25 Jahre Literaturbüro Oldenburg

Voll des Lobes über die Arbeit des Literaturbüros war Oberbürgermeister Jürgen Krogmann am Sonntag, 25. November 2018, beim Festakt zum 25-jährigen Bestehen der Kultureinrichtung. „Ich habe als Oberbürgermeister und Kulturdezernent allen Grund, stolz auf die Bilanz des ersten Vierteljahrhunderts zu sein“, sagte Krogmann. Das Literaturbüro sei ein tragender Teil des kulturellen Angebots der Stadt. Seit 1993 gelinge es „erstklassig“, Leserinnen und Leser mit Autorinnen und Autoren zusammenzubringen. Krogmann dankte insbesondere Leiterin Monika Eden, der er hervorragendes Fachwissen, ein gut funktionierendes Netzwerk und eine sehr erfolgreiche Arbeit bescheinigte. Dank sprach er auch Mitarbeiter Frank Möcklinghoff und den ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus, dabei erwähnte er insbesondere Gerda Grebe, die in den ersten Jahren das Literaturbüro geleitet hat.

Der Oberbürgermeister zeigte sich zudem dankbar für die finanzielle Unterstützung des Landes. Dr. Annette Schwandner, Leiterin der Kulturabteilung im Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, zählte ebenso wie Dr. Gesa Schönermark von der Stiftung Niedersachsen zu den Ehrengästen des Festaktes, der zum Abschluss des Jubiläumsjahres im Beisein von vielen Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern, Fachkolleginnen und Fachkollegen sowie zahlreichen Stammgästen des Literaturbüros im Kulturzentrum PFL stattfand. Schriftsteller Feridun Zaimoglu hielt die Festrede.

Das Literaturbüro Oldenburg ist als eines der sechs niedersächsischen Literaturhäuser das Literaturzentrum im Nordwesten. Seit 25 Jahren gestaltet, vermittelt und fördert diese von der Stadt Oldenburg getragene Kultureinrichtung zeitgenössische Literatur. 

Konstellationen
Im Mittelpunkt des Jubiläumsjahres stand die Reihe „Konstellationen“, weil sie ein typisches Format für die Vermittlungsarbeit des Literaturbüros darstellt. Das Jubiläum wurde mit den vier Veranstaltungen der Reihe, die Schriftsteller mit Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen ins Gespräch bringt, im Februar, April, September und Oktober ins Bewusstsein der Besucherinnen und Besucher gehoben. Während des Festaktes wurde das Buch „Konstellationen. Gespräche zur Gegenwartsliteratur“ präsentiert. Die Anthologie ist Anfang November im renommierten Wallstein Verlag erschienen und versammelt die Gespräche von zehn Schriftstellerinnen und Schriftstellern, die den literarischen Diskurs der Gegenwart maßgeblich prägen: Olga Grjasnowa, Saskia Hennig von Lange, Michael Krüger, Sibylle Lewitscharoff, Verena Lueken, Annette Pehnt, Katja Petrowskaja, Matthias Politycki, Ingo Schulze und Feridun Zaimoglu.

LiteraTour Nord
Viele der Veranstaltungen des kontinuierlichen Programms werden in Reihen präsentiert: So veranstaltet das Literaturbüro die Oldenburger Lesungen der LiteraTour Nord, die seit mehr als 25 Jahren jährlich von Oktober bis Februar sechs Schriftsteller zur Lesereise nach Norddeutschland einlädt und einen gleichnamigen Literaturpreis vergibt.

Poetry Slam
Dreimal im Jahr bringt das Literaturbüro das Format „Fremde Federn“ auf die Bühne, das spielerisch den Stellenwert des Urheberrechts in den Mittelpunkt stellt und fünf Poetry Slammer zu einem Ensemble vereint. Die hohe Spontanität und Unberechenbarkeit der Veranstaltungen, der lebhafte Austausch zwischen den Poeten auf der Bühne und dem Publikum führen dazu, dass „Fremde Federn“ besonders ältere Jugendliche und junge Erwachsene anspricht. Diese bilden auch die Zielgruppe der „Lesebühne Metrophobia“, zu der das Literaturbüro in Kooperation mit den Oldenburger Spoken-Word-Poeten Annika Blanke und Christian Bruns dreimal im Jahr einlädt.

BLogbuch
Als zeitgemäße Entsprechung des literarischen Stadtschreibertums hat das Literaturbüro das BLogbuch OLdenburg initiiert. Es dient – verbunden mit einem sechsmonatigen Stipendium für einen Schriftsteller und einem Literaturprojekt im Internet – der Förderung der Literatur in den digitalen Medien und schafft eine Zugriffsform auf Literatur, die weit über das traditionelle Buch hinausweist und besonders eine jüngere Zielgruppe erreicht. Bisherige Stipendiaten waren Tilman Rammstedt, Gregor Sander, Finn-Ole Heinrich, Sabrina Janesch und Katharina Hartwell. Wegen der ungesicherten Finanzierung wird das BLogbuch OLdenburg derzeit allerdings nicht fortgesetzt.

Reisestipendium
Jährlich erhält ein renommierter deutschsprachiger Schriftsteller das Landgang-Stipendium, ein Reisestipendium durch das Oldenburger Land. Der Stipendiat unternimmt dort im Herbst eine Erkundungsreise. Auf der Grundlage seiner Beobachtungen und Erfahrungen verfasst er einen literarischen Reisebericht, einen Essay oder eine Kurzgeschichte. Im Frühjahr des Folgejahres tritt er die Reise ein weiteres Mal an und präsentiert auf den Stationen seiner Erkundungstour das literarische Ergebnis in öffentlichen Lesungen. Monika Eden, die Leiterin des Literaturbüros Oldenburg, moderiert die Lesungen als Projektleiterin.