Austauschen, Lernen, Profitieren: das deutsch-chinesische Verhältnis in der Religion und Philosophie

Der Oldenburger Theologe Dr. Ralph Hennings und der Philosoph Prof. Dr. Li Wenchao, der Inhaber der Stiftungsprofessur an der Leibniz Universität Hannover, debattierten im ersten Perspektivwechsel über das deutsch-chinesische Verhältnis in der Religion und Philosophie. 

Professor Li (Jahrgang 1957) gilt als ausgesprochener Leibniz-Kenner. Einer seiner Forschungsschwerpunkte sind die Schriften und die Philosophie von Gottfried Wilhelm Leibniz. Li hat Germanistik, Philosophie, Linguistik und Politologie in Xi’an, Peking, Heidelberg und Berlin studiert. Promoviert und habilitiert hat er an der FU Berlin.

Für Wenchao Li, der sich in China und in Europa zu Hause fühlt, ist die Leibnizsche Herangehensweise an die Begegnung zwischen den Kulturen wegweisend für die modernen Probleme. Er will Leibniz-Forschung im aktuellen Kontext betreiben. Hinter den Konflikten, die heute zwischen China und der westlichen Welt schwelen, steckten tief in der Kulturgeschichte wurzelnde Ursachen. Chinas Probleme seien nicht einfach zu reduzieren auf eine Frage von Diktatur oder Demokratie, Regime und Partei. „Das politische System ist vermutlich nicht von der Kultur zu trennen“, meint Li. Insofern sei es unbedingt wichtig, Grundlagenforschung zur chinesischen Denkweise zu betreiben, um die aktuellen Probleme besser zu verstehen und zu vernünftigen Lösungen zu kommen.

Musikalische Zwischentöne lieferte an diesem Abend die Pianistin Bei Peng.