„Im Glauben verwurzelt“. Gewaltfrei für die Freiheit.

50 Jahre sind vergangen, seit dem Südafrikaner Albert Luthuli 1961 in Anerkennung seines Eintretens für Gerechtigkeit der Friedensnobelpreis für 1960 verliehen wurde. Ein lebhafter Meinungsstreit sorgt wiederholt für Zerwürfnisse.

Auslöser ist der Einwand, den der südafrikanische Historiker Scott Couper erhebt hinsichtlich der Rolle, die Albert Luthuli im bewaffneten Kampf gegen das Apartheidregime in etlichen bisherigen Veröffentlichungen zugeschrieben wird:  Luthuli habe niemals der von seinem jüngeren Weggefährten Nelson Mandela am 16. Dezember 1961 vollzogenen Gründung des bewaffneten Flügels des ANC zugestimmt. Auch habe Luthuli diesen Schritt, den Couper für eine Wende des ANC zur Gewalt hin hält, weder jemals mitgetragen noch nachvollzogen.  Gewaltfreiheit sei für Luthuli im Widerstand und im Befreiungskampf nicht nur ein, sondern der Weg zum angestrebten Ziel gewesen.

Dr. Ben Khumalo-Seegelken stellt die Anfang September 2012 erscheinende deutsche Übersetzung der Biographie von Scott Couper, „Im Glauben verwurzelt. ALBERT LUTHULI“ vor und verdeutlicht, dass sich Luthuli im Freiheitskampf zeitlebens sowohl von seinen Mitstreitern als auch von seinen Gegnern in einem entscheidenden Punkt kompromisslos unterschied. Paradoxerweise wird er gerade deswegen bis heute kontrovers verhandelt, dennoch allseits  geschätzt und verehrt.

Khumalo-Seegelkenist Dozent an der Universität Oldenburg. Er musste 1975 im Widerstand gegen die Apartheid Südafrika verlassen, erhielt 1979 in Deutschland Asyl und hat sich 1986 einbürgern lassen. Er studierte Wirtschaftswissenschaften, Privatrecht, evangelische Theologie sowie Sozialpädagogik und promovierte in Theologie und Erziehungswissenschaft. Derzeit arbeitet er an seiner Habilitation und als Lehrbeauftragter im Fachbereich Bildungs- und Sozialwissenschaften sowie im Institut für Evangelische Theologie und Religionspädagogik. Ben Khumalo-Seegelkein initiierte und koordiniert seit 1996 die überkonfessionelle Arbeitsgemeinschaft „biblia zuluensis“ zur Übersetzung der Bücher der biblia hebraica und des novum testamentum graece in die südafrikanische Sprache isiZulu, seine Muttersprache.

  • Datum: 03. September 2012; 20:00 Uhr
  • Ort: Kulturzentrum PFL, Peterstr. 3, 26121 Oldenburg; Anfahrt »
  • Veranstalter: Stadt Oldenburg, Kulturbüro in Zusammenarbeit mit der evangelischen Akademie Oldenburg
  • Eintritt: 5,00 €/ ermäßigt 3,00 €