Sabrina Janesch: „Sibir“

Lesung und Gespräch

Zwischen den Welten

Sabrina Janesch erzählt die Geschichte zweier Kindheiten, einmal in Zentralasien nach dem Zweiten Weltkrieg, einmal fünfzig Jahre später in Norddeutschland. Dabei spannt sie einen Bogen, der unbekannte Kapitel der deutsch-russischen Geschichte miteinander verbindet:
Furchterregend klingt das Wort, das der zehnjährige Josef Ambacher aufschnappt: Sibirien. Die Erwachsenen verwenden es für alles, was im fernen, fremden Osten liegt. Dorthin werden im Jahr 1945 Hunderttausende deutscher Zivilisten von der Sowjetarmee verschleppt, unter ihnen auch Josef. 1990 wird er in Mühlheide mit seiner Vergangenheit konfrontiert, als nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion eine Vielzahl von Aussiedlern die niedersächsische Kleinstadt erreicht. Seine Tochter Leila steht zwischen den Welten und muss vermitteln – und das zu einem Zeitpunkt, an dem sie selbst den Spuk der Geschichte zu begreifen und zu bannen versucht.

Sabrina Janesch, 1985 im niedersächsischen Gifhorn geboren, studierte Kulturjournalismus in Hildesheim und Polonistik in Krakau. Ihr Romandebüt Katzenberge (2010) wurde unter anderem mit dem Mara-Cassens-Preis und dem Anna-Seghers-Preis ausgezeichnet. Ihr letzter Roman Die goldene Stadt (2017) war ein Bestseller. Sabrina Janesch war Stadtschreiberin von Danzig und Stipendiatin des Ledig House, New York.

Moderation: Malte Rolf