894 umgebaut. Mit Hilfe des Denkmalschutzes wird das historische Gebäude voraussichtlich noch viele Jahre mit seinem prägnanten Bild die Innenstadt von Oldenburg schmücken.

Vor Ort im Einsatz

Solche Ortstermine, bei denen auch Gespräche mit Eigentümerinnen und Eigentümern sowie Baufirmen stattfinden, gehören für die Mitarbeiter vom Fachdienst Bauordnung und Denkmalschutz zum Arbeitsalltag. Das Graf-Anton-Günther-Haus ist eines von über 2.500 Baudenkmalen im Stadtgebiet Oldenburgs. Der Denkmalschutz dient hier seit 1975 dem Zweck der Erhaltung von geschichtlichen, künstlerischen, wissenschaftlichen und städtebaulichen Denkmalen. Dieser Schutz kann aber nicht nur feststehende Gebäude betreffen, sondern auch bewegliche Denkmale und Bodendenkmale.

Erhaltung von Denkmalen

Zum Schutz eines Denkmals sind Personen, die Baumaßnahmen an diesem in Auftrag geben, beim geplanten Umbau eingeschränkt – sowohl im Inneren als auch bei der äußeren Gestaltung. Beispielsweise dürfen nicht einfach Wände entfernt werden, weder aus Sicht des Denkmalschutzes, da der ursprüngliche Grundriss weitestgehend erhalten bleiben soll, noch aus Sicht der Statikerinnen und Statiker. Auch beim Boden muss geschaut werden, was im Rahmen der Renovierung gemacht werden darf und was nicht. Vor allem muss sichergestellt sein, dass der ursprüngliche Boden nicht durch Renovierungsmaßnahmen beschädigt wird.
„Das Erscheinungsbild eines Denkmals darf nicht durch Errichtung, Veränderung oder Beseitigung von Anlagen in der Umgebung des Denkmals beeinträchtigt werden“, erläutern die Experten, wobei sie auf das Niedersächsische Denkmalschutzgesetz verweisen und speziell den Paragraph 8 nennen. „Zwar gibt es eine sogenannte Baufreiheit, allerdings ist diese durch das öffentlich-rechtliche Baurecht beschränkt“.

Einzelobjekte und „Ensembles“

Beim Denkmalschutz wird unter anderem zwischen Einzelobjekten und „Ensembles“ unterschieden, so wird eine Gruppe von Gebäuden bezeichnet. Ein Einzelobjekt wird sowohl von außen betrachtet als auch von innen, wie zum Beispiel das Graf-Anton-Günther-Haus. Bei einem Ensemble hingegen werden das äußere Erscheinungsbild eines Gebäudes und das Zusammenwirken mit den anderen Gebäuden der Gruppe, also das Gesamtbild, betrachtet.

Rechte und Pflichten von Besitzenden

Als Besitzerin oder Besitzer eines Denkmals hat man viele Pflichten, allerdings bringt der Denkmalstatus auch Vorteile. Man verpflichtet sich dazu, das Gebäude in seinem Zweck zu erhalten oder gegebenenfalls in Stand zu setzen. Kommt es beispielsweise zum Austausch eines Fensters, sollte statt eines Kunststofffensters ein Holzfenster eingebaut werden, um das Gebäude in seinem originalen Stil zu erhalten. In solchen Fällen kann die Eigentümerin oder der Eigentümer steuerliche Vergünstigungen erhalten.

Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege

Die Untere Denkmalschutzbehörde gibt Empfehlungen über die mögliche Unterschutzstellung eines Gebäudes beziehungsweise eines Objektes, stellt aber keines davon selber unter Denkmalschutz, denn darüber entscheidet am Ende das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege (NLD). Allerdings prüft die Behörde, inwiefern ein bereits geschütztes Denkmal renoviert oder umgestaltet werden darf. Das NLD hat mehrere Stützpunkte, verteilt auf das Land Niedersachsen, wobei sich einer davon in Oldenburg in der Ofener Straße 15 befindet. Bei dem Gebäude handelt es sich um das im Jahr 1862 errichtete Zeughaus der ehemaligen Artilleriekaserne, welches auch ein Einzeldenkmal ist.