50 Jahre Kulturzentrum Rennplatz

Das Kulturzentrum Rennplatz hatte Geburtstag! Am Sonntag, 6. Juli 2014, waren daher alle Bürgerinnen und Bürger zu einem Straßenfest auf der Kurlandallee eingeladen. Eröffnet wurde das Fest mit einem Freiluftgottesdienst, anschließend gab es Aktions- und Informationsstände, gastronomische Angebote und einen Flohmarkt. Das Fest endet mit einem Auftritt der Kinderrockband von Markus Rohde.

Bereits Anfang April 2014 begrüßte die Leiterin Claudia Buchner mit ihrem Team Menschen, die sich in den vergangenen 50 Jahren für das Haus und in dem Haus engagiert haben. Der Einladung folgten rund 100 Personen: Vertreterinnen und Vertreter der Lettischen Gemeinde, der Kirchengemeinde Ohmstede, der Stadt Oldenburg, des Jugendhilfeausschusses, der Stadtteilkonferenz Nord-Ost, von Kooperationspartnern und aus den Reihen der Stammbesucher.

Stimmen zum Jubiläum
In ihren Grußworten für die Stadt Oldenburg sprach Sozialdezernentin Dagmar Sachse über die historische Entwicklung des Stadtteils und darüber, dass Toleranz und Integration schon immer im Kulturzentrum gelebt worden seien. Sie bedankte sich vor allem bei den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern für die geleistete Arbeit.

Pastor Holger de Buhr verglich in seinem Grußwort für die Kirchengemeinde Ohmstede das Jubiläum mit einer Goldenen Hochzeit und öffnete den Blick für die Zukunft der Arbeit des Hauses.

Laima Urdze übermittelte die Grußworte der Lettischen Gemeinde. Sie erinnerte an das Wirken des Pastors Paulis Urdze, ohne dessen Engagement das Kulturzentrum Rennplatz nicht bestünde, und berichtete über das vielfältige kirchliche wie kulturelle Leben in der Lettischen Gemeinde.

Persönlicher Austausch
Im Mittelpunkt der Feierlichkeit stand der persönliche Austausch der Gäste. Deutlich wurde, dass sich die Inhalte der Gemeinwesenarbeit Kulturzentrum Rennplatz in den vielen Jahren kaum verändert haben: Elternstärkung, Kleinkindgruppen, Hausaufgabenhilfe, Freizeitgestaltung für Kinder und Jugendliche, gesellige/kulturelle/informative Veranstaltungen, niedrigschwellige Hilfeangebote und persönliche Beratung.

Von der Gründung bis zum 50. Geburtstag

  • Das heutige Kulturzentrum Rennplatz wurde erstmalig als „Lettisches Jugend- und Kulturzentrum“ am 12. April 1964 eröffnet. Ausgangslage dafür war, dass das seit 1942 bestehende „Ostarbeiterdurchgangslager“ für überwiegend russische Zwangsarbeiter nach der Befreiung 1945 durch Flüchtlinge aus baltischen Staaten bezogen wurde.
  • Nach der Übernahme durch die Stadt Oldenburg 1950 wurde das Lager zur größten lettischen Kolonie Deutschlands, die Bewohner wurden vom Flüchtling zum „heimatlosen Ausländer“. Im lettischen Lager entwickelte sich ein reges kulturelles und kirchliches Leben. Der im Lager lebende Pastor Paulis Urdze nahm sich der schwierigen sozialen Lage der Menschen an. So kam es zum Aufbau von Selbsthilfewerkstätten, um eine Beschäftigung für die Hinterbliebenen zu finden. Diese Werkstätten sind heute als „Gemeinnützige Werkstätten Oldenburg e.V.“ bekannt.
  • 1959, dem Weltflüchtlingsjahr der UNO, begann eine Spendenaktion, vor allem in den Niederlanden, die in der Folge zur Errichtung des Kulturzentrums Rennplatz und des benachbarten Kindergartens führte.
  • Zu Beginn der 60er Jahre baute die GSG auf dem ehemaligen Lagergelände die heutige Rennplatzsiedlung mit den Straßen Rigaer Weg und Kurlandallee. Die GSG unterstützte das Vorhaben eines Kulturzentrums von Anfang an.
  • In den 70er Jahren lebten Menschen aus vielen ethnischen Gruppierungen (zum Beispiel Menschen aus Polen, türkische „Gastarbeiter“, russische Spätaussiedler) in der Rennplatzsiedlung.
  • 1978 wurde das Haus durch die Ev.-luth. Kirchengemeinde Ohmstede, 1988 durch deren Förderkreis „Kulturzentrum Rennplatz e.V.“ übernommen.
  • Seit dem 1. Oktober 1999 hat die Stadt Oldenburg die Trägerschaft inne, nachdem die neue Eigentümerin GSG das Haus übernahm und sanierte.
  • 2009 erfolgte eine weitere Sanierung mit dem Umbau der ehemaligen lettischen Kirche in einen multifunktionalen Raum.
  • 2012 gründete sich der neue Förderverein „Kulturzentrum Rennplatz e.V.“.