John von Düffel: „Der brennende See“

Hannah, die Tochter eines Schriftstellers, kehrt nach dem Tod ihres Vaters in die Stadt ihrer Kindheit zurück. An seinem Erbe ist sie wenig interessiert, doch als sie erste Schritte unternimmt, die Wohnung des Verstorbenen aufzulösen, findet sie in der Nachttischschublade das Foto einer jungen Frau. Wie nah stand die Unbekannte ihrem Vater? Wer war er wirklich, als er starb? Auf der Suche nach Antworten trifft sie ihre Schulfreundin Vivien, die mit ihrer Familie am Ufer des Sees wohnt, in dem ihr Vater täglich schwamm. Die junge Unbekannte ist Viviens Tochter Julia, Initiatorin der „Ende-der-Geduld“-Bewegung, die aus den Fridays-for-Future-Demonstrationen hervorgegangen ist und eine Radikalisierung des Protests gegen die herrschende Klima-Politik propagiert. Aber Julia kämpft nicht nur aus politischer Überzeugung für den Erhalt des Sees. Sie behauptet, die eigentliche Tochter des Schriftstellers zu sein, seine geistige Erbin.
In seinem Roman „Der brennende See“ nähert sich John von Düffel dem Wasser als knappe Ressource, als Lebensbedingung und Klimakomponente und nicht zuletzt als Frage des Zusammenlebens der Generationen.

John von Düffel, geboren 1966 in Göttingen, Autor und Übersetzer, arbeitet als Dramaturg am Deutschen Theater Berlin und ist Professor für Szenisches Schreiben an der Berliner Universität der Künste. Er ist passionierter Schwimmer und hat dem fließenden Element mit mehreren Büchern, u. a. mit seinem preisgekrönten Roman „Vom Wasser“ (Mara Cassens-Preis des Literaturhauses Hamburg; Aspekte-Literaturpreis des ZDF etc.), ein literarisches Denkmal gesetzt - zuletzt in dem Band „Wassererzählungen“ (Quelle: Piper-Verlag).