Schulmedizin und traditionelle chinesische Medizin - Gegensatz oder sinnvolle Ergänzung?

Traditionelle chinesische Medizin wird von immer mehr Menschen auch im Westen entdeckt. Was sagt die westliche Schulmedizin dazu? Welche Rolle spielt das Gesundheitssystem hierbei? Unter der Fragestellung Schulmedizin und traditionelle chinesische Medizin - Gegensatz oder sinnvolle Ergänzung? gaben die Heilpraktikerin Dr. Dr. Dominique Hertzer (Utting) und der Schulmediziner Prof. Doz. Dr. med. Jochen Casper ihre jeweilige Antwort darauf. Der Zuschauer erlebte, wie die beiden Experten ihre unterschiedlichen Überzeugungen äußerten, vereinzelnd aber auch Gemeinsamkeiten erkannten und auf lebhafte Weise auf die Bekundungen des Anderen eingingen.

Dr. Dr. Dominique Hertzer (Utting) ist Sinologin mit Lehrtätigkeit an diversen wissenschaftlichen Instituten sowie Heilpraktikerin. 1993 promovierte sie über den Textfund des Yijing aus Mawangdui. Die theoretischen Grundlagen der chinesischen Medizin studierte sie bei Prof. Manfred Porkert. Ihre praktische Ausbildung absolvierte sie an den TCM-Kliniken in Chengdu und Tianjin. Daneben war sie für zwei Jahre mit der wissenschaftlichen Betreuung der Zentren für Akupunktur und TCM in Stuttgart und Heilbronn beauftragt. 2005 beendete Dominique Hertzer ihre zweite Promotion zum Thema "Die medizinische Psyche - Vorstellung als Ausdruck philosophischen Denkens: China und das Abendland".

Prof. Dr.med. Jochen Casper ist Leitender Arzt für allogene Knochenmarktransplantation am Klinikum in Oldenburg.

Im kulturellen Teil des Abends präsentierte der chinesische Kampfkunst-Meister Peng Wang eine der fünf Hauptrichtungen des Tai Chi, den Chen-Stil. Moderne medizinische Forschungen zeigen, dass regelmäßiges Tai Chi-Üben die physische und psychische Gesundheit fördert. Im Vergleich zur schulmedizinische Heilmethode wie Krankgymnastik, die die einzelnen Körperteile trainiert, betrachtet Tai Chi genau wie die traditionelle chinesische Medizin den Körper als Einheit.