Inklusion für den kleinen Geldbeutel

Wie können wir unsere Kultur- und Sporteinrichtungen in Oldenburg für alle zugänglicher machen? So lautete die Kernfrage im Workshop „Inklusion für den kleinen Geldbeutel“ im September 2018. Die Referentin Eeva Rantamo (Köln) brachte eine Fülle von Inspirationen und nützlichen Hinweisen mit, wie diese Aufgabe auch mit wenigen finanziellen Mitteln effektiv umgesetzt werden kann.
Wie können mobilitätseingeschränkte Personen an unseren touristischen Angeboten teilnehmen? Wie kann überhaupt geguckt werden, dass jede/r am öffentlichen Leben teilhaben kann? Wie gestalte ich unsere Kirchenführungen inklusionsgerecht? Was kann ich als Schwerbehindertenvertreter in meinem Betrieb zur Inklusion beitragen? Wie können wir den Aspekt der Zugänglichkeit in unseren Sportstätten und bei Baumaßnahmen der Sportvereine berücksichtigen? Wie können wir Geflüchtete für das Thema Inklusion sensibilisieren, in deren Herkunftsländern mit Behinderten wenig wertschätzend umgegangen wird? So lauteten die Fragen, die die Teilnehmenden motiviert haben, sich zum Workshop anzumelden.

Eeva Rantamo brachte zunächst Grundsätzliches zum Thema Inklusion zu Bewusstsein. Sie warb dafür, positiv von „Zugänglichkeit“ zu sprechen und zu denken, statt immer zuerst die „Barrieren“ im Kopf zu haben. Sodann brachte sie aufgrund ihrer umfassenden Erfahrung in der Beratung von Kultureinrichtungen System in die Bemühungen der Anwesenden. Welche ersten Schritte können wir tun für mehr Zugänglichkeit? Was ist alltagstauglich? Was können wir mittelfristig planen und umsetzen? Was langfristig? Gemeinsam mit der Referentin entwickelten die Teilnehmenden Problemlösungsstrategien und eine umsichtige Planung für mehr Barrierefreiheit in ihren Einrichtungen.

Dazu wurden die Bedarfe verschiedener Nutzer*innen-Gruppen bezüglich Aktivitäten und Informationsvermittlung in den Blick genommen. Die Teilnehmer*innen übten sich darin, ihre Einrichtung aus der Besucher*innen-Perspektive zu betrachten. Was bedeutet eigentlich Inklusion im Besucherservice? Und wie mache ich die unterschiedlichen Zielgruppen auf unsere barrierefreien Angebote aufmerksam? Öffentlichkeitsarbeit und Besucherinformation mit Leichter und Einfacher Sprache, zugängliche Printmaterialien und digitale Vermittlung wurden als hilfreiche Mittel dazu vorgestellt.

Praktische Beispiele, der Austausch von Erfahrungen, aber auch die grundlegende Änderung von Haltungen und Einstellungen konnten viel zu individuellen Lösungen beitragen. Nicht vergessen wurde auch die Suche nach fachkundigen Partner*innen und die Möglichkeit der Zusammenarbeit mit den Zielgruppen.
Am Ende des prallvollen und lebendigen Workshops war nach Aussagen der Teilnehmenden deren Motivation, sich in der eigenen Einrichtung noch vehementer für Zugänglichkeit und Inklusion einzusetzen, nochmal gestiegen. Viele wollen die Infos und Erfahrungen dieses Tages an ihre Kolleg*innen weitergeben. „Wunderbar, dass wir heute so viele Multiplikator*innen für die Inklusion an Kultur- und Sporteinrichtungen gefunden haben“, äußerte sich Christiane Maaß vom Amt für Kultur und Sport zufrieden mit Verlauf und Ergebnissen des Workshops. Sie dankte Eeva Rantamo für die wertvollen Impulse, die diese dem Oldenburger Inklusionsprozess gegeben hat.