Jahresübersicht Museen: Ausstellungen 2021

Hier geben wir einen Überblick für das Jahr 2021: Welche Ausstellungen sind in den städtischen Museen geplant? Und welche Schwerpunkte wird es in den einzelnen Häusern geben? Antworten darauf und Links zu den Museen finden Sie hier.

Horst-Janssen-Museum

Rebellin des Jugendstils: Ilna Ewers-Wunderwald

21. Mai bis 29. August 2021

Das Horst-Janssen-Museum feiert im Jahr 2021 die Wiederentdeckung einer faszinierenden Künstlerin des Jugendstils: Ilna Ewers-Wunderwald (1875 bis 1957). Hochgelobt zu Beginn ihres Schaffens, zog sich die virtuose Zeichnerin, Illustratorin, Kabarettistin, Übersetzerin und Gestalterin von Möbeln und avantgardistischer Frauenmode bereits in den 1920er Jahren aus der Öffentlichkeit zurück. Ihr Werk geriet in Vergessenheit. Das Horst-Janssen-Museum holt es mit dieser Ausstellung zurück ans Licht.

Ewers-Wunderwald bewegt sich zwischen Jugendstil und Symbolismus, ihr Umgang mit der Farbe ist meisterhaft. Sie arbeitet mit chinesischer Tusche, mit der sie höchst dekorative und detailreiche Darstellungen exotischer Tiere, fantastischer Pflanzen oder skurriler Fabelwesen zeichnet. Das Horst-Janssen-Museum präsentiert rund 100 Werke der Künstlerin Ilna Ewers-Wunderwald, kuratiert von Dr. Sven Brömsel (Berlin).

Janssen ANIMIERT

11. September bis 14. November 2021

Bewegte Bilder von Matthias Beckmann, Aline Helmcke, Petra Lottje, Bettina Munk und Norbert Trummer

Das Horst-Janssen-Museum hat fünf Künstlerinnen und Künstler aus Deutschland und Österreich eingeladen, sich in digitaler Form mit Horst Janssen und seiner Kunst auseinanderzusetzen. Matthias Beckmann, Alina Helmcke, Bettina Munk, Petra Lottje und Norbert Trummer sind Zeichnerinnen und Zeichner der nächsten Generationen. Fasziniert von Janssens Vielseitigkeit oder kritisch gegenüber seiner ausufernden Produktion, sind sie beeindruckt von einem Künstler, der kompromisslos mit und von der Zeichnung lebte.

Die Ausstellung „Horst Janssen ANIMIERT“ bringt diese kritische Wertschätzung zum Ausdruck. Im zentralen Medium des 21. Jahrhunderts, dem bewegten Bild, werden Facetten von Janssens künstlerischem Werk beleuchtet, zitiert und spielerisch eingesetzt. Vielleicht hätte Horst Janssen als Zeitgenosse heute sein Werk um das Medium der digitalen Animation erweitert; diese Ausstellung würde ihn gewiss auf den Geschmack bringen.

Tim Bruening – Comeback

September 2021

Das Horst-Janssen-Museum ist Fan des Oldenburger Filmfestivals und zeigt im September 2021, rund um das Filmfest, ausgewählte Fotografien von Tim Bruening. Der Fotograf wurde 1983 in Hannover geboren, ist in Oldenburg aufgewachsen und lebt heute zwischen Hamburg, Berlin und Paris. Die Fotografien von Tim Bruening werden nicht nur in Galerien ausgestellt, sie sind auch auf Billboards, in internationalen Magazinen, Künstlerbüchern oder Plattencovern diverser Bands und Musiker abgedruckt. Er arbeitete unter anderen für das Zeit Magazin, den Spiegel oder das Vice Magazine.

In den letzten Jahren ist er den Gästen des Oldenburger Filmfests auf seine unnachahmliche Art fotografisch nahe gekommen. Diese und andere seiner schönsten Aufnahmen aus den letzten Jahren werden im Horst-Janssen-Museum gezeigt. Das „Comeback“ führt Tim Bruening wieder nach Oldenburg, wo alles begann …

Nanne Meyer – Unerforschtes Gebiet

26. November 2021 bis 27. März 2022

Mit Nanne Meyer (geboren 1953 Hamburg) hat das Horst-Janssen-Museum eine Zeichnerin eingeladen, die sich schon vor vielen Jahren für dieses Medium entschieden hat. Das Medium Zeichnung schränkt sie nicht ein, sondern inspiriert sie – im Gegenteil – zu immer neuen „Weltanschauungen“. Ihre neuesten Arbeiten kreisen um nichts Geringeres als das Universum. In den zum Teil riesigen Formaten und sehr freien Kompositionen geht es um die Frage: Wo bin ich (in der Welt) verortet? Mit Titeln wie „Universum“, „Meteoriten“, „Ränder der Welt“, „Freier Fall“, „Sternenzelt“ und „Quantenschaum“ zeigt die Künstlerin unterschiedlichste Werkgruppen, die eine Ästhetik des Staunens und der Ungewissheit beschwören.

Nanne Meyer zeichnet mit Blei- und Farbstift, Wachs- und Ölkreide, Kugelschreiber, Acryl und Tinte, Pastell, Gouache und Dispersionsfarbe und zeigt, wozu die Zeichnung fähig ist. Die Werke stammen überwiegend aus den Jahren 2020 und 2021 und werden auf zwei Etagen des Hauses gezeigt.

Alle weiteren Informationen zu Ausstellungen und Veranstaltungen finden Sie auf der Webseite des Horst-Janssen-Museums »

Edith-Russ-Haus für Medienkunst

Language for Sale

Internationale Gruppenausstellung

22. April bis 13. Juni 2021Im Mittelpunkt der Ausstellung „Language for Sale“ steht die zunehmende Verbreitung von Nonsens-Sprache als Symptom gesellschaftlicher Umbruchsituationen. Rhetorik war schon immer ein problematisches performatives Genre: Sie kann Menschen inspirieren, überzeugen, aber auch beeinflussen.

Die Kultur der politischen Rede erfährt derzeit einen tiefgreifenden Wandel. Offen geführte Debatten und komplexere Argumentationen gehen zurück, die Aufmerksamkeitsspanne der Menschen sinkt, Misstrauen gegenüber Politik und Journalismus breiten sich aus und ideologische Bekenntnisse und Hate Speech in den Sozialen Medien nehmen zu. Diese Veränderungen gipfeln in der rhetorisch eingesetzten Lüge, die von einer heimlich genutzten Waffe zum offen eingesetzten Propagandainstrument geworden ist.

An dieses eigentlich sehr ernste Thema gehen die Künstlerinnen und Künstler der Gruppenausstellung jedoch mit Humor heran, allen voran Kim Schoen, deren erstmals gezeigte Arbeit „Baragouin“ (= französisches Wort für „unverständliches Kauderwelsch“) den Impuls für „Language for Sale“ gab. In „Baragouin“ gibt die Künstlerin Objekten eine Stimme, die sie in einem Skulpturengeschäft in Los Angeles filmte. Bei diesen Objekten handelt es sich um Nachbildungen von Skulpturen, deren Ursprünge vom Buddhismus über das Rokoko und den Neoklassizismus bis zur Moderne reichen. Schoen geht von der Hypothese aus, dass der internationale Handel eine eigene Lingua franca (= Verkehrssprache) hervorbringt, und inszeniert eine „Nonsens-Oper“, in der die kopierten Skulpturen in Stimmen zu „reden“ scheinen, die auf die Herkunft ihrer vermutlichen Originale verweisen.

Künstlerinnen und Künstler der Ausstellung: Harun Farocki, Nicoline van Harskamp, Stefan Panhans, Elemér Ragály, Peter Rose, Kim Schoen, John Smith.

Infrahauntologies

Internationale Gruppenausstellung

8. Juli bis 3. Oktober 2021

Die Ausstellung „Infrahauntologies“ beschäftigt sich mit Infrastrukturen in Architektur, Städtebau, Politik, Kommunikation und digitalen Systemen. Acht Künstlerinnen und Künstler beziehungsweise Kunstkollektive entwerfen Zukunftsvisionen, zum Beispiel die in der Wüste neu geplante Hauptstadt Ägyptens als Computerspiel und die Anpassung der Stadt Miami an steigendende Meeresspiegel, oder untersuchen gescheiterte Gesellschaftsvisionen der Vergangenheit, um aus dem Zusammenbruch zu lernen und dadurch neue Möglichkeiten für Infrastrukturen der Zukunft zu entwickeln. Sie verwandeln die bürokratische Sprache von EU-Amtsblättern in künstlerische Formen und träumen von einer ganz neuen Ökonomie der Kunst. Die in der Gruppenausstellung gezeigten Werke reichen von Videos über Game-Engine-basierte Arbeiten bis hin zu Multimedia-Installationen.

„Infrahauntologies“ wird von Bassam El Baroni (geboren 1974 in Ägypten) kuratiert. Er ist Assistenzprofessor für Kuratorische Praxis und Kunstvermittlung an der School of Arts, Design and Architecture der Aalto Universität in Helsinki/Finnland und beschäftigt sich in seinen Arbeiten mit Themen an der Schnittstelle von Kunst, Technologie, Politik und Philosophie.

Künstlerinnen und Künstler der Ausstellung: A.S.T. (Diann Bauer, Felice Grodin, Patricia Margarita Hernandez, Elite Kedan), Bassam El Baroni und Constantinos Miltiades (in Zusammenarbeit mit Georgios Cherouvim und Gerriet K. Sharma), João Enxuto und Erica Love, John Gerrard, Assem Hendawi, Bahar Noorizadeh, Vermeir & Heiremans

Alle weiteren Informationen zu Ausstellungen und Veranstaltungen finden Sie auf der Webseite des Edith-Russ-Hauses für Medienkunst »

Stadtmuseum Oldenburg

Das Stadtmuseum ist für den Abriss und Neubau bis auf Weiteres geschlossen. Trotzdem sind das Museum und seine Inhalte weiterhin sichtbar, und zwar in neuer Form: Im Rahmen der Kampagne #MuseumFindetStadt geht das Stadtmuseum gezielt mit seinen Projekten, Veranstaltungen und Ausstellungen in den öffentlichen Raum. Mit der Stadtausstellung, den Projekträumen, Pop-Up-Ausstellungen und Mitmachaktionen ist das Stadtmuseum ab jetzt in der Stadt, statt im Museum!

Alle Ausstellungen und Events sind unter www.museum-findet-stadt.de » zu finden. Dort informiert das Museum auch über das Geschehen des Neubaus. Mehr lesen Sie auch auf der Webseite des Stadtmuseums »

Sonderausstellungen

Neue Werke in der Artothek Oldenburg

15. April bis 24. Juni 2021

Die Artothek Oldenburg präsentiert vom 15. April bis zum 24. Juni 2021 ihre Neuerwerbungen in einer Ausstellung. Die Besucherinnen und Besucher können sich auf ein farbenfrohes Spektrum der Gegenwartskunst von siebzehn regionalen und international bekannten Künstlerinnen und Künstlern freuen.

Malerei von Gerlinde Domininghaus, Helmut Feldmann und Marga von Garrel, Grafiken von Karel Appel, Henrik Eiben, Rainer Fetting, Margareta Hihn, Malene Landgreen, Albert Merz, Armin Mueller-Stahl, A. R. Penck, Kjeld Ulrich, Cornelius Völker und Helga Wirth, Fotografien von Angelika Glaub und Gertje Kollmann sowie eine keramische Skulptur von Jinhwi Lee. Bereits während der Ausstellung können die Werke für die Ausleihe vorbestellt werden.

Jubiläumsausstellung 25 Jahre Förderpreis Keramik im Pulverturm

4. Juli bis 29. August 2021

Seit 1996 erhalten junge Künstlerinnen und Künstler mit dem Förderpreis „Keramik im Pulverturm“ die Möglichkeit, ihre innovativen Positionen in einer Einzelausstellung dem Publikum vorzustellen. Mittlerweile sind viele der Künstler arriviert und der Preis zählt zu den wichtigsten Preisen für junge Keramikkunst in Deutschland. In der Jubiläumsausstellung, die vom 4. Juli bis zum 29. August 2021 im Oldenburger Pulverturm gezeigt wird, freuen wir uns auf ein Wiedersehen mit allen bisherigen Preisträgerinnen und Preisträgern. Zu erleben sind herausragende Werke der aktuellen Keramikszene von Jantje Almstedt, Mendy Arp, Anke Augsburg, Claudia Biehne, Regine Bruhn, Kirsten Brünjes, Marianne Eggimann, Wendelin Gräbener, Claudette Griffiths, Hermann Grüneberg, Christiane Haase, Thomas Hirschler, Isabell Kamp, Anna Dorothea Klug, Jinhwi Lee, Ulrike Möhle, Aino Nebel, Katrin Neubert, David Rauer, Judith Runge, Mariel Tarela, Azusa Ueno und Hannes Uhlenhaut.
Zur Jubiläumsausstellung erscheint ein Katalog.

Stephan Meyer-Bergfeld „Analog 66 – Oldenburger Porträts“

Stadtmuseum Oldenburg zu Gast im Kunstverein
23. Juli bis 22. August 2021

Ausdrucksstarke Oldenburger Porträts des Fotokünstlers Stephan Meyer-Bergfeld sind in der Ausstellung „Analog 66“ zu erleben. Stephan Meyer-Bergfeld gehört zu den herausragenden Fotokünstlern des Nordwestens, der großformatige Schwarz-Weiß-Aufnahmen mit der Hasselblad-Kamera aus dem Jahr 1966 ausführt. Vier Jahre lang hat er 100 Personen porträtiert, die das multikulturelle Leben in Oldenburg auf ihre ganz persönliche Weise bereichern. Die Fotografien von Stephan Meyer-Bergfeld zeichnen sich durch ein großes Einfühlungsvermögen und ein gelungenes Zusammenspiel von Pose, Licht und Technik aus. Da das Stadtmuseum kurz nach der Ausstellungseröffnung im Oktober letzten Jahres coronabedingt schließen musste, haben Besucherinnen und Besucher nun die Gelegenheit, die Fotografien vom 23. Juli bis zum 22. August 2021 noch einmal im Oldenburger Kunstverein zu erleben.