Kasachische Komponistin komponiert für Prof. Włodzimierz Borodziej

„ÜberGrenzen“ lautet der Titel der Komposition der kasachischen Komponistin Jamilia Jazylbekova, die sie zu Ehren des Carl-von-Ossietzky-Preisträgers Prof. Dr. Włodzimierz Borodziej geschrieben hat. Das im Auftrag der Stadt Oldenburg erstellte 2-sätzige Werk wurde im Rahmen der feierlichen Verleihung des Carl-von-Ossietzky-Preises für Zeitgeschichte und Politik der Stadt Oldenburg am 4. Mai, dem Todestag Ossietzkys, uraufgeführt. Die Komposition für Trompete, Violine, Kontrabass, Akkordeon und Schlagzeug wird von den Mitgliedern des oh ton-ensembles Paul Hübner, Anne Poppe, Beltane Ruiz Molina, Margit Kern und Michael Pattmann interpretiert. Für die interessierte Öffentlichkeit ist die Komposition im Rahmen der Klangpol-Konzertreihe „im dialog“ am 15. Juni, 20 Uhr, im Sendesaal Bremen und am 16. Juni, 20 Uhr, in der Oldenburger Exerzierhallezu hören.

Über die Komponistin
Die Komponistin Jamilia Jazylbekova wurde 1971 in Kaskelen/Kasachstan geboren. Ihre musikalische Ausbildung begann sie 1980 an der Staatlichen Musikschule in Almaty im Hauptfach Querflöte und den Nebenfächern Klavier und Komposition. Von 1990 bis 1995 studierte sie zunächst mehrere Jahre am Tschaikowsky Konservatorium in Moskau bei N. Sidelnikov und W. Tarnopolsky, um anschließend ihre Kompositionsstudien an der Hochschule für Künste in Bremen bei Younghi Pagh-Paan fortzusetzen. Sie erhielt zahlreiche Stipendien (unter anderem vom Deutschen Akademischen Austauschdienst), Kompositionsaufträge und Preise, so unter anderem auch den Franz Liszt Kompositionspreis der Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar. Ihre Stücke werden bei internationalen Festivals in Europa, der GUS, in Kanada sowie in den USA aufgeführt und von namhaften Ensembles wie zum Beispiel dem Ensemble Modern und dem Arditti-Quartett interpretiert.

„Enorme Klangfantasie“
Die Vergabe des Auftrags an Jamilia Jazylbekova erfolgte aufgrund der Empfehlung eines musikalischen Beirates, dem der Komponist und Musiker Eckart Beinke (oh ton – Förderung aktueller Musik e.V. Oldenburg), die Komponistin Prof. Violeta Dinescu (Carl von Ossietzky Universität Oldenburg) und die Musikredakteurin Marita Emigholz (Radio Bremen) angehören. Die Beiratssprecherin Emigholz schreibt in ihrer Begründung: „Die 1971 in Kasachstan geborene Komponistin zeichnet sich durch eine enorme Klangfantasie aus. Die Natur ist für ihre Musik eine wichtige Quelle der Inspiration, Geräusche und schöne Klänge existieren gleichberechtigt nebeneinander. Ihre Musik setzt die Empfindung für Raum und Zeit außer Kraft und beschäftigt sich mit existenziellen Dimensionen.“

Die Stadt Oldenburg konnte mit der Beauftragung von Jamilia Jazylbekova bereits zum zwölften Mal eine Auftragskomposition für Neue Musik anlässlich der Verleihung ihres Carl-von-Ossietzky-Preises vergeben.

(Stand 2010)

Weiter gehende Informationen zu Jamilia Jazylbekova finden Sie auf ihrer Webseite »

Zum Carl-von-Ossietzky-Preisträger Włodzimierz Borodziej »