Eine Weihnachtsgeschichte

Peter Stamm erzählt immer aus der Mitte der Existenz heraus. Seine Figuren sind zum Greifen nah. Sie blicken zurück und staunen, dass ihr Leben sich so entwickelt hat und nicht anders: In seinen letzten Tagen in New York wurde Peter von einer Frau angesprochen. Sie bat um eine Zigarette. Er gab ihr Feuer. Sie hielt ihre Hände schützend um seine, dann ging er mit ihr nach Hause. Es war der Weihnachtsabend und Weihnachten war für ihn immer der traurigste Abend des Jahres. Das geschah vor dreißig Jahren. Woran erinnert er sich noch? Was geschah wirklich in dieser Nacht? Und wie veränderte sie sein Leben? Peter weiß es nicht mehr. Er weiß nur noch, dass Marica immer lachte, wenn sie über traurige Dinge sprach. Dann begegnet er ihr wieder. Der Autor liest aus seinem Buch und spricht mit der Literaturwissenschaftlerin Gabriella Paterson über Sehnsuchtsorte und das Träumen vom Glück.

Peter Stamm,1963 geboren, lebt in der Schweiz. Seit 1990 arbeitet er als freier Autor. Er schrieb mehr als ein Dutzend Hörspiele. Seit seinem Romandebüt „Agnes“ (1998) erschienen sechs weitere Romane, fünf Erzählungssammlungen und ein Band mit Theaterstücken, zuletzt die Romane „Weit über das Land“ und „Die sanfte Gleichgültigkeit der Welt“ sowie unter dem Titel „Die Vertreibung aus dem Paradies“ seine Bamberger Poetikvorlesungen. „Die sanfte Gleichgültigkeit der Welt“ wurde mit dem Schweizer Buchpreis 2018 ausgezeichnet.