Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreis 2020

Jury nominiert drei Werke

Für den diesjährigen Kinder- und Jugendbuchpreis der Stadt Oldenburg hat die Jury drei Autorinnen nominiert. Bekannt gegeben wird die Preisträgerin am Freitag, 13. November. In die nähere Auswahl kommen in diesem Jahr ein Bilderbuchmanuskript, ein Kinderbuchmanuskript und ein Jugendbuch. 342 Erstlingswerke (230 Manuskripte, 112 Bücher – 2019: 212) wurden insgesamt eingereicht und von der Jury gesichtet und beurteilt.

Die diesjährige Jury hat sich schließlich für folgende Werke entschieden:

  • Anne Gröger » mit ihrem Kinderbuchmanuskript „Hallo, ich bin der kleine Tod!“ (Arbeitstitel, erscheint voraussichtlich 2021 bei dtv)
  • Sarah Jäger » mit ihrem Jugendbuch „Nach vorn, nach Süden“ (Rowohlt Rotfuchs)
  • Lena Lackmann » mit ihren Illustrationen zum Bilderbuchmanuskript „Ich bin so müde!“

Stimmen der Jury

Prof. Dr. Tobias Kurwinkel:

„In diesem Jahr hatten wir es mit mehr Einsendungen als in den vergangenen Jahren zu tun; entsprechend waren viele schöne Texte dabei, aus denen wir eine Auswahl treffen mussten. Das war nicht einfach, bescherte uns einige Diskussionen – und auch ein wenig Kopfzerbrechen. Am Ende konnten wir uns nichtsdestotrotz auf drei großartige Titel einigen und diese für den Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreis nominieren. Unter diesen Titeln ist auch ein Bilderbuch, worüber ich mich unheimlich freue.“

Birgit Müller-Bardorff:

„Jurysitzungen via Skype sind möglich und mitunter auch äußerst erheiternd. Trotzdem sind sie kein vollwertiger Ersatz für die Diskussion von Angesicht zu Angesicht. Zumal die Zahl der Einsendungen in diesem Jahr größer war und deshalb auch die Auswahl, über die wir eingehender beraten wollten. Zunächst machten viele Einsendungen mit abwechslungsreichen Geschichten sowie interessanten Akteurinnen und Akteuren neugierig. Beim genaueren Hineinlesen in die Manuskripte und Bücher blieben dann eine Handvoll Titel übrig, die nicht nur eine spritzige Schreibe oder einen flotten Strich aufweisen, sondern einen eigenen Zugang zu einem Thema finden und literarisch so herausragend sind, dass sie es auf die Nominierungsliste schaffen.“

Christine Paxmann:

„Auch altgediente Juryhasen machen in diesen Zeiten neue Erfahrungen. Die Videoschalte als Tool für lebhafte Diskussion zeigt ihre Grenzen. Tatsächlich war die Auswahlfindung deutlich anstrengender. Vielleicht lag es auch an der Auswahl? Mehr Einsendungen denn je, aber das konnte man in vielen Wettbewerben dieses Jahr beobachten. Es wurde viel geschrieben in diesem Land. Leider wurde viel weniger illustriert. Wir würden uns so sehr wünschen, mehr illustrative Einsendungen in der Auswahl zu haben. Trotz aller äußeren Einschränkungen haben wir aber heftig gerungen um die Auswahl. Ein kreativer Prozess, den ich nicht missen möchte, weil er das eigene Urteil so schön gegen den Strich bürsten kann. So ist Juryarbeit auch immer ein Lehrstück an Demokratie, Argumentieren und Geschmackssache!“

Mehrdad Zaeri:

„Was mir am Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreis besonders gut gefällt, ist die große Zahl der Manuskripte, die sich noch im skizzenhaften, nicht vollendeten, durchlektorierten Stadium befinden. Unter den Hunderten von eingereichten Manuskripten gibt es eine besonders bemerkenswerte Kategorie, auf die ich gerne hinweisen möchte: die Bücher mit dem Schwerpunkt Illustration. Die Jury wünscht sich in Zukunft noch mehr Einreichungen im Bereich Illustration. Dass sich das lohnen kann, zeigt die Nominierung von Lena Lackmann. Nun liegt es an den Illustratorinnen und Illustratoren, in den kommenden Jahren an dieser bemerkenswerten Buchpreisverleihung teilzunehmen.“

Katharina Zedler:

„Dieses Jahr lief auf seine eigene Art ganz besonders. Aufgrund von Corona konnten wir uns als Jury nicht persönlich zusammenfinden und mussten eine Alternativlösung finden, worauf wir uns auf Skype-Meetings einigen konnten. Die Besprechungen verliefen nun von zu Hause aus, was anfangs auch sehr gut lief. Jedoch merkte man auch, wie anstrengend sonst lebendige Diskussionen sein können, wenn man sich nicht gegenüber sitzt. Aber alles in allem kann ich sagen, dass dieses Jahr trotz der Umstände nicht weniger Spaß gemacht hat.“