Rahmenprogramm zur Ausstellung "Keine Story - Alles Design.": Was Sie über 007 noch nicht wissen

Mit den 007-Filmen blieb Ken Adam in der öffentlichen Wahrnehmung verbunden wie Sean Connery mit der Rolle des berühmtesten Agenten Ihrer Majestät. Ken Adam war ein großer Autoliebhaber. Wenn er morgens nach Pinewood fahren wollte und seinen Jaguar zerkratzt und beschädigt vorfand, war er jedes Mal stinksauer. In London passiert das leider ständig. So kam er auf die Idee, ein Auto zu entwerfen, das sich wehren kann.

Und James Bond? Sage und schreibe 75 sogenannte „Bond-Girls“ hat 007 seit seinem ersten Auftrag in „James Bond 007 jagt Dr. No“ mit seinem ganz speziellen Charme rumgekriegt. Doch warum konnten die Frauen dem Geheimagenten nicht widerstehen?

In den Bond-Filmen werden immer wieder die neuesten technischen Errungenschaften präsentiert. Charlie Russhon, ein technischer Berater von Ken Adam, war viel auf Messen unterwegs. Seine Aufgabe war es, durch die Welt zu reisen und die allerneuesten technischen Geräte zu finden. So entdeckte er unter anderem den Jetpack, den Flugrucksack für „Feuerball“.

In der Vortragsreihe, die begleitend zur Ausstellung Keine Story – Alles Design im Schlauen Haus stattfindet, werden die Referenten Sie umfassend zu diesen Themen informieren. Sie dürfen gespannt sein.

Die tollsten James Bond Fahrzeuge

„In rasanter Mission“

Montag,  28. Oktober 2019, 19 bis 21.30 Uhr
Dr. Siegfried Tesche, Journalist, Autor und Hochschuldozent, Hannover

Wer braucht schon viel Leistung, wenn er James Bond heißt und im Dienst Ihrer Majestät Verbrecher jagt? Von 19 bis 517 PS hat 007 (fast) alles bewegt, was vier oder auch nur zwei Räder hat. Er hat es immer geschafft, den Verfolgern ein Schnippchen zu schlagen. In sieben Filmen war Bond mit 14 verschiedenen Aston Martin Fahrzeugen unterwegs, aber 007 fuhr auch Lotus, Audi, Citroën, AMC, Bentley, Alfa Romeo, einen Truck und ganz viel Ford – vor allem fuhr er anderen fort. Gezeigt werden viele Filmszenen, Bilder von Dreharbeiten, Aufnahmen hinter den Kulissen, Storyboards und Produktionszeichnungen über die tollsten James-Bond-Fahrzeuge aller Zeiten.

Ort: Schlaues Haus Oldenburg, Schloßplatz 16, 26122 Oldenburg
Eintritt frei

James Bond und die Geschlechter

Männersachen und Frauenherzen

Montag, 4. November 2019, 19.30 bis 21 Uhr
Prof. Dr. Martin Butler, Institut für Anglistik und Amerikanistik, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

James Bond ist clever, hübsch, in Topform – und zieht Frauen magisch an: Dieses Bild von Männlichkeit zieht sich – mit leichten Variationen – durch Generationen von Bond-Filmen und wird untermauert durch eine ebenso konstante Darstellung von Bond-Girls, die dem Charme des Geheimagenten einfach nicht widerstehen können. Der Vortrag thematisiert diese Formen der Repräsentation von Geschlecht in James-Bond-Filmen und zeichnet anhand einer Auswahl von Bond-Filmen aus unterschiedlichen Jahrzehnten die sich zwar wandelnde, in mancherlei Hinsicht aber auch sehr stabil bleibende Rollenverteilung nach, die (nicht nur) für die Bond-Filme charakteristisch und ein wesentliches Merkmal ihrer Popularität ist. Dabei werden die Filme nicht bloß als Abbild gängiger Geschlechterkonstellationen, sondern vielmehr als wirkmächtige Medien der Hervorbringung und Verfestigung von genderbezogenen Rollenklischees und -erwartungen verstanden.

Ort: Schlaues Haus Oldenburg, Schloßplatz 16, 26122 Oldenburg
Eintritt frei

James Bond im Visier der Physik

Geschüttelt, nicht gerührt!

Montag, 1. November 2019, 18.30 bis 20 Uhr
Prof. Dr. Metin Tolan, Technische Universität Dortmund, Experimentelle Physik I

Wie funktioniert die Magnetuhr des Geheimagenten? Kann man wirklich einem abstürzenden Flugzeug hinterher springen und im Weltraum eine gigantische Laserwaffe installieren? Und ist es wirklich möglich, mit einem Raketenrucksack durch die Luft zu fliegen oder schummelt der britische Geheimdienst? Deutschlands verwegenster Physikprofessor Metin Tolan analysiert die Stunts und Gadgets der 007-Filme und beantwortet sogar die Frage aller Fragen: Warum trinkt Bond seinen Wodka-Martini geschüttelt, nicht gerührt?

Ort: Schlaues Haus Oldenburg, Schloßplatz 16, 26122 Oldenburg
Eintritt frei

Vortrag von Arwa Haider zur Dismaland-Ausstellung

The Dark Side of the Britisch Seaside

Die britische Küste assoziiert man mit Zuckerwatte und Sonnenschein. Jedoch befinden sich die Küstenstädte nicht nur geographisch am Rande der Nation: Einst boomende Orte wie Margate, Blackpool, Hastings oder auch Weston-super-Mare spüren starke Auswirkungen jahrzehntelanger wirtschaftlicher Rezession und sozialer Umwälzung. Für unzählige Tagesgäste ist die britische Küste der Ort, um den Regeln des Alltags zu entfliehen. Sie verspricht Abenteuer und Exzess – und hat Generationen der Popkultur in ihren Bann gezogen, aber ihre Dämonen niemals vollständig verbannt.

Arwa Haider nimmt Sie mit auf eine Tour durch die dunkle Seite der „British Seaside“ und erkundet, wie dieses kantig- berauschende Küstenland nicht nur Banksy, sondern viele weitere Bildende Künstlerinnen und Künstler, Schriftstellerinnen und Schriftsteller, Musikerinnen und Musiker und Filmemacherinnen und Filmemacher von Martin Parr bis Morrissey oder auch Tracey Emin bis Bram Stoker inspiriert hat. Haider ist eine in London ansässige Journalistin und Autorin mit den Schwerpunkten Kultur und Musik. Ihre Arbeiten werden in verschiedenen Medien veröff entlicht wie unter anderem BBC Culture, Financial Times, The Telegraph, The Face oder auch dem Kunstmagazin Elephant, wo sie als Musikredakteurin arbeitet.
Der Vortrag findet in englischer Sprache statt.

Freitag, 1. November 2019, 20 Uhr
Ort: umBAUbar
Stau 25-27, 26122 Oldenburg
Eintritt frei

Im Anschluss ab 22 Uhr

The Queen is Amused

Rock, Pop & HipHop aus dem Vereinigten Königreich

Der DJ LI.NUS spielt alles, was die große grüne Insel zu bieten hat. Das UK ist nicht nur für Linksverkehr, das Königshaus und den Brexit bekannt. Hier tummeln sich seit Jahrzehnten die ganz großen Künstlerinnen und Künstler aus Pop, Rock, Indie und HipHop. Freut Euch auf Amy Winehouse, The Cure, Franz Ferdinand, Joy Division, The Prodigy, Led Zeppelin und viele mehr.

Eintritt 4 Euro

Loslösung oder Verbleib?

Schottland – Vereinigtes Königreich – Europäische Union

Bei dem Referendum zur Unabhängigkeit Schottlands im Jahr 2014 entschied sich bei einer Beteiligung von über 80 Prozent der Bevölkerung eine knappe Mehrheit (55 Prozent) gegen die Loslösung. Die Gegnerinnen und Gegner fürchteten vor allem um ihre Währung, die Befürwortenden traten für eine stärkere wirtschaftliche Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich ein. Bei dem Referendum 2016 zum Brexit stimmten über 60 Prozent der Schotten für einen Verbleib in der EU. Wir wollen die Hintergründe und Interessen des Für und Wider – auch im Kontext des geplanten Datums für den Brexit am 31. Oktober 2019 – näher beleuchten. Gibt es Parallelen zu weiteren Loslösungsbestrebungen in Europa? David McAllister, seit 2014 für die CDU Mitglied im EU-Parlament, niedersächsischer Ministerpräsident von 2010 bis 2013. Als sachkundiger Beobachter, der auch die britische Staatsbürgerschaft besitzt, ist er in der Frage der schottischen Unabhängigkeit seit Jahren strikt neutral

Douglas Norris ist schottischer Unternehmer und lebte von 1990 bis 1994 in Deutschland, jetzt wohnhaft in Glasgow, Schottland. Er leitet sein eigenes Dienstleistungsunternehmen mit dem Schwerpunkt Tourismus und tritt für eine Loslösung Schottlands ein.

Donnerstag, 7. November 2019, 20 bis 22 Uhr
Ort: Volkshochschule Oldenburg
Karlstraße 25, LzO Forum, 26123 Oldenburg
Eintritt frei. Eine vorherige Anmeldung ist möglich unter Telefon 0441 923-9150
Veranstaltungsnummer: 19BO11040
Moderation: Peter Meiwald

Der British Resident Macdonald Wilson

Besatzer, Befreier, Bürger

Mit Dr. John Goodyear (University of Birmingham; Kulturgenossenschaft Globe eG)

Direkt nach dem Zweiten Weltkrieg waren Tausende britische Soldaten in Oldenburg stationiert. Der britische Verbindungsoffizier Macdonald Wilson (1895 bis 1975) hatte als British Resident eine besondere Rolle: Er war für die deutsch-britische zivil-militärische Zusammenarbeit zuständig. Zu seinen Verdiensten gehörte unter anderem die Gründung der Oldenburg Primary School, die heutige IGS Flötenteich. Anlässlich des 25-jährigen Bestehens betreibt die Gesamtschule ein gemeinsames Geschichtsprojekt über den British Resident mit Unterstützung des britischen Kulturhistorikers Dr. John Goodyear. In Kooperation mit der IGS Flötenteich, der Kulturgenossenschaft Globe eG und der University of Birmingham hält Goodyear einen Vortrag in deutscher Sprache über den British Resident und seine Spuren. Seit Januar 2018 forscht Goodyear über die Geschichte des Oldenburger Globes, eines ehemaligen britischen Militärkinos im Stadtteil Donnerschwee. Neben dem Vortrag im MINI hub (Kulturhalle am Pferdemarkt) stellt die Globe-Kulturgenossenschaft auch Exponate des Globe aus.

Freitag, 8. November 2019, 18.30 Uhr
Ort: MINI hub (Kulturhalle am Pferdemarkt)
Pferdemarkt 8a, 26121 Oldenburg
Eintritt frei, um Spenden für das Globe wird gebeten

Die städtische Wirtschaftsförderung lädt ein zur „Tea-Time“

Business Day Oldenburg – UK 2019

In diesem Jahr geht es beim Business Day um die ökonomischen Beziehungen zwischen Oldenburg und dem Vereinigten Königreich. Wie werden sich diese vor dem Hintergrund des Brexits verändern? Welche wirtschaftlichen Kontakte und Fachkräfteinitiativen bestehen zwischen den beiden Standorten? Und was sind zukünftige Wirtschaftsthemen, die uns beide betreffen? Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft informieren und diskutieren über diese Themen im Plenum. Im Vorfeld ist eine gemeinsame „Tea-Time“ geplant.

Der Business Day ist Bestandteil einer Reihe von internationalen Wirtschaftstreffen, die regelmäßig organisiert werden, um die bilateralen Beziehungen zu stärken. Zuletzt kamen 2017 im Rahmen des Wirtschaftstages Oldenburg – Polen rund 140 deutsche und polnische Unternehmen zusammen, um gegenseitige Kontakte aufzubauen.

Dienstag, 12. November 2019, ab 14 Uhr
Ort: Oldenburger Schloss
Schloßplatz 1, 26122 Oldenburg

Vortrag der VHS Oldenburg

London: Von der Römersiedlung zur Weltstadt

Einst gegründet von den Römern, wuchs London bereits im Mittelalter zu einem der bedeutendsten Handelsplätze in Europa an. Mit der britischen Eroberung Indiens und Nordamerikas stieg London zur mächtigsten und größten Stadt der Welt auf. Im 19. Jahrhundert symbolisierte die Hauptstadt Englands Kapitalismus, Klassenunterschiede, Macht und Prunk. Während man im Westend Paläste erbaute, versank das Hafenviertel im Eastend in Armut, Verbrechen und Smog. Das neue Stadtbild mit seinen in den Himmel ragenden Bankentürmen zeugt vom Umbau der Stadt zu einem der wichtigsten Finanzplätze der Welt. An diesem Abend wollen wir Geschichte, Stadtentwicklung und aktuelle Probleme wie zum Beispiel den Brand des Grenfell-Towers erörtern und der Frage nachgehen, wie die Folgen des Brexit für die Entwicklung Londons aussehen.

Mittwoch, 13. November 2019, 18.30 bis 20.45 Uhr
Ort: Volkshochschule Oldenburg, Raum 4.15
Karlstraße 25, 26123 Oldenburg
Gebühr: 10 Euro (keine Ermäßigung möglich)
Anmeldung telefonisch unter 0441 92391-50 oder
online unter www.vhs-ol.de »
Veranstaltungsnummer: 19BO11130

Austrittsbefürworterin trifft auf Brexit-Gegner

Perspektivwechsel: Brexit – Anfang vom Ende der Europäischen Union?

Am 23. Juni 2016 haben die Britinnen und Briten in einem Referendum mehrheitlich für den Austritt aus der Europäischen Union gestimmt. Im Detail ist jedoch auch drei Jahre nach dem Volksentscheid noch nicht absehbar, wie der Austrittsprozess enden wird. Unabhängig davon markiert allein der Austrittsantrag bereits eine Zäsur in der jüngeren europäischen Geschichte.

Würde der Brexit den Anfang des Endes der EU bedeuten?
Hierüber diskutieren Gisela Stuart, Vorsitzende der 2016 gegründeten Interessengruppe „Change Britain“ und Andreas Kirsch, Stadtrat in Kingston upon Thames. Stuart war Leiterin der Wahlkampagne „Vote Leave“ im Jahr 2016 und warb gemeinsam mit Boris Johnson für den Austritt des UK aus der Europäischen Union. Zuvor war sie von 1997 bis 2017 Abgeordnete des Britischen Parlaments für den Wahlbezirk Birmingham Edgbaston. Ursprünglich stammt sie aus Velden in Bayern. Kirsch ist Portfolio Holder für Community and Governance in Kingston und engagiert sich seit 2015 politisch in Großbritannien. Während des Referendums 2016 hat er für den Verbleib des Vereinigten Königreiches in der Europäischen Union geworben. Ursprünglich stammt er aus Steinbach im Saarland.

Sonntag, 24. November 2019, 18 Uhr
Ort: MINI hub (Kulturhalle am Pferdemarkt)
Pferdemarkt 8 a, 26121 Oldenburg
Eintritt frei
Anmeldung erbeten unter kulturbuero(at)stadt-oldenburg.de

Kapergut: Unberührte Dokumente der Frühen Neuzeit

Prize Papers

Die Prize Papers (deutsch: Prisenpapiere) sind das Ergebnis von Kaperungen und umfassen Hunderttausende Briefe, Journale, Logbücher, Verwaltungsakten, Frachtlisten, Noten und zahllose weitere Dokumente aus der Zeit der Seekriege zwischen 1664 und 1817. Der Bestand, der viele Jahrzehnte weitgehend unsortiert in den britischen National Archives überdauert hat, gilt als einzigartig in Vielfalt und Umfang. 2012 begannen Prof. Dr. Dagmar Freist und ihr Team, im Rahmen eines europäischen Forschungsprojekts mit den Prize Papers zu arbeiten. Seit Januar 2018 finanziert die Union der Akademien der Wissenschaften die vollständige Sortierung und Digitalisierung des Bestands unter ihrer Leitung.

In einer dafür neu entwickelten Datenbank werden die Dokumente weltweit öffentlich zugänglich gemacht werden. In ihrem Vortrag stellt die Professorin anhand konkreter Beispiele vor, was die Prize Papers so besonders macht. Sie präsentiert historisches Material, das sonst nur selten überliefert ist – Dokumente aus der Sklaverei, aus dem Alltagsleben von Frauen und Kindern, aus den Händen wenig schreibkundiger Menschen – und zeigt, inwiefern die Prize Papers neue Perspektiven auf unsere Geschichte und unsere Verantwortung in einer sich globalisierenden Welt eröffnen können.

Montag, 25. November 2019, 19.30 bis 21 Uhr
Ort: Schlaues Haus Oldenburg
Schloßplatz 16, 26122 Oldenburg