Musikalische Ehrung für Ágnes Heller | Muntendorf komponiert für Carl-von-Ossietzky-Preisvergabe 2012

„Rundumschlag#“ lautet der Titel der Komposition von Brigitta Muntendorf, die sie zu Ehren der diesjährigen Carl-von-Ossietzky-Preisträgerin Ágnes Heller geschrieben hat. Das Auftragswerk wurde im Rahmen der feierlichen Verleihung des Carl-von-Ossietzky-Preises für Zeitgeschichte und Politik an die ungarische Philosophin Heller am 4. Mai im Oldenburger Schloss uraufgeführt. Die Komposition für Flöte, E-Gitarre, Schlagwerk, Klavier und Violoncello wurde von den Mitgliedern des oh ton-ensembles Keiko Murakami (Straßburg), Steffen Ahrens (Frankfurt/Main), Michael Pattmann (Bochum), Thomas Hell (Hannover) und Eva Boesch (Zürich) interpretiert. Eine weitere Aufführung ist im Herbst vorgesehen.

Über die Komponistin
Brigitta Muntendorf, 1982 in Hamburg geboren, absolvierte ihr Kompositionsstudium bei Younghi Pagh Paan und Günther Steinke an der Hochschule für Künste in Bremen sowie bei Krzysztof Meyer, Rebecca Saunders und Johannes Schöllhorn an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln. Während ihres Studiums war sie Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes. 2009 gründete sie das Ensemble Garage, das in inszenierten Konzerten Stücke junger Komponistinnen und Komponisten zur Aufführung bringt.

Muntendorf komponierte verschiedene Auftragswerke, die bei renommierten Festivals wie dem Acht Brücken Festival Köln, der WDR-Konzertreihe ensemble[:E:]uropa, der Heidelberger Biennale für Neue Musik, dem Taschenopernfestival Salzburg und den Wittener Tagen für Neue Kammermusik 2012 uraufgeführt worden sind.

Brigitta Muntendorf erhielt für ihr kompositorisches Schaffen mehrere Auszeichnungen wie den ersten Preis des Hochschulwettbewerbs der Hochschule für Musik und Tanz Köln für ihre Komposition CRACK für großes Orchester, den ersten Preis des Kompositionswettbewerbs des Berliner Orchesters Sinfonietta92, den ZONTA-Musikpreis, das Bernd-Alois-Zimmermann-Stipendium der Stadt Köln und ein Stipendium für die Cité Internationale des Arts in Paris.

Musikalischer Beirat
Empfohlen wurde die Komponistin von einem musikalischen Beirat, dem der Komponist und Musiker Eckart Beinke (oh ton –  Förderung aktueller Musik e.V., Oldenburg), der Leiter des Projektes klangpol –  Neue Musik im Nordwesten, Michael Hagemeister (Oldenburgisches Staatstheater), und die Musikwissenschaftlerin Prof. Dr. Melanie Unseld (Carl von Ossietzky Universität Oldenburg) angehören.

Der Beiratssprecher Beinke sagt in seiner Begründung: „Brigitta Muntendorfs Kompositionsstil zeichnet sich durch eine radikale Auseinandersetzung mit Tradition und Geschichte musikalischer Floskeln und Wendungen aus. Dabei konzentriert sie sich auf kleinste Motive, die sie konsequent und beharrlich zu musikalischen Strukturen und Formen weiterentwickelt. Frei von Schnörkeln und Ornamentik verdichtet sie vertraute Klanggestalten und Gesten und trennt sie von ihren einstigen Bedeutungen. Verfremdungen, Verdichtungen und Kontextverrückungen bewirken eine enorme innere Geschlossenheit ihrer Kompositionen.“

Die Stadt Oldenburg konnte mit der Beauftragung von Brigitta Muntendorf bereits zum 13. Mal eine Auftragskomposition für Neue Musik anlässlich der Verleihung ihres Carl-von-Ossietzky-Preises vergeben.

(Stand 2012)

Weiter gehende Informationen zu Brigitta Muntendorf finden Sie auf ihrer Webseite »

Zur Carl-von-Ossietzky-Preisträgerin Ágnes Heller“ »