Jury nominiert drei Werke

Für den Kinder- und Jugendbuchpreis 2018 der Stadt Oldenburg nominiert die Jury drei Autorinnen. Bekannt gegeben wird die Preisträgerin am Abend der Verleihung am Mittwoch, 7. November 2018. In die nähere Auswahl kommen ein Bilderbuchtext, ein Jugendbuch sowie ein Jugendbuchmanuskript.

238 Erstlingswerke (174 Manuskripte, 64 Bücher) wurden insgesamt eingereicht und von der Jury gesichtet und beurteilt. Die Jury entschied sich schließlich für folgende Autorinnen und Werke:

  • Maya Alou » aus Freibung mit ihrem Bilderbuchtext (Manuskript) „Herbstspaziergänge“
  • Michèle Minelli » aus Uesslingen mit ihrem Jugendbuch „Passiert es heute? Passiert es jetzt?“ (Verlag Jungbrunnen)
  • Stephanie Quitterer » aus Berlin mit ihrem Jugendbuchmanuskript „Weltverbessern für Anfänger“

Stimmen der Jury:

Nadia Budde: „Die engere Auswahl der Bücher und Manuskripte war in diesem Jahr sehr übersichtlich. Thematisch öffnete sich jedoch ein weiter Themenbereich, und es lässt sich schwer von Richtungen beziehungsweise Trends sprechen.
Auffällig waren die auf der einen Seite sehr erwachsen und verständnisvoll agierenden Jugendlichen, die ihre Probleme mit Verstand und Kreativität selbstverständlich ganz allein und untereinander lösen können. Auf der anderen Seite gab es müde oder hilflose Erwachsene, denen auf die Sprünge geholfen werden musste- beziehungsweise Elternfiguren, die am liebsten gleich aus den Geschichten heraus gedrängt wurden.“

Matthis Dobrić: „Zum ersten Mal in meinem Leben durfte ich an der Juryarbeit teilnehmen. Ich fand es sehr interessant die genauen Vorgänge kennenzulernen und aktiv an der Nominierung des Preises mitwirken zu dürfen. Beeindruckt haben mich vor allem die thematische Vielfalt der Einsendungen, sowie die vielen Anliegen auf die die Autoren aufmerksam machen möchten. Zwischen Fantasy und Kinderbuch befinden sich genauso viele Werke, die sich mit den problematischen Themen der Jugend auseinandersetzen und ihnen eine Stimme geben wollen. Letzten Endes kann es jedoch nur einen Preisträger geben, diesen zu ermitteln ist an sich eine Herausforderung, der ich gern begegnet bin.“

Dr. Tobias Kurwinkel: „Zu den Besonderheiten des Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreises gehören seit jeher die Manuskripte, die sich zahlreich unter den vielen Einsendungen finden. Es sind Skizzen, Entwürfe, noch nicht Lektoriertes, noch nicht gesetztes Geschriebenes, Gemaltes und Gezeichnetes. Gerade diese Texte machen den Oldenburger Preis so besonders - und mir viel Spaß. So freue ich mich sehr, dass wir auch in diesem Jahr herausragende Manuskripte nominieren konnten.“

Birgit Müller-Bardorff: „Die Qualität der Einsendungen zum Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreis ist sehr unterschiedlich, doch war in der engeren Auswahl bei 20 bis 25 Titel schnell zu erkennen, dass Autorinnen und Autoren einen eigenen Ton und einen ungewöhnlichen Zugang zu einem Stoff gefunden haben. Auffallend dabei die Lust am Fabulieren angefangen von originellen Wortneuschöpfungen bis hin zu poetischer Sprachkraft. Neben den gängigen Themen in der Kinder- und Jugendliteratur wie schwierige soziale und familiäre Verhältnisse oder die psychologische Beschäftigung mit jugendspezifischen Fragen ging es auch um Erinnerungskultur und den Umgang mit der älteren Generation. Interessant war vor allem die Arbeit mit Manuskripten und Exposes, die noch keine professionelle Überarbeitung durch einen Lektor erfahren haben und einen unverfälschten Blick auf den Autor erlauben.“

Christine Paxmann: „Juryarbeit ist zu 80 Prozent eine einfache Sache: Viele Manuskripte kommen schlicht nicht in die Endauswahl. Vielleicht auf Grund stilistischer, vielleicht auf Grund dramaturgischer Schwächen, vielleicht auch nur, weil die Geschichten nicht zuende gedacht sind. Meist ergeht es uns Juroren da gleich. Doch die übrigen 20 Prozent sind ein Knochenjob. Denn irgendwann bleiben fünf Manuskripte übrig. Dann beginnt die argumentative Arbeit innerhalb der Jury, bei der natürlich auch persönliche Vorlieben mitreinspielen. Dieses Jahr haben wir tatsächlich um wenige Titel gerungen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, Ernst, Slapstick und Poesie, alles vereint. Ich würde mir wünschen, dass Nominierung und Preis den Gewinnern kreative Freiräume bescheren. Und uns neue Texte dieser Talente.“