Jorge Semprún spricht anlässlich der Preisverleihung

Der spanische Schriftsteller und Politiker Jorge Semprún konnte als Redner für die Preisverleihung des Carl-von-Ossietzky-Preis 2006 gewonnen werden. Seine Ansprache stand unter dem Titel „Übrig bleiben“.

Der 1923 im spanischen Madrid geborene Jorge Semprún flüchtet nach Ausbruch des spanischen Bürgerkrieges 1936 mit seiner großbürgerlichen, linksliberalen Familie ins Exil. In Frankreich beginnt er nach dem Abitur ein Studium der Literatur und Philosophie an der Sorbonne. 1941 schließt er sich der kommunistischen Résistance-Organisation an. Aufgrund seiner Untergrundarbeit gegen die deutschen Besatzer wird Semprún 1943 von der Gestapo verhaftet und in das Konzentrationslager Buchenwald deportiert. Dort engagierte er sich in lagerinternen Widerstandsaktionen. Nach der Befreiung des Konzentrationslagers kehrt er nach Paris zurück, wo er erst als Übersetzer bei der UNESCO arbeitet und später die Widerstandsarbeit gegen das spanische Franco-Regime koordiniert.

1964 lässt Jorge Semprún sich als freier Schriftsteller in Paris nieder. Sein literarisches Werk ist von den Erinnerungen an die Deportation, das Leben im Lager und den täglichen Kampf ums Überleben geprägt. Auch als Drehbuchautor macht er sich einen Namen.

1988 kehrt er aus dem Pariser Exil nach Madrid zurück und wird bei der Regierungsumbildung von Premier Felipe Gonzáles überraschend zum Kulturminister ernannt. Dieses Amt übt er als Parteiloser bis 1991 aus.

1994 wird Sempún mit dem Friedenspreis des deutschen Buchhandels ausgezeichnet.

(Stand 2006)

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