Istanbul - Hippe Stadt am Goldenen Horn

Istanbul, eine Megacity mit 14,5 Millionen Einwohnern, die gleich auf zwei Kontinenten liegt, ist ein Moloch, eine Diva, eine Oase, das frommste Sündenbabel der Welt.

Hier ist irgendwie zusammengewachsen, was keineswegs zusammengehört – krasse Armut und märchenhafter Reichtum, Träume von der Allmacht Allahs und Visionen vom säkularen EU-Mitglied Türkei, wildes Chaos und strenge Choreografie, Müll und Schönheit, Slums und Paläste, westlich orientierte Eliten und nach Mekka gewandte Migranten aus dem Osten.
Es werden Texte gelesen von Geert Mak, Orhan Pamuk, Sibylle Thelen, Yildirim Türker und Elif Safak. Sie alle beschwören die Brücke zwischen Ost und West, zwischen denen manchmal Welten liegen und manchmal nur eine kleine Pforte, die zur Glückseligkeit führen kann.
 
Es lesen: Ralf Selmer, Ulf Goerges, Franziska Vondrelik und Uli Bernsdorf

  • Datum: Sonntag, 27. Juli 2014
  • Uhrzeit: 11.15 Uhr
  • Ort: Staublau - Kreativraum
    Staugraben 9
    26122 Oldenburg
  • Veranstalter: Kulturetage gGmbH

Der Liebesgarten

„Das schönste Meer ist das noch unbefahrene.“ (Nazim Hikmet)

Die orientalische Liebespoesie wurde ursprünglich in der Sprache der Dichter, persisch, verfasst. Es ist die Sprache aus Tausendundeiner Nacht, die Sprache, in der Scheherazade dem Sultan von Sindbad dem Seefahrer oder auch Ali Baba und den 40 Räubern erzählte. Wir empfinden sie gerne als literarisches Weltkulturerbe.
Über die Jahrhunderte hat der Orient viele großartige Dichter und Denker hervorgebracht, die all unser Denken und vor allem Schreiben beeinflussten und beeinflussen. So soll auch ein gewisser Geheimrat aus Weimar sich von der klassischen persischen Poesie hat beeinflussen lassen.
Auch wir möchten uns von der Tradition der orientalischen Liebespoesie einfangen und entführen lassen. Nazim Hikmet, der als einer der Begründer der modernen türkischen Lyrik gilt, hat mit seinem Schaffen die türkische Literatur nachhaltig beeinflusst und geprägt. Seine Sprache ist über die Maßen
feinfühlig und zart:
„Das schönste Meer:
es ist das noch unbefahrene...
Das schönste Kind:
es ist das noch nicht erwachsene.
Unsere schönsten Tage:
es sind die noch nicht gelebten.
Das allerschönste Wort was ich Dir
sagen wollte:
es ist das noch nicht ausgesprochene Wort...“
Barbara Schmitz-Lenders und Pavel Möller-Lück, seit über 20 Jahren als Puppenspieler tätig und seit 1995 mit festem Haus in Oldenburg, lesen die schönsten orientalischen Liebesgedichte, zum hinträumen, wegträumen, hineindenken und romantisieren. Musikalisch eingebettet wird der Abend von Sophie Wachendorff (Gesang) und Gerhard Böhm (Percussion und diverse Saiteninstrumente). Sie präsentieren stimmungsvolle, weltmusikalische Vertonungen, unter anderem von Nazim Hikmets Texten und andere türkische Lieder. Beide Musiker kennen sich bereits viele Jahre durch die Zusammenarbeit in der deutsch-türkischen Formation „Iki Dünya“. Sophie Wachendorff ist dem Oldenburger Publikum vor allem auch durch ihre Konzerte mit ihrer Band „Luz del Norte“ bekannt. Lassen Sie sich an diesem Abend von uns verzaubern und in den Orient entführen.

In der Pause: Kleine orientalische Leckereien aus dem Liebesgarten (auf Vorbestellung).

  • Datum: Sonntag, 11. Mai 2014
  • Uhrzeit: 19 Uhr
  • Ort & Veranstalter: Theater Laboratorium, Kleine Straße 8, 26121 Oldenburg
  • Karten: 24 Euro, ermäßigt 19 Euro
    Karten bestellen und Vorbestellung orientalischer Leckereien unter www.t-ol.de/P278 »

Feridun Zaimoglu - „Isabel“

Isabel ist eine schöne Frau, aber nicht mehr schön und jung genug, um weiter zu modeln, und nicht anerkannt genug, um als Schauspielerin große Rollen zu bekommen. So arbeitet sie als Gelegenheitsdarstellerin, ist mit der Liebe am Ende, verlässt ihren Freund und beschließt, ihr Leben neu zu entwerfen. Nachdem es auch ihren Eltern trotz großer Anstrengungen nicht gelungen ist, ihr einen passenden Heiratskandidaten zuzuführen, trifft sie Marcus. Er ist Kriegsheimkehrer aus dem Kosovo-Einsatz, traumatisiert und nur daran interessiert, eine auf das Nötigste reduzierte Existenz zu führen. Ihre Begegnung verändert beider Leben und führt sie auf eine faszinierende und bedrohliche Reise in Marcus‘ Vergangenheit.
Feridun Zaimoglu bleibt in seinem neuen Roman den gesellschaftlichen Randgebieten und ihren Bewohnern treu. Gewohnt sprachmächtig, dabei sehr genau in der Beobachtung und bewusst in der Reduzierung, führt er seine Leser in eine Welt der zurückgefahrenen Lebenserwartungen, die aufgebrochen wird durch Liebe, Schmerz, Reue und Rache.

Feridun Zaimoglu, geboren 1964 im anatolischen Bolu, studierte Kunst und Humanmedizin in Kiel, wo er seither als Schriftsteller, Drehbuchautor und Journalist arbeitet. Er war Kolumnist für das Zeit-Magazin und schreibt für Die Welt, die Frankfurter Rundschau, Die Zeit und die FAZ. Für seine literarischen Veröffentlichungen erhielt er zahlreiche Auszeichnungen.

8. Oldenburger Kriminacht

„Mord am Bosporus“

Mit Texten von Celil Oker, Ahmet Ümit und Esmahan Aykol.

Istanbul ist cool. Istanbul ist hip. Istanbul ist trendy. Der ganze Bosporus tanzt, nur Celil Oker sitzt ruhig vor seinem Raki in einer Bar und sieht ein ganz anderes Istanbul: Eine Stadt, die geprägt ist von Mord und Totschlag und Korruption. Mitten durch dieses Chaos stolpert sein Privatdetektiv Remzi Ünal. Auch für Ahmet Ümits kriminalistische Gesellschaftsstudien bietet Istanbul das ideale Untersuchungsfeld. Hier erreicht das Böse eine ungeheure Mannigfaltigkeit, da es sich nicht nur aus einer siebentausendjährigen Geschichte nährt, sondern auch aus den extremen sozialen Verhältnissen unserer Gegenwart mit ihrer Landflucht, Finanzkonzentration, Drogensucht und ihrem Wertewandel. Hauptkommissar Nevzat muss ebenso in vornehmen Villen am Bosporus recherchieren wie in heruntergekommenen Puffs von Beyoglu.
Deutsche trinken Bier. Und Türken essen Kebap. Kati Hirschel kämpft jeden Tag gegen solche Klischees. Seit drei Jahren betreibt sie in Istanbul ihren Krimibuchladen. Esmahan Aykol schreibt herrliche Geschichten über Istanbul und seine charmante Detektivin Kati. „Die Lebensart der Türken, die Vorurteile, die Männerwelt, die Politik, die Korruption – über all das schreibt Esmahan Aykol mit großer Leichtigkeit und Humor“, Petros Markaris.

Es lesen: Ralf Selmer, Brit Bartuschka und Uli Bernsdorf

Termine:

  • Samstag, 19. Juli 2014, 21.30 Uhr
  • Freitag, 25. Juli 2014, 21.30 Uhr
  • Samstag, 26. Juli 2014, 21.30
  • Ort: bau_werk-Halle am Pferdemarkt
  • Pferdemarkt 8a
    26121 Oldenburg
  • Veranstalter: Kulturetage gGmbH

Lesung: Matthias Bormuth

Literarische Moderne im Spiegel Istanbuls - Ahmet Hamdi Tanpınar und Orhan Pamuk

Die Türkei verfügt im 20. Jahrhundert mit Ahmet Hamdi Tanpınar (1901-1962) und Orhan Pamuk (geb. 1952) über zwei Schriftsteller von Weltrang. Ihre Romane „Seelenfrieden“ (1949) und „Istanbul“ (2003) widmen sich im Spiegel der geschichtsträchtigen Metropole dem prägenden Einfluss europäischer Modernität auf die türkische Gesellschaft. In bildreichen Sätzen beschreiben Tanpınar und Pamuk im Abstand eines halben Jahrhunderts – gleichsam als türkische Thomas Manns – präzis und luzide, welche Gewinne und Verluste der Untergang des osmanischen Reiches und die radikalen Reformen Atatürks für die Menschen mit sich brachten, die sich dem westlichen Leben und Denken mit Leidenschaft geöffnet hatten.
Die europäische Literatur der Selbstbetrachtung von Montaigne bis Nietzsche bildet den Rahmen ihres nachdenklichen Schreibens, das nicht selten in der äußeren Silhouette der Stadt die inneren Sehnsüchte ihrer Bürger zu skizzieren sucht. Die melancholische Topographie wird im Strom der Gedanken und Gefühle zur tiefgründigen Seelenschau zwischen Tradition und Moderne.

Matthias Bormuth, geboren 1963, studierte in Marburg und Göttingen Humanmedizin. Er promovierte 2001 mit einer medizinethischen Arbeit über Karl Jaspers. Die Habilitation folgte 2008 auf Assistentenjahre in Tübingen. Nach Heisenberg-Stipendien an der Universität Tübingen und der Columbia University in New York wurde er 2012 auf die Heisenberg-Professor für Vergleichende Ideengeschichte am Institut für Philosophie der Universität Oldenburg berufen.

  • Datum: 07. Oktober 2014
  • Uhrzeit: 20 Uhr
  • Ort: Wilhelm13, Leo-Trepp-Straße 13, 26121 Oldenburg
  • Veranstalter: Literaturbüro Oldenburg
  • Karten: 8 Euro | 6 Euro ermäßigt. Kartenreservierung unter www.wilhelm13.de oder telefonisch unter 0441 235-3014

Türkische Bibliothek

Ausstellung türkischer Literatur mit Finissage

Die Stadtbibliothek Oldenburg präsentiert aus ihrem Bestand Romane, Biographien, Erzählungen und Prosasammlungen türkischer Autorinnen und Autoren. Die Ausstellung mit über 40 Titeln traditioneller, zeitgenössischer und kulturgeschichtlicher Erzählstoffe bietet dem deutschsprachigen Leser die Möglichkeit, tiefer in die geistige Welt der Türkei einzudringen.  

Ergänzend dazu zeigt die von Erika Glassen und Jens P. Laut konzipierte Wanderausstellung „Die türkische Bibliothek“ (Robert Bosch Stiftung/ Stiftung Lesen) die Spannbreite von klassischen Romanen des 20. Jahrhunderts bis hin zu Werken der jüngsten Generation. Die Schautafeln, die im Flur des Kulturamts hängen, veranschaulichen zugleich historische, soziale und kulturelle Zusammenhänge.

Die Finissage am Freitag, den 24. Oktober findet am offiziellen „Tag der Bibliotheken“ von 17 bis 19 Uhr statt. Es wird türkischer Tee mit kleinen süßen Köstlichkeiten angeboten. Dabei zeigt die Bauchtanzgruppe „Charizma“ ihr Können im orientalischen Tanz.

  • Dienstag, 23. September bis Freitag, 24. Oktober 2014.
    Finissage am Freitag, 24. Oktober, 17 bis 19 Uhr.
  • Uhrzeit: Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag: 11 bis 19 Uhr,
    Samstag: 11 bis 14 Uhr.
  • Ort: Stadtbibliothek im PFL und Flur des Kulturamts, Peterstraße 3, 26121 Oldenburg
  • Veranstalter: Stadtbibliothek Oldenburg
  • Karten: Eintritt frei