Mittendrin...! Kinderträume werden wahr

Die Planungsschritte vom Entwurf bis zum fertigen Spielplatz

Kinderträume werden wahr: Spielplatz mit Obstbaumwiese

Spielplätze sind Orte zum Toben, Klettern und Spaß haben. Dadurch bieten sie Kindern, Eltern und allen anderen so manche willkommene Auszeit vom Alltag. Wenn es um die Entstehung oder Modernisierung von Spielplätzen geht, fällt das in die Zuständigkeit des Fachdienstes Stadtgrün – Planung und Neubau. Dieser Fachdienst kümmert sich unter anderem um Freiflächenplanung, städtische Grünanlagen, Außenanlagen an Schulen und Kitas, Stadt- und Straßenbäume und eben um die Spielplätze in Grünanlagen und auf Schulhöfen.

Der Spielplatz am Rosenbohmsweg ist einer von 150 städtischen Spielplätzen, die größtenteils auf die Bedürfnisse von Kindern im Alter von sechs bis zwölf Jahren ausgelegt sind. Die Besonderheit dieses Spielplatzes ist die Verbindung mit einer Streuobstwiese, die der Fläche einen besonderen Charakter gibt und die Kinder zum Entdecken einlädt. Am Tag des Baumes 2022 wurde der Spielplatz offiziell eröffnet. Der Fachdienst Stadtgrün war mit dabei und nimmt uns vor Ort mit auf den spannenden Prozess der Spielplatzplanung.

Erste Planungsschritte

Meist steht ein kahles Stück Wiese am Anfang eines jeden Spielplatz-Traums. Nicht aber im Fall des Rosenbohmswegs im Quartier Drielaker Moor. Hier war das Grundgerüst schon vorhanden – dieses wurde zum Kleinkinderspielplatz umgewandelt und schließlich um einen Bereich für ältere Kinder erweitert. „Mit den ersten Planungen sind wir schon Anfang 2019 gestartet“, erzählt das Team des Fachdienstes. „Denn dadurch, dass so viele Baugebiete im nahegelegenen Quartier hinzugekommen sind, ist auch der Bedarf an Spielmöglichkeiten gestiegen.“

Die Flächen, auf denen nun die Spielgeräte für ältere Kinder Platz finden, wurden bereits in einem Bebauungsplan von 1980 als Spielplatzflächen ausgewiesen. Die Stadt kaufte diese Grünlandflächen im Jahr 2017 und sicherte sie endgültig für die spielerische Nutzung – damit konnten die konkreten Planungen für die Spielplatzerweiterung starten.

An der Nordseeküste und im Weltraum

Zunächst klärte der Fachdienst dafür die grundsätzliche Lage der Spielbereiche und der Wegeführung, indem mehrere Vorentwürfe angefertigt wurden. „Die vorhandenen Gräben auf dem Gelände haben das Ganze dabei erheblich eingeschränkt“, berichten die Planenden, „aber schließlich konnte ein Wegekonzept erarbeitet werden, durch das die Kinder einfach und sicher von einer Spielfläche zur nächsten gelangen.“

Sowohl die Erweiterungsfläche als auch der neue Kleinkindspielplatz haben ein Motto bekommen, um jedem der beiden Bereiche einen unverwechselbaren Charakter zu verleihen: Kleinere Kinder können an „Meer und Küste“ spielen und ältere in der „Space-City“.

Der Spielspaß beginnt

Als wir den Erweiterungsbereich betreten, stehen wir direkt vor dem großen, silbrig angehauchten Klettergerüst in der „Space-City“, an dem die Kinder nach Herzenslust klettern können. Apropos: Wer entscheidet eigentlich, was für Spielgeräte auf einen Spielplatz kommen? – Dafür gibt es bestimmte Rahmenbedingungen, wissen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Fachdienstes Stadtgrün: „Ausschlaggebend sind zum Beispiel der Rang des Spielplatzes innerhalb des städtischen Spielplatzkonzeptes, der Kostenrahmen und die örtlichen Gegebenheiten.“

Um diejenigen, die die Geräte schlussendlich auch nutzen, in den Planungsprozess miteinzubeziehen, setzte das Kinder- und Jugendbüro für den neuen Spielplatz eine Kinder- und Jugendbeteiligung um. Diese fand coronabedingt zwar online statt, aber trotzdem kamen viele Ideen zusammen: Insbesondere Möglichkeiten zum Schaukeln, Klettern sowie zum Tischtennisspielen wurden als Wünsche genannt – und auch erfüllt!

Kontrolle ist besser

Wenn alle Spielgeräte stehen und der Spielplatz fertig ist, kontrollieren zertifizierte Spielplatzprüfende, ob die Fläche und die Spielgeräte in Ordnung und sicher sind. Dabei wird zum Beispiel überprüft, ob der richtige Sand eingebaut wurde – Fallschutzsand hat eine gröbere Körnung als „Backsand“, der in der Sandkiste besser zum Spielen geeignet ist – oder ob sich Stellen an einem Spielgerät befinden, die gefährliche Fangstellen für die Finger oder sogar den Kopf sein könnten.

Ein Paradies gleich nebenan

Als wir uns umdrehen, fallen im Hintergrund direkt die vielen blühenden Bäume und Büsche auf, die der Spielplatzerweiterung inmitten von dichtem Gras eine stimmige Einrahmung schenken. „Als klar war, dass die neue Fläche Raum für neue Gestaltungsmöglichkeiten bietet, waren die Anwohnenden sofort Feuer und Flamme und trugen eine Menge Wünsche an uns heran“, erinnert sich das Team des Fachdienstes. Ganz vorne mit dabei war eben diese Obstbaumwiese, auf der wir nun stehen. Als erstes wurde dafür überprüft, ob der Spielplatz überhaupt mit einer Obstbaumwiese vereinbar wäre. Schließlich die frohe Botschaft an die Anwohnenden: Ist er!

Aufgrund des vorherrschenden Moorbodens im Bereich der Obstbaumwiese wurden größtenteils robustere Apfelbäume gepflanzt, aber auch einige Birnen- und Kirschbäume. Bereits jetzt sind viele Blüten zu erkennen, die auf eine ertragreiche erste Ernte hoffen lassen. Auch, weil bereits für die Bestäubung vorgesorgt wurde: Im hintersten Bereich der Obstbaumwiese hat ein Imker seine Bienenkästen platziert – eine optimale Win-Win-Situation für Bienen und Bäume!

Damit bietet der Spielplatz am Rosenbohmsweg Kindern nun einen immensen Erfahrungs- und Erlebnisraum, in dem sie dank der verschiedenen Materialien eigenständig spielen und einiges entdecken können. Der Spielplatz kann nun an den Fachdienst Stadtgrünpflege übergeben werden, der regelmäßig die Flächen und Geräte überprüft und – wenn nötig – kleinere Reparaturen vornimmt. Der Fachdienst Stadtgrün kann sich derweil den Planungen von kommenden Spielplätzen widmen und noch viele weitere Kinderträume wahr werden lassen.

Zuletzt geändert am 13. Juli 2022