4. Dezember 2022 – LiteraTour Nord

Lesung und Gespräch

Senthuran Varatharajah: „Rot (Hunger)“

Senthuran Varatharajahs Roman kreist um die Einsamkeit des Körpers und unsere Sprache der Liebe. Sie ist eine kannibalische Sprache. Wir sagen: Ich habe Dich zum Fressen gern. Ich will Dich auffressen. In Rot (Hunger) erzählt der Schriftsteller zwei Geschichten, die zu einer werden. Die Geschichte eines Jahres, nach einer Trennung, und die Geschichte eines Tages, dem 9. März 2001, an dem A in seinem Haus in Rotenburg, wie zuvor vereinbart, B tötet, zerteilt und Teile von ihm isst. Mit lyrischer Intensität und philosophischer Strenge erzählt Rot (Hunger) davon, dass der Mensch, den wir lieben, immer zu weit entfernt ist. Und davon, dass er immer fehlt, auch wenn er vor uns steht. „Das ist eine Liebesgeschichte.“ Dieser Satz ist dem Roman vorangestellt.

Senthuran Varatharajah, geboren 1984 in Jaffna, Sri Lanka, studierte Philosophie und evangelische Theologie in Marburg, Berlin und London. 2016 erschien sein Debütroman Vor der Zunahme der Zeichen, der mehrfach ausgezeichnet wurde. Senthuran Varatharajah lebt in Berlin.

Moderation: Sabine Kyora
Veranstaltet in Kooperation mit der Buchhandlung Thye und der Carl von Ossietzky Universität.